Handball: SG Ratingen darf plötzlich wieder hoffen

Handball : SG Ratingen darf plötzlich wieder hoffen

Der Handball-Regionalligist gewinnt in Opladen und profitiert vom Ausrutscher des Spitzenreiters.

Wird der Aufstiegskampf in der Handball-Regionalliga doch noch einmal spannend? Vier Spiele sind noch zu absolvieren – und plötzlich beträgt der Rückstand der SG Ratingen auf Spitzenreiter MTV Dinslaken nur noch zwei Punkte. Die Ratinger gewannen ihr Spitzenspiel beim bisherigen Zweiten TuS Opladen 28:26 – gleichzeitig lies Dinslaken beim 34:35 in Bonn Federn. Vier Spiele hat das Löwenrudel nun noch, um drei Punkte auf Dinslaken, das den besseren direkten Vergleich aufweist, gutzumachen.

Co-Trainer Marcel Müller möchte sich damit gar nicht lange beschäftigen. „Wir haben selber noch harte Spiele vor der Brust und müssten diese ja auch erstmal gewinnen“, sagt der verletzte Spielmacher. Die erste dieser Aufgaben in Opladen gelang aber souverän – und das trotz einer turbulenten Schlussphase. In dieser nämlich kassierten die Ratinger in kurzer Folge gleich drei Strafzeiten, standen sogar für über 20 Sekunden mit nur drei Feldspielern auf der Platte.

Doch Torhüter Petre Angelov demonstrierte, dass er einst zu den ganz Großen seiner Zunft gehörte. Der Mazedonier vernagelte kurzerhand seinen Kasten, ließ in der gesamten Unterzahl nur einen Gegentreffer aus dem Feld zu und hielt gleich mehrere hundertprozentige Chancen. Und so schafften es die Ratinger, ihre 26:23-Führung ins Ziel zu bringen – auch, weil sie selbst noch zwei Treffer in nummerischer Unterzahl erzielten.

„Das war schon verdammt stark“, betonte Müller nach dem Sieg. Seine Mannschaft hatte nach einer recht ausgeglichenen Anfangsphase eigentlich über die komplette Spielzeit mal mehr oder weniger deutlich geführt. Eine Auszeit der Opladener führte dazu, dass die Ratinger plötzlich in Führung gingen und diese kurz nach dem Seitenwechsel gar auf bis zu fünf Treffer ausbauen konnten.

„Wir hatten über den Opladener Innenblock keine Chance, haben aber unsere Angriffe geduldig zu Ende gespielt und auf unsere Möglichkeiten gewartet“, sagte Müller. Der monierte einzig die Chancenverwertung. „Wenn ich die Ausbeute unserer Außen sehe, das war nicht gut“, betonte er. Yannik Nitzschmann gelang gar kein Treffer, Etienne Mensger nur einer. „Dabei hatten beide Chancen für zwölf, dreizehn Tore“, sagte Müller. „Da wäre das Spiel nie mehr spannend geworden, wenn wir unsere Chancen genutzt hätten.“

Insgesamt jedoch war das Trainerteam um Müller und Spielertrainer Ace Jonovski zufrieden. „Abgesehen von der Chancenverwertung haben wir ein gutes Auswärtsspiel abgeliefert“, fand Müller. „Ace hat sich in der Abwehr die Arme blau geblockt, das war aber insgesamt eine geschlossene Teamleistung.“ Kommende Woche spielt das Löwenrudel gegen Dinslaken-.Bezwinger Bonn, während der Spitzenreiter selbst gegen die Adler Königshof aus Krefeld ran muss. Es wird noch einmal spannend.

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