SG Ratingen baut weiter auf Yannik Nitzschmann

Handball-Regionalliga : Nitzschmann bleibt dem Löwenrudel treu

Der Linksaußen verlängert seinen Vertrag bis 2021. Am Samstag gegen Siebengebirge kann er jedoch nicht mitwirken.

Aktuell ist Yannik Nitzschmann ans Bett gefesselt. Und das nervt wahnsinnig. „Ich musste wirklich sechs Tage Bettruhe halten“, sagt der Linksaußen der SG Ratingen. „Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie schrecklich das ist.“ Doch manchmal geht es nicht anders: Der verflixte Fuß macht Probleme, genauer gesagt der Mittelfuß. Bis Jahresende ist das Talent außer Gefecht gesetzt, was ihn jedoch nicht an einer Unterschrift hinderte: Nitzschmann verlängerte seinen Vertrag beim Löwenrudel bis 2021.

„Ehrlich gesagt war das für mich überhaupt kein Thema“, sagt der 20-Jährige. „Ich habe nie auch nur dran gedacht, für einen anderen Verein zu spielen. Die Mannschaft macht richtig Spaß, eine gute Mischung aus alt und jung. Der Trainer ist toll, er fördert und fordert mich unheimlich. Und in der Konstellation können wir echt was reißen. Deshalb habe ich keinen Gedanken an einen Wechsel verschwendet.“

Der Trainer, Khalid Khan, gibt das Lob umgehend zurück. „Yannik hat das Potenzial für die Bundesliga, auch wenn er noch viel lernen und an sich arbeiten muss. Er ist ein guter, schlauer Junge und ich freue mich, weiter mit ihm zu arbeiten.“

In dieser Saison erzielte Nitzschmann bereits 58 Tore in zehn Spielen – und das, obwohl er in dieser Saison kaum noch Siebenmeter werfen darf. „Zurecht“, sagt Nitzschmann. „Da habe ich zuletzt echt zu viel verworfen.“

Nitzschmann arbeitet neben dem Handball beim SGR-Stammverein Interaktiv – und wird dort auf seinen Wunschberuf des Lehrers bestens vorbereitet. Außerdem betont er immer wieder, wie viel Spaß ihm das Spielen bei der SG Ratingen macht. „Es ist großartig mit der Truppe. Selbst wenn wir Fußball spielen zum warmwerden, lachen wir uns kaputt“, sagt er. „Also eigentlich lachen die anderen meistens über mich, weil ich ein unfassbarer Fußball-Legastheniker bin. Aber auch übereinander und miteinander lachen schweißt ein Team ja zusammen.“

Um so mehr schmerzt es Nitzschmann, dass er am Samstag nur zuschauen kann, wenn seine Mitstreiter in Siebengebirge antreten. „Das wird ein extrem harter Brocken“, sagt Trainer Khan, der die ganze Woche wegen einer Grippe ausfiel. Der Trainer war nicht der einzige Patient: Auch Lazarov brach das Mittwochstraining ab, weil er krank war. „Wir müssen schauen, wer am Samstag zur Verfügung steht“, betont der Trainer. „So oder so wird das aber ein hartes Spiel. Ich bin überrascht, dass Siebengebirge so weit unten steht. Das hätte ich nicht erwartet. Das ist eine Mannschaft mit echt guten Handballern, die in der Vorsaison Dritter geworden ist. Nach einem Abgang und einem Trainerwechsel brach da aber irgendwie alles zusammen. Jetzt ist der Trainer zurück und die Ergebnisse werden besser. Wir werden höllisch aufpassen müssen. Schließlich haben wir bislang noch keinen Punkt gegen die geholt.“

Nitzschmann muss derweil andere Schritte gehen. Immerhin kann er das wieder: „Endlich kommt der Schuh ab, der nach der Verletzung meinen Fuß schonen sollte“, sagt er. „So kann ich wenigstens wieder ansatzweise laufen und Treppensteigen.“ Entspannter wird es für ihn jedoch nicht. „Vor allem ist schade, dass Ben Schütte wieder da ist und ich nicht mitspielen kann. Ich hätte mich echt gefreut, noch einmal mit ihm zusammen ein Spiel zu bestreiten. Aber gut – er kam ja, weil ich verletzt bin.“

Doch Nitzschmann hat noch genug Zeit, mit dem restlichen Löwenrudel zu spielen – mindestens bis 2021.