Handball : SG neuer Spitzenreiter

Auch LTV Wuppertal hatte keine Chance gegen die weiter unbesiegten Ratinger, die einen ungefährdeten 38:26-Kantersieg feiern.

Christian Hartung schüttelte seinen Kopf. "Wer diese Ratinger schlagen will, muss stark sein. Verdammt stark sogar", sagte der Trainer des LTV Wuppertal. "Wir waren nicht stark genug." Dabei hatte seine Truppe der SG Ratingen vor der Pause Paroli geboten und meist deutlich in Führung gelegen. Aber als es drauf ankam, da war die SG nicht mehr zu bremsen. Mit 38:26 (15:17) spielte sie die Wuppertaler an die Wand mit einer Angriffsvorstellung, die der Kategorie Extraklasse angehört. Der Heimsieg bedeutet erstmals die Verbandsliga-Tabellenführung.

Dabei verlief die erste Hälfte keineswegs berauschend. Vor allem nicht im Deckungsspiel, wo die Ratinger immer wieder an den Seiten überwunden wurden. Und wo die beiden Torhüter Bothe und Schumacher kaum einen Ball abwehrten.

Trainer Pascal Mahé reagierte darauf. Er stellte im zweiten Durchgang seine Deckung defensiv ein, also 6/0. "Das ist eigentlich nicht der Handball, den ich mag", meinte er Franzose. "Viel lieber lasse ich offen decken, weil man dann wesentlich schneller nach vorne spielen kann. Aber diesmal musste das einfach so sein." Er freute sich zudem nicht nur über die Punkte, sondern auch über vorzügliche Vorstellung der beiden A-Junioren Tim Lindner und Nico Helfrich. Wenn die beiden bald auch an Muskelmasse zulegen, dann werdern sie auch in höheren Spielklasse schnell wichtige Leistungsträger sein.

14:17 lagen die weiter unbesiegten Ratinger Sekunden vor dem Wechsel zurück. Mit dem Pausenpfiff verkürzte Pflugfelder noch auf 15:17 und anschließend, nach dem Wiederanpfiff, waren dessen Kameraden nicht mehr zu halten. Nach 38 Minuten war die Partie entschieden, da lag die SG mit 23:17 vorne. Dann kannte sie nur noch ein Ziel: Nämlich der Sieg mit zehn Toren Unterschied. Auch dies ist gelungen. Locker sogar vor allerdings nur 80 Zuschauern.

Christian Rommelfanger bleibt noch bis zum 17. November in Ratingen. Dann muss er für Korschenbroich in der 3. Liga auflaufen, wo sein beruflicher Chef in der Vereinsführung tätig ist. Der 28-Jährige Düsseldorfer zeigte jedenfalls eine Klasseleistung. Aber die SG wird auch diesen Weggang, so schmerlicher er sein wird, verkraften. Es ist einfach eine Augenweide, Christian Rommelfanger mit seiner Leichtfüßigkeit, mit seinem Spielverständnis und mit dieser Wurftechnik spielen zu sehen.

Extraklasse ist aber auch der Allrounder Julian Sommer. Egal wo Mahé ihn spielen lässt, diesen versierten Akteur kann man nur ganz schwer bremsen. Zudem steigerte sich im zweiten Durchgang Schlussmann Jens Bothe. Zwölf Bälle parierte er in den letzten 30 Minuten. Ben Schütte zeigte ebenfalls eine starke Vorstellung. All dies trug zum Kantersieg über die Wuppertaler bei, die aus der Verfolgerrolle erst einmal verdrängt sind.

(w-m)
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