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Regionalliga: SG Ratingen und TuS 82 Opladen spielen 28:28

Handball : SG und TuS Opladen teilen die Punkte

Der Spitzenreiter der Handball-Regionalliga legt in Ratingen stark los und führt schnell 10:3, doch die Hausherren kommen doch noch ins Spiel. In der Schlussminute führen sie sogar, am Ende können alle mit dem 28:28 leben – und SG-Trainer Ace Jonovski musste nicht um einen Abbruch bitten.

Es sah übel aus nach elf Minuten für die SG Ratingen im Heimspiel der Handball-Regionalliga gegen den TuS 82 Opladen: Der Spitzenreiter führte 9:2, und als Max Eugler nach elf Minuten das 3:10 aus Sicht der Hausherren erzielte, beendete der Kreisläufer eine Phase von mehr als acht Minuten ohne SG-Treffer seit dem 2:3 durch Alexander Oelze. Dazwischen lagen Fehlwürfe und -pässe, eine Auszeit von Trainer Ace Jonovski, schlechte Entscheidungen, solide Paraden von Gäste-Torwart Eric Prützel – unter anderem gegen einen Siebenmeter von Filip Lazarov – und ein Wutausbruch von SG-Keeper Nils Thorben Schmidt, der seine Vorderleute in nicht zitierfähiger Weise zu einer besseren Einstellung ermahnte. Opladen wiederum kam auf nahezu allen Positionen zum konzentrierten Abschluss gegen die 5:1-Abwehr der Ratinger, die mit der offensiveren Formation auf den Ausfall ihres Innenblockspielers Thomas Bahn (krank) reagierten. Das funktionierte nur sehr bedingt, da vor allem Eugler im Zentrum nach seinem langen Auslandsaufenthalt mit dieser Deckung noch Probleme hatte.

Dann kam auf der einen Seite ein Bruch ins Spiel der Opladener, den auch ihr Trainer Fabrice Voigt nach der Partie nicht erklären konnte, auf der anderen Seite nutzten die Ratinger ihre Chancen besser und hatten in Schmidt nun einen starken Rückhalt, der das 7:11 durch Yannik Nitzsch­mann noch mit einem perfekten Gegenstoßpass einleitete. Opladen nahm seine erste Auszeit, Jonovski brachte danach Christian Mergner für Eugler, und das tat der Abwehr gut. Die Gäste machten nun Fehler, die Ratinger weniger als zuvor, und so warf Lukas Plaumann nach 22 Minuten das 11:11 – der Rückraumspieler war kurzfristig doch an Bord, weil die Messe, die er beruflich bedingt hätte besuchen sollen, wegen des Coronavirus’ abgesagt worden war. Anschließend brachte Mergner die Hausherren erstmals in Führung, doch noch vor der Pause drehte der Spitzenreiter die Partie wieder und ging mit einem 15:14-Vorsprung in die Pause.

In Hälfte zwei blieben die Gäste dann stets vorne, die SG nun aber im Gegensatz zum Start auch immer dran, was vor allem an Schmidt lag, der etliche freie Würfe hielt und am Ende auf 14 Paraden kam. Um wieder in Führung zu gehen, reichte das trotzdem nicht, doch Opladen schwächte sich selbst: Erst zog Oelze in einer Eins-gegen-Eins-Situation eine Zeitstrafe, direkt danach traf Birger Dittmer den im Sprung befindlichen SG-Rechtsaußen Etienne Mensger im Wurfarm, als der zum 25:25 traf – das gab die Rote Karte für den Opladener und damit doppelte Überzahl für die Ratinger rund drei Minuten vor dem Ende. Plaumann sorgte mit dem 27:26 in der 59. Minute für den ersten Vorsprung seit dem 12:11 und mit dem 28:27 (60.) auch für die dritte Führung im Spiel.

Zum Sieg reichte es aber nicht, weil die Ratinger im letzten Angriff der Opladener den zusätzlichen Feldspieler nicht verteidigt bekamen, der TuS noch einen Pass an den Kreis anbrachte, den Oelze foulte, und Felix Barwitzki den finalen Siebenmeter zum 28:28 einwarf. Der Opladener war bei seinen fünf Versuchen ebenso hundertprozentig souverän wie Oelze bei seinen sieben Strafwürfen. „Bei zwei Siebenmetern war ich noch dran, aber Felix hat halt gute Varianten drauf“, sagte Schmidt, der nach der Saison nach Opladen wechseln wird und gegen seine künftigen Mitspieler schon einmal zeigte, dass sie sich auf ihn freuen dürfen. „Deswegen haben wir ihn ja auch geholt“, sagte TuS-Trainer Voigt lakonisch.

Sein Gegenüber war nach dem Spielverlauf zufrieden mit dem einen Punkt, wenngleich er mit dem letzten Angriff der Gäste ebenso haderte wie mit dem eigenen schwachen Start: „Da liegen wir 2:9 hinten – das ist der Himalaya“, meinte Jonovski bildreich und ergänzte, was er seinem Team in der Auszeit gesagt hatte: „Wenn wir hier mit zehn Toren hinten liegen, gehe ich zu den Schiedsrichtern und breche das Spiel ab.“ So weit kam es dann aber doch nicht.

Re-Live gibt es die Partie im Internet zu sehen unter www.sportdeutschland.tv/handball/re-live-regionalliga-nordrhein-sg-ratingen-82-opladen