Fußball: RSV am Scheideweg

Fußball: RSV am Scheideweg

Ratingen 04/19 tritt am Sonntag beim SC Kapellen an. Es ist der Auftakt der entscheidenden Wochen. Sechs Spiele bestreiten die Blau-Gelben in 25 Tagen. Trotz schwacher Auswärtsbilanz fordert Trainer Karl Weiß einen Sieg.

Für Statistiker ist der Fall klar: Ratingen krankt an einer Auswärtsschwäche. Aus den acht Spielen auf fremden Plätzen holten die Blau-Gelben nur acht Punkte. Zu wenig für eine Spitzenmannschaft.

Statistikern sticht aber noch etwas ins Auge. Aus den drei Spielen der Rückrunde holten die Ratinger nur drei Punkte – gegen Wülfrath (2:2), bei der TuRU (0:0) und gegen Fischeln (1:1). In der Hinrunde holten sie aber nur einen Zähler, also zwei weniger.

Trainer Karl Weiß hat aus all dem einen einfachen Schluss gezogen: "Das Spiel in Kapellen ist für uns sehr wichtig, um richtig in die Rückrunde zu kommen. Wenn wir oben dran bleiben wollen, dürfen wir uns keine Punktverluste erlauben. Uns helfen jetzt nur Siege." In Kapellen will er mit seiner Mannschaft damit beginnen.

Im Hinspiel hatten die Ratinger aber ihre liebe Mühe mit diesem Gegner und gewannen durch einen Kunstschuss von Murat Gümüstas mit 1:0, auch weil Torhüter Marco Glenz einige Chancen der Gäste zunichte machte. Gümüstas war aufgrund seiner Formschwäche lange abgetaucht, Glenz zuletzt verletzt.

Doch am Sonntag steht Trainer Karl Weiß erstmals der komplette Kader zur Verfügung, nachdem Glenz, Gümüstas, Hans Seidenzal, Davide Venturiello und Hüseyin Ince wieder mittrainiert haben. "Das ist schade für den ein oder anderen, der dann nicht von Anfang an spielen kann", sagt Karl Weiß, in dessen Entscheidungsfindung Aspekte wie Kunstrasen und Siegermentalität einfließen werden. Vor allem Seidenzal und Ince dürften auf dem Sprung in die Anfangsformation stehen.

Von einer Auswärtsschwäche will Weiß übrigens nichts wissen. "Aber richtig ist, dass wir auswärts zulegen müssen. Wir haben aus unseren Chancen zu wenig Tore erzielt", sagt er. "Wir müssen jetzt in die Punkte kommen, aber das kann man nicht mit dem Mund, das muss man auf dem Platz machen."

Kapellens Trainer Michael Habermann hat die Ratinger am Sonntag noch einmal beobachtet und fühlt sich in seinem Urteil bestätigt: "Das ist eine der Top-Mannschaften der Liga, die über hervorragende Einzelspieler wie Rehag oder Gümüstas verfügt." Und da die Ratinger sehr offensiv spielen würden, wolle er es mit zwei Stürmern und Kontern versuchen.

(RP)