Handball: SG-Handballer verlieren weiter an Boden

Handball : SG-Handballer verlieren weiter an Boden

Der Aufstiegskandidat musste sich im Nachholspiel gegen den TV Korschenbroich mit einem enttäuschenden 26:26-Unentschieden begnügen. Die starke Leistung der Neuzugänge Oelze und Bahn war ein schwacher Trost.

„Mund abwischen und weiter machen“, lautete am Wochenende die Devise des Handball-Regionalligisten SG Ratingen nach der Heimniederlage im Regionalliga-Spitzenspiel gegen den MTV Rheinwacht Dinslaken. Nur vier Tage später waren beim ambitionierten Aufstiegskandidaten abermals enttäuschte Gesichter zu sehen. Die Mannschaft von Spielertrainer Ace Jonoveski kam in der „Höhle der Löwen“ nicht über ein 26:26 (13:9) Unentschieden im Nachholspiel gegen den TV Korschenbroich hinaus. Abermals präsentierten sich die Ratinger Löwen im Angriff zu zahnlos.

Dabei starten die Hausherren gut in die Partie. Ein Doppelpack von Etienne Mensger brachte die SG Ratingen nach sechs Minuten das erste Mal mit zwei Toren in Führung (4:2). Zwei Treffer von Neuzugang Alexander Oelze sorgten etwas später für die erste Drei-Tore-Führung des Favoriten. „Wir haben sehr konzentriert und diszipliniert gespielt. In der Defensive hatten wir mit Petre Angelov einen überragenden Rückhalt“, sagt SG-Co-Trainer Marcel Müller zur Anfangsphase. Die Gäste erwiesen sich aber mit zunehmender Spielzeit als unangenehmer Gegner – und immer wieder wechselten sie ihre Abwehrformationen.

Über einen defensiven 6:0-Verbund variierten sie auf eine einfache oder gar doppelte Manndeckung. „Damit haben wir uns immer wieder schwer getan. Es fiel uns nicht leicht, Lösungen darauf zu finden“, urteilte Müller, der seinem Gegenüber ein Kompliment machte: „Korschenbroich war sehr gut auf unser Angriffsspiel eingestellt.“ Zwischenzeitlich kamen die Gäste dadurch wieder in Schlagdistanz (27.10:9), die Tore von Christian Mergner, Lukas Plaumann und Mensger stellten aber die verdiente Ratinger Pausenführung her.

Obwohl die Gastgeber auch zu Beginn der zweiten Halbzeit die spielstärkere Mannschaft waren, schafften sie es nicht, das im Ergebnis auszudrücken. Zu viele Fehlwürfe aus aussichtsreicher Position erlaubten sich die Ratinger. Durch den starken Oelze erhöhten sie zwischenzeitlich auf 17:13 (39.) und 20:15 (48.), es aber verpassten es aber, sich noch weiter abzusetzen.

Die Schlussphase war dann an Dramatik kaum zu überbieten. Als Mensger drei Minuten vor dem Ende zum 24:21 traf, dachten viele der mit 100 Zuschauern recht übersichtlich besuchten Sporthalle, dass die Hausherren die Begegnung für sich entscheiden würden. Die anschließende Rudelbildung in der hitzigen Schlussphase und eine Zeitstrafe gegen Ace Jonoveski sowie den Korschenbroicher Philip Schneider brachte jedoch die Wende – und doch noch ein weiteres Negativerlebnis für die Gastgeber.

Sascha Wistuba traf doppelt für den Tabellenfünften und verkürzte auf 23:24. Als Mats Wolf sieben Sekunde vor dem Ende nach der Auszeit von Gäste-Trainer Dirk Wolf zum 26:26 traf, verfielen die Ratinger in eine Schockstarre. Der anschließende letzte Angriff verpuffte. „Natürlich sind wir enttäuscht. Die vier Tage frei werden uns guttun. Danach werden wir die Fehler analysieren und professionell weiterarbeiten“, meinte Müller. Ratingen hat nun immerhin bereits vier Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Dinslaken. Positiv ist die Entwicklung der beiden kurzfristig geholten Top-Neuzugänge. Oelze zeigte sich als torgefährlicher Werfer und Thomas Bahn als starke Abwehrkraft im Ratinger Spiel aus. Das waren aber letztlich die einzigen erfreulichen Erkenntnisse.