Schulsport: Schüler lieben den „Swim & Run“ im Angerbad

Schulsport : Schüler lieben den „Swim & Run“ im Angerbad

Über 450 Kinder sind bei der Premierenausgabe des Schulwettbewerbs am Start. Die Gebrüder-Grimm-Schule räumt richtig ab.

Laila strahlt über das ganze Gesicht, ihre Augen leuchten vor Stolz. „Guck mal, ich habe den ersten Platz unter allen Mädchen aus den zweiten Klassen geschafft“, sagt die Achtjährige freudig und präsentiert ihre große Medaille, die sie um den Hals trägt. Und auch Phil ist glücklich, der Viertklässler war ebenfalls der Schnellste seiner Jahrgangsstufe beim allerersten „Swim&Run“-Schulsporttag in Ratingen.

Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, an diesem Morgen sind 469 Schüler aus insgesamt neun Schulen ins Freibad Angerbad gekommen, das wegen der Veranstaltung erst am Nachmittag für andere Besucher öffnet. Angetreten zum sportlichen Wettkampf sind Klassen der Stufen zwei bis neun, jeweils die drei besten Mädchen und Jungen werden geehrt und immer wieder fallen Namen von Kindern, die die Gebrüder-Grimm-Grundschule besuchen. Schulleiterin Anka Kleine verfolgt aufgeregt die Durchsagen durch das Mikrofon und springt jedes Mal jubelnd in die Höhe. „Ich denke, das liegt einfach daran, dass wir eh sehr viel Wert auf Sport legen und vor allem zwei ganz hervorragende Sportfachlehrer haben.“

Einer davon ist Micha Förderer, 32 Jahre, jugendlich, Kumepltyp. „Er ist der Beste, der Coolste der Tollste überhaupt“, schwärmt der 9-jährige Mario, der junge Sportlehrer wirkt leicht verlegen, bindet sich die Sportschuhe zu. Nicht nur, dass „seine Kiddies“ heute so enorm absahnen, auch er selbst holt den ersten Platz im Lehrer-„Swim&Run“-Wettkampf, gut, es sind nur zwei männliche Teilnehmer darunter, aber der Pädagoge ist ganz offensichtlich ein sportlicher Typ.

Die meiste Vorbereitung seiner Schüler auf den heutigen „abgeschwächten Triathlon“ lag übrigens weniger im Training. „Tatsächlich nicht“; sagt er lachend und streicht sich die Haare aus der Stirn, „ich habe mit den Kindern das schnelle Umziehen geübt, um genau dabei nicht wertvolle Zeit zu verlieren, also: nach dem Schwimmen schnellstens abtrocknen und die Kleidung bereitlegen, um direkt hineinschlüpfen zu können. Das Gleiche gilt für die Rennschuhe: wer erst noch Schleifen binden muss, hat direkt verloren.“

Laila ist 50 Meter geschwommen und 400 Meter gelaufen, hat dafür 3:27 Minuten gebraucht. „Das war lustig, weil, die anderen haben uns ja ganz schön angefeuert“, erzählt die Zweitklässlerin fröhlich, „und gerannt sind wir um das Bad herum, ach das war gar nicht sooo anstrengend.“ Phil nickt, seine Zeit: 3:05 Minuten. „Ich fand das echt locker“, resümiert die junge Sportskanone, „liegt aber sicher auch daran, dass ich sowohl im Schwimmverein, als auch im Fußballverein bin.“

Georg Mantyk vom Triathlon Team Ratingen 08 ist zufrieden: „Es ist alles super gelaufen, keine Verletzungen, alle sind ins Ziel gekommen und genau das war auch die Intention dahinter, das Motto: Ich kann es – und du kannst es auch. Erfolgserlebnisse und Sportmotivation für jeden das wollten wir erreichen und ich denke, das ist uns hervorragend gelungen.“ Schirmherr des neuen Ratinger Sporttages ist Bürgermeister Klaus Pesch. „Die Stadt hat uns eh hervorragend unterstützt“ lobt Mantyk, „die Stadtwerke haben uns das Bad zur Verfügung gestellt und auch sonst zur Seite gestanden.“

Im kommenden Jahr soll „Swim&Run“ wiederholt werden, diesmal wird die Schule aber wesentlich eher über den Termin informiert. „Gerade die höheren Klassen haben, weil Abschlüsse anstehen, vor den Sommerferien kaum freie Termine, das war uns nicht bewusst, daher fangen wir jetzt wesentlich eher mit den Planungen an.“

Es wundert nicht, dass letztlich der Gebrüder-Grimm-Schule auch in der Gesamtwertung ganz vorne liegt und mit einem Scheck über 500 Euro und einem Skatebord den Rückweg antritt. „Davon werden wir ganz sicher neue Sportgeräte anschaffen“, verspricht Micha Förderer den Schülern. Veranstalter Mantyk kann nur staunen. „Ich finde es so wichtig, dass Kinder sich bewegen und Freude am Sport haben. Leider passiert in der Förderung immer noch zu wenig. Wir hatten hier einen Teilnehmer aus der 9. Klasse, der ist ein paar Meter geschwommen, er konnte das aber eigentlich gar nicht. Er kam kaum vor der Stelle. Letztlich aber haben alle Teilnehmer ihn angefeuert, das war ein echter Gänsehautmoment. Genau so muss das im Sport sein.

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