Handball : Reimers mit Extraklasse

Der TV Ratingen liegt gegen den unbesiegten TSV Aufderhöhe schon klar im Rückstand, dreht das Match aber noch und siegt 33:30.

Unfassbar, wie der TV Ratingen sein Verbandsliga-Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TSV Aufderhöhe noch gedreht hat. In der 48. Minute lagen die Ratinger 24:28 zurück und die Verfassung der Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt miserabel. Aufderhöhe spielte viel schneller, variabler, auch aggressiver. Alles deutete auf eine erneute Heimschlappe der Grün-Weißen hin, auf knallharten Abstiegskampf, der im Fall einer Niederlage umgehend angestanden hätte.

Aber plötzlich waren die Hausherren überhaupt nicht wieder zu erkennen. Trainer Peter Zander hatte nun Philipp Jochems hereingenommen und den Torwart gewechselt. Abwohl Tim Pawlick wegen seiner Rückenprobleme nicht trainieren konnte, löste er Dieter Zuchowski ab. Der hatte bis dahin zwar zwölf Bälle pariert, aber auch viele haltbare durchgelassen.

Jedenfalls schossen Gloyna, Chris Schweinsberg, der starke Reimers und Böcker ein 28:28 heraus (55.). Und die Halle stand kopf. Da ging noch was in den letzten fünf Minuten! Zumal nun Tim Pawlick den ersten Tempogegenstoß abwehrte.

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Daniel van den Berg und Philipp Jochems, von den tobenden Fans zu Höchstleistungen aufgebaut, schossen ein 30:28 heraus. Und wieder hielt Pawlick, dieser Teufelskerl, zwei Tempogegenstöße. Die Aufderhöher Angreifer rannten völlig frei auf ihn zu, ohne ihn überwinden zu können. So etwas muss einfach jede Mannschaft aufbauen.

Tat es auch. Pawlick hielt noch einen Tempogegenstoß, wieder Ballbesitz für seine Truppe und die Punkte waren beim 33:30-Sieg eingefahren. Unglaublich, was sich dann abspielte in der gut gefüllten Europaringhalle. Der stark aufspielende Andreas Reimers brüllte: "Philipp Jochems hat ein großes Spiel gemacht. So konnten wir dieses noch drehen." Und Manager Ralf Becker: "Nächste Woche sind wir bei der SG zu Gast. 1000 Fans werden erwartet. In der Verfassung traute ich meiner Mannschaft alles zu." Klar, er meinte die Schlussphase. Wenn all die treuen TVer mitkommen an die Gothaer Straße, dann könnte sich die Halle ganz in der Hand des TV Ratingen befinden.

Noch einer jubelte. Das war Trainer Peter Zander. "Aufderhöhe ging fahrlässig mit seinen Chancen um. Wir haben längst nicht so viel verworfen und deshalb gewonnen. Dass Aufderhöhe stark ist, kann man an der Tabelle ablesen. Meine Mannschaft kann 60 Minuten rennen, ohne müde zu werden."

Philipp Jochems ließ er bewusst 50 Minuten lang draußen. "Er ist inSpieler, der das macht, was ich sage", so der Coach. "Er feuerte nur einen Wurf ab. Der saß." Es war das 30:28, 120 Sekunden waren noch zu spielen. Aufderhöhe schmerzte dies gewaltig, den Ratingen gab es umgemeine Kraft, die letzten beiden Minuten zu überstehen.

(w-m)