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Handball: SG erobert die einstige Handball-Hochburg

Handball : SG erobert die einstige Handball-Hochburg

Der Turnerbund 08, der große Ratinger Traditionsverein, krebste nur noch in der Handball-Bezirksliga herum. Er kämpfte gegen den Abstieg, ohne jegliche Perspektive zu höheren Zielen.

Da waren die Männer um den Vorsitzenden Michael Gerard richtig froh, als Bastian Schlierkamp anklopft und ein Konzept vorlegte, wie und was sich im Handball bewegen lässt. Das ist erst zwei Jahre her.

Nun hat Bastian Schlierkamp, der 29 Jahre alte Lehrer und selbst ein exzellenter Handballer, mit Hilfe seiner Familie etwas auf die Beine gestellt, was man als unglaublich bezeichnen muss: Der Turnerbund 08 und interaktiv, ein kleiner, von der Schlierkamp-Familie ins Leben gerufener Höseler Verein, bildeten eine Spielgemeinschaft (SG), deren Erfolg überwältigend ist. Steiler bergauf als in den vergangenen zwei Jahren kann es nicht gehen.

Die SG, direkt von der Bezirksliga bis in die Verbandsliga durchgestartet, ist inzwischen die Nummer eins im Angerländer Handball, der einstigen Hochburg. Auch nach sieben Spieltagen ist sie unbesiegter Tabellenführer und das Tor zur Oberliga, selbst wenn Bastian Schlierkamp das überhaupt nicht hören will, steht meilenweit offen.

Dass ihm als Pädagogen die Jugend besonders am Herzen liegt, muss nicht sonderlich erwähnt werden. Auch hier liefert die SG mit Hilfe von Julian Bauer eine Jugendarbeit, wie es sie in dieser Stadt noch nie gab. Die A-Jugend, auch wenn sie mit etwas Glück von der HSG Düsseldorf einst übernommen wurde, steht in der Bundesliga an zweiter Stelle. Und Tabellenführer Völklingen ist noch lange nicht Meister. Da sprechen die Ratinger mit ihren vielen Klassespielern wie Helfrich, Wolf, Mensger, Wingert, Möller, Torwart Keutmann, um nur die Herausragenden zu nennen, noch ein gewaltiges Wort mit.

In der kommenden Saison, dann sicherlich in der Oberliga, kommen viele dieser Talente aus der Jugend. Beim Trainerstab mit Pascal Mahé und Co-Trainer Klaus Maletzki laufen längst die Bemühungen, möglichst viele zu halten. Das dürfte schwer werden, denn die Konkurrenz schläft nicht und einige wollen studieren. Auch da weiß man jetzt noch nicht, wohin ihr Weg führt.

Aber überall im Leben, wo sich Erfolg einstellt, gibt es Neider. Kritiker werfen der SG vor, dass außer den Schlierkamps keine Ratinger in der ersten Mannschaft spielen. Aber alle Cracks der SG wohnen hier in der Umgebung und haben damit einen engen Bezug zur Stadt.

Fünf Herrenmannschaften, alle Jugendklassen ab der C-Jugend aufwärts sind besetzt, im weiblichen Bereich bewegt sich einiges. Es ist schön, wie rasant sich dieser junge Verein entwickelt. KOMMENTAR

(w-m)