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Sandra Höfig ist die neue Trainerin des TV Ratingen in der Verbandsliga

Frauenhandball : Spielgestalterin Höfig wird TV-Trainerin

Die Ur-Höselerin Sandra Höfig übernimmt bei den Verbandsliga-Handballerinnen des TV Ratingen nun die Verantwortung an der Seitenlinie. Die 39-Jährige sagte erst zu, nachdem sie mit dem Team gesprochen hatte. Das Spiel soll risikoreicher werden.

Bea Egert war einst eine vorzügliche Handballerin, immer beim TV Ratingen, nun ist sie seit vielen Jahren die Damen-Chefin der Grün-Weißen. Ihre Verpflichtung des Trainerteams mit Rudi Lichius und Cordula Schwierbat vor vier Jahren war ein Volltreffer, die Ratingerinnen stiegen in die Verbandsliga auf und sind dort seit drei Jahren immer in der Spitze zu finden (zwei Vizemeisterschaften, einmal Dritter). Nun, nach insgesamt vier Spielzeiten, war das Duo amtsmüde, aber Bea Egert wusste Rat. Sie klopfte bei ihrer Spielgestalterin Sandra Höfig an, die über viel Erfahrung verfügt in Sachen Menschenführung und zudem einst Spielertrainerin beim HV Neuss war. Fünf Jahre, eine Liga höher, in der Oberliga.

„Als Bea mit der Traineranfrage auf mich zukam“, so Sandra Höfig, „da habe ich erst einmal ganz tief durchgeatmet. Dann unterhielt ich mich mit der Mannschaft darüber und konnte eine überaus positive Stimmung erkennen. Anschließend kam mein Ja.“ Die in Hösel wohnende 39 Jahre alte Realschullehrerin hat sich auf eine schwere Aufgabe eingelassen, denn die Erwartungen am Europaring nach den Erfolgen der vergangenen Jahre sind recht hoch. „Unser bisheriges Trainerteam hat den Frauenhandball in Ratingen weit nach vorne gebracht“, sagt Bea Egert. „Aber nun sind wir alle fest überzeugt, dass es unter Sandra Höfig ähnlich weiterläuft.“

Es wird schwer, das steht fest. Denn Evi Scheffzyk wechselt zum TV Lobberich, und Xenia Trippel hört auf wegen ihrer ständigen Kniebeschwerden. Zudem sollte der TSV Radevomwald, wie Sandra Höfig klarstellt, kaum zu stoppen sein, die Bergischen haben sich im Rahmen einer Fusion enorm verstärkt. Die neue Trainerin, die nicht mehr aktiv mitspielen möchte, erwartet aber, sobald es möglich ist, drei neue gute Spielerinnen zum Probetraining. „Wenn sie kommen“, so Höfig, „dann haben wir wieder eine richtig gute Mannschaft.“

Die Sportlehrerin einer Neusser Realschule, sie unterrichtet auch Erdkunde, möchte einiges ändern am Spielsystem. „Wir können risikoreicher spielen“, stellt sie klar. „Mir schwebt ein offensives Drei-Zwei-Eins-System vor. Aber das muss intensiv geschult werden, und dazu fehlen wegen Corona einfach die Möglichkeiten. Wir haben schnelle Spielerinnen, vor allem über die linke Seite mit Louisa Groß und Lotti Schultz. Auch durch die Mitte können wir mit Verena Meschig und Noemi Möller überaus schnell angreifen. Die exakten Pässe dazu müssen kommen. Es erfordert viele Übungseinheiten, und die sind wegen der derzeitigen Pandemie bekanntlich nicht gegeben.“

Sandra Höfig hat in allen Handballerkreisen einen vorzüglichen Ruf. Sie ist in Hösel groß geworden, spielte zunächst im heimischen Dorfverein DJK Hösel und wechselte in der C-Jugend zum HV Neuss. Ihre Eltern nahmen die Fahrerei auf sich, und bald war die inzwischen zweifache Mutter hier im Raum ein fester Begriff im Frauenhandball. 2005 heiratete sie den Höseler Fußballtrainer und Ex-Torwart Christoph Höfig, ein Urgestein vom Neuhaus, die beiden haben zwei Kinder. Kendrick ist fünf Jahre alt, Liam ein Jahr jünger. Sie sind seit ihrer Geburt Mitglied beim SV Hösel, genau wie Vater Christoph. Zudem verbindet die Kinder eins mit den Eltern: Ist ein Ball in der Nähe, lassen sie ihn nicht mehr aus den Augen.