Fussball: RSV-Reserve darf sich keine Ausrutscher mehr erlauben

Fussball : RSV-Reserve darf sich keine Ausrutscher mehr erlauben

Noch vier Spiele hat der Fußball-Bezirksligist Zeit, sich Platz eins wieder zu holen. Sonntag soll gegen Lohausen der erste Sieg her.

Timo Derichs ist gegenwärtig ein vielbeschäftigter Fußballer. Der laufstarke „Sechser“ von Ratingen 04/19 II baut gerade auf dem elterlichen Grundstück in Lintorf zusammen mit seiner Freundin Celine ein neues Haus, dann verlangt der Beruf als Industrie-Kaufmann Erhebliches und dreimal Training in der Woche ist ebenso Pflicht. Auf all diese Belastungen angesprochen, lächelt der sympatische Defensiv-Akteur: „Keine Sorge, ich kriege das alles hin. Und für Fußball bleibt immer Zeit. Am Sonntag kommt der SV Lohausen, der ist enorm stark geworden. Den müssen wir schlagen, um jeden Preis, wir wollen schließlich zurück an die Tabellenspitze.“

Anstoß im Keramag Sportpark ist wie immer schon um 13 Uhr. Ganz oben steht nun mit einem Punkt Vorsprung Schwarz-Weiß 06. Aber dieser Bezirksliga-Spitzenkampf ist an Dramatik nicht zu überbieten. Schließlich will nicht nur Schwarz-Weiß 06 Meister werden, neben den Ratingern als Zweiter auch der VfB Hilden II (Tabellendritter) und Eller 04 (Tabellenvierter). Alle stehen dicht beieinander, jeder erhofft sich einen Ausrutscher der Konkurrenz. Vier Spiele stehen noch aus, dreimal haben die Ratinger Heimrecht und einiges deutet darauf hin, dass die Entscheidung am 26. Mai im Bilker Volksgarten fällt. Dann geht es für die 04/19-Reserve zu den Schwarz-Weißen.

Um das große Ziel des direkten Durchmarsches zu erreichen, darf sich der Tabellenzweite wohl keinen Punktverlust mehr erlauben. Dabei sind gerade die Nachbarvereine unglaublich motiviert, wenn es gegen Ratingen geht. Die SG Unterrath hat das kürzlich vorgemacht und TV Kalkum-Wittlaer zog nach. Beide konnten die Ratinger besiegen und das nach weitgehend gleichem Muster: Hinten mit starkem Bollwerk, Ratingen angreifen lassen und auf Konter setzen. Trainer Deniz Aktag freilich weiß alles genau. „Wir müssen umdenken“, so der 37-Jährige. „Lohausens Spiel ist ähnlich gelagert wie das der Wittlaerer. Wobei ich Lohausen stärker einschätze. Ich werde einiges umstellen und dann müssen wir einfach den Abschluss verbessern.“

Kris Leipzig könnte dabei eine tragende Rolle spielen. Den Vollblutstürmer musste Aktag in Wittlaer zur Pause auswechseln, Leipzig war verwarnt und er lässt sich nun einmal leicht provozieren. Das wissen die Gegner, aber mit Leipzig im Angriff ist mehr über das Tempo zu erzielen.

Personelle Probleme kennen die Ratinger nicht, sie stellen Bestbesetzung. Der SV Lohausen belegt Platz elf und ist mit seinen 30 Punkten längst nicht frei von Abstiegssorgen. Die letzten Resultate verdienen allerdings Beachtung. Von den letzten fünf Spielen ging nur das Auswärtsspiel in Üdesheim verloren, dafür schlug der SVL zuletzt den VfL Benrath mit 6:1.

Timo Derichs weiß, warum die Gäste sich erheblich verbessert haben: „Die haben im Winter unseren Kevin Schimanski verpflichtet. Der hat bombig eingeschlagen, schon vier Tore geschossen und er kennt unsere Spielweise im hinteren Bereich. Da müssen wir höllisch aufpassen.“

Derichs ist sich im Klaren darüber, dass er als Zentrumspieler mächtig gefordert ist. Im Tor der Gäste steht Sebastian Geidel. Der war viele Jahre Publikumsliebling beim ASV Tiefenbroich zu dessen besten Bezirksliga-Zeiten, er wohnt auch dort gleich in Sportplatz-Nähe und das 04/19-Trikot hat er auch schon getragen. Es ist wieder viel Zündstoff in diesem Nachbarderby, wobei 04/19 das Hinspiel durch die späten Tore von Kris Leipzig und Julius Wrede mit 2:0 gewann. Ein weiterer Sieg wäre für die RSV-Reserve im Titelkampf um den Landesliga-Aufstieg schon fast überlebensnotwendig.

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