Handball: SG Ratingen müht sich zum Erfolg

Handball: SG Ratingen müht sich zum Erfolg

Wie von Trainer Khan befüchtet, spielt der Handball-Viertligist gegen die Wölfe nicht gut – gewinnt aber 24:21.

Es war schon fast vorbei, das Handball-Viertligaspiel zwischen der SG Ratingen und den Wölfen Nordrhein, da riss es die Zuschauer noch einmal von den Sitzen. Etienne Mensger bekam den Ball auf Rechtsaußen zugespielt, statt jedoch aufs Tor zu werfen, lupfte er ihn noch einmal in hohem Bogen an den Kreis. Dort sprang Filip Lazarov hoch und jagte die Kugel im Sprung ins Tor. Ein lupenreiner Kempa-Trick – und das letzte Tor zum 24:21 für die Ratinger war gleichzeitig auch das schönste an diesem Abend.

Abgesehen von diesem Treffer bot sich den rund 200 Zuschauern an der Gothaer Straße von Ratinger Seite nämlich ganz viel Magerkost. Trainer Khalid Khan hatte vorher ein schweres Spiel angekündigt – und er sollte recht behalten: „Das erste Heimspiel, gerade einer neu formierten Mannschaft, ist immer schwierig. Das haben wir im Vorjahr gesehen, als wir eine Heimklatsche gegen Köln-Wahn bekommen haben. Alle wollen zeigen, was sie können und vergessen dabei manchmal die Mannschaft. Immerhin haben wir dieses Mal gewonnen.“

Bis dahin war es aber ein hartes Stück Arbeit. Auch, weil die Duisburger Gäste eine starke Leistung boten. Vor allem Don Singh Toor, der pfeilschnelle Rechtsaußen der Gäste, durfte immer wieder zum Tempogegenstoß ansetzen. Denn vorne, da drückte der Schuh bei den Gastgebern. Die Abwehr der Löwen agierte trotz des Ausfalls von Ace Jonovski solide, davon zeugen auch die nur 21 Gegentreffer. Vorne jedoch wurden Bälle leichtfertig verloren, gab es viele technische Mängel. „Einzig Petar Angelov und Etienne Mensger erreichten bei uns Normalform“, betonte Trainer Khan. Vor allem letzterer, im Sommer an die Gothaer Straße zurückgekehrt, bot gegen bissige Wölfe eine starke Leistung – nicht nur aufgrund des Kempa-Tricks. Mensger erzielte sieben Treffer. „Es tut richtig gut, wieder daheim zu sein“, sagte der Rechtsaußen. „Natürlich haben wir nicht gut gespielt, da war eine Menge Nervosität dabei. Aber ich bin froh, dass wir uns die beiden Punkte erkämpft haben. An den vielen Ballverlusten müssen wir natürlich arbeiten.“

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In der ersten Hälfte lag das Löwenrudel lange Zeit zurück und kassierte früh eine Rote Karte gegen Ole Völker, der seinen Gegner wohl im Gesicht traf. Und dieser mit dem Hinterkopf auf dem Hallenboden aufschlug. Erstaunlicherweise brachte erst dieser Rückschlag die Ratinger wieder besser ins Spiel, in Unterzahl erzielten sie zwei Tore vom 5:8 auf 7:8 und gingen in der 26. Minute durch Yannik Nitzschmann erstmals wieder in Führung (12:10). Die zweite Halbzeit plätscherte lange Zeit vor sich hin, zwischen der 45. und 54. Minute fiel nicht ein einziger Treffer. Dass sich die Ratinger nicht absetzen konnten, lag an den vielen Fehlern in der Vorwärtsbewegung. Weil jedoch Petar Angelov im Tor viele, auch freie, Bälle hielt, wurde der Weg für den hart erkämpften Heimsieg geebnet.

SGR: Ratingen Angelov, Schmidt – Müller, Bauer, Eugler 1, Claussen, Lazarov 4, Nitzschmann 6/2, Kerssenfischer 2, Mergner 3, Mensger 7, Plaumann1, Völker.