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SG Ratingen schlägt BTB Aachen in der Regionalliga deutlich mit 34:24

Handball : 17 Tore – das bedeutet Oelze diese Zahl

Der Spielmacher der SG Ratingen ist beim 34:24-Heimsieg des Regionalligisten über Aachen erneut der überragende Mann und trifft dabei so oft, wie es seine Trikotnummer suggeriert. Die hat sich der 35-Jährige gezielt ausgesucht. Neben ihm macht Torwart Nils Thorben Schmidt ein sehr gutes Spiel.

Für manchen Handballer kann es recht einfach sein, in einem Spiel so viele Tore zu werfen wie er als Nummer auf dem Trikot stehen hat. Mit einer 2 oder 4 auf dem Rücken zum Beispiel. Beim deutlichen 34:24 (21:13)-Heimsieg der SG Ratingen in der Regionalliga Nordrhein gegen BTB Aachen haben aber gleich zwei Spieler der Hausherren exakt ihre Trikotnummer herausgeworfen, bei denen das nicht so einfach ist.

Zum einen traf Nils Thorben Schmidt einmal – der Torwart mit der Nummer eins, der vor allem in der ersten Halbzeit ein bärenstarkes Spiel machte, kommt naturgemäß nur selten zum Abschluss, nutzte aber die eine Chance, die sich ihm bot, direkt. Die Gäste hatten da aufgrund einer Zeitstrafe ihren Torwart zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers aus dem Kasten genommen, Schmidt parierte einen Wurf und traf dann aus seinem Tor heraus selbst. Es war die Krönung einer starken ersten Hälfte, in der Schmidt elf Paraden gezeigt hatte, darunter bei zwei Gegenstößen. So blieb dem mazedonischen Champions-League-Sieger Petre Angelov diesmal nur die Zuschauerrolle, er kam nur bei einen Siebenmeter auf die Platte. Bei Schmidts Sahnetag gab es aber auch überhaupt keinen Grund zu wechseln.

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Der zweite Ratinger, der seine Trikotnummer in Tore verwandelte, war Alexander Oelze. Der trägt die 17 (!) auf dem Rücken und hatte diese Treffermarke schon rund sieben Minuten vor dem Ende erreicht. Zehn Tore erzielte er aus dem Feld, sieben per Siebenmeter, die er meistens mit Pässen an den dann gefoulten Kreis auch noch selbst mit herausgeholt hatte. Nachdem Oelze bereits am ersten Spieltag 13-mal getroffen hatte, hat er nun bereits 30 Tore in zwei Spielen zusammen – eine unfassbare Quote. Und seine Siebenmeterbilanz ist mit zwölf Toren bei ebenso vielen Versuchen weiter makellos. Nachdem er einen Strafwurf gegen Aachens Niklas Elsen ohne hinzuschauen verwandelt hatte, entschuldigte sich der Ratinger Spielmacher lachend mit einem Abklatschen bei dem Torwart. Und auch sonst zeigte Oelze sein großes technisches Repertoire: Zu den gefährlichen Sprungwürfen, den Eins-gegen-Eins-Situationen und zahlreichen Pass-Vorlagen war der Dreher vom Kreis in Unterzahl in Halbzeit zwei das i-Tüpfelchen.

Oelze ist keiner, der große Sprüche klopft nach einem solchen Spiel. „Es läuft halt gerade gut“, sagte er mit einem leichten Lächeln. Seine Trikotnummer in Treffer umzuwandeln, wäre ihm vermutlich bei seiner letzten Station nicht gelungen: Bei den Rhein Vikings trug er in der Zweiten Liga in der vergangenen Saison die 29. „Die hat hier aber schon Ace“, sagte Oelze mit Blick auf Spielertrainer Jonovski. „Das ist auch okay, dass er sie behält, er ist der Ältere. Als ich mir hier dann eine andere Nummer aussuchen sollte, habe ich die 17 genommen, weil mein Sohn die Nummer bei Germania Wuppertal im Fußball hat.“ Mikkel heißt Oelzes Sohn, der Name ist auch in einem Tattoo auf seinem rechten Oberarm verewigt. „Ich war mit meinen Eltern in Dänemark, als ich so zwölf, 13 Jahre alt war, und da habe ich den Namen das erste Mal gehört. Er hat mir direkt gefallen, und ich habe gedacht: Wenn ich mal einen Sohn habe, nenne ich ihn so“, erklärte Oelze.

Zum Spiel gegen Aachen sagte der Ex-Bundesligaspieler mit Blick auf das 28:31 in Essen am ersten Spieltag: „Das heute war von uns allen ein Schritt in die richtige Richtung. Im Vergleich zu letzter Woche war es eine komplett andere Welt.“ Ähnlich sah es sein Trainer, Marcel Müller, wenn auch mit einem etwas kritischeren Blick: „Es war auf jeden Fall besser als in Essen, aber wir haben immer noch Luft nach oben. Aachen war ersatzgeschwächt und dadurch nicht so stark wie erwartet.“ Gefährdet war der Sieg aber eigentlich nie, bis zum 8:7 (15. Minute) blieb Aachen auf Tuchfühlung, dann stellte die SG mit vier Treffern in Folge bereits die Weichen. So konnte sie auch verkraften, dass Filip Lazarov nach 38:18 Minuten eine direkte Rote Karte kassierte, weil er einen Aachener Angreifer in der Luft beim Sprungwurf gestoßen hatte. Dadurch wurde der Sturz unkontrolliert, Rot ist dann zwingend. „Völlig korrekt von den Schiedsrichtern, da gibt es keine zwei Meinungen“, sagte Müller.

Der war insgesamt zufrieden mit dem Abend, an dem die SG schon einmal den Handball präsentiert hat, den sie spielen will. Müller fand: „Aachen war nicht so stark, aber auf der anderen Seite haben wir auch einen guten Job gemacht. Die Abwehr war super, ich konnte jeden da reinstellen, jeder hat sich direkt zurechtgefunden oder reingekämpft. Und dazu kam eine richtig gute Torwartleistung.“ Und ein überragender Alexander Oelze – aber dieser Satz hat großes Redundanz-Potenzial.