Regionalliga Nordrhein: Titelfavorit SG Ratingen unterliegt 25:26

Handball : SG Ratingen verliert bei Aufsteiger Weiden

Auch das zweite Auswärtsspiel dieser Regionalliga-Saison verliert der Aufstiegsfavorit, der beim 25:26 beim HC Weiden erneut zu viele Fehler macht. „Ich kann mich an keinen Zweikampf erinnern, der im Angriff gewonnen wurde“, ärgert sich Trainer Marcel Müller.

Die SG Ratingen muss weiter auf den ersten Auswärtspunkt dieser Saison in der Regionalliga Nordrhein warten. Nach dem 28:31 zum Auftakt bei TuSem Essen II kassierten die Handballer am Samstag bei Aufsteiger HC Weiden eine 25:26 (13:12)-Niederlage. Während die Gastgeber ihren ersten Saisonsieg feierten, sind die Gäste vom selbst ernannten Ziel Aufstieg als aktueller Tabellensiebter mit 3:5 Punkten weit entfernt .

Marcel Müller hatte die Ratinger eigens am Freitag noch mit einem Videostudium auf den unbekannten Liga-Neuling vorbereitet, doch es war weniger das Weidener Vermögen als das Unvermögen der SG-Akteure, das das Spiel bestimmte, fand der SGR-Trainer. „Wir hatten einfach wieder zu viele Fehler in unserem Spiel, zu viele Unkonzentriertheiten“, ärgerte sich Müller. „Da erkämpfen wir in der Abwehr wunderbar den Ball und schmeißen ihn dann wortwörtlich vorne wieder weg. Ins Aus, am Tor vorbei, auf den Torhüter. Das führte dann immer wieder zu Gegenstößen und nicht gewollter Unruhe.“ Das zog sich bis in die Schlusssekunden. Müller: „Selbst die letzte Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen, ist verpufft, weil der Ball vorne vertändelt wurde, bevor ich die Grüne Karte legen konnte. So hatten wir keine Chance mehr auf das 26:26, um wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen.“

Anders als noch in der Vorwoche die SG Langenfeld versuchte es Weiden nicht mit einer Manndeckung gegen SG-Top-Scorer Alexander Oelze, dafür hatten sich die Gastgeber folgendes vorgenommen: Sobald Oelze von der Bank in den Angriff kam, stand ihm kurz ein Weidener auf den Füßen – so konnte der Ex-Bundesligaspieler nicht in das schnelle Umschaltspiel eingreifen. „Das haben wir aber eigentlich gut gelöst“, fand Müller, den vielmehr ärgerte: „Wir hatten ein unheimlich schlechtes Zweikampfverhalten im Angriff. Ich kann mich an keinen Zweikampf erinnern, der da gewonnen wurde.“

Zudem hatten Linksaußen Yannik Nitzschmann und Rückraumspieler Thomas Bahn einen schwarzen Tag erwischt, Christian Mergner, der laut Müller ein gutes Spiel in Angriff und vor allem der Abwehr machte, verwarf frei gegen Weidens Torhüter und verpasste so die Führung. Und immer noch ist Filip Lazarov im Leistungstief. Der mazedonische Halblinke hatte wieder viel zu viele Fehlwürfe und Unzulänglichkeiten, etwa Pässe ins Leere, in seinem Spiel, als das bei einem Mann seiner Klasse nur mit muskulären Problemen zu erklären ist. „Er setzt sich schon zu viel unter Druck“, meinte Müller. „Er versucht und macht und tut, aber es klappt nichts. Selbst die einfachsten Dinge wie Sperre-Absetzen nicht. Das ist mittlerweile eine Kopfsache bei ihm. Er ist da irgendwie komplett im Leerlauf.“ Da Sam Schäfer mit Magen-Darm-Problemen, die einen Antibiotioka-Einsatz erfordern, zu Hause bleiben musste und auch Lukas Plaumann (Knie) immer noch ausfällt, fehlten die Alternativen im Rückraum.

Aus dem durchwachsenen Saisonstart ist nun ein schwacher geworden. Müller fand indes: „Der Start war eigentlich schon nach der Niederlage in Essen schlecht.“ Was neben den Ausfällen ein Problem ist: „Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass wir vier Wochen zurückliegen, weil die Vorbereitung einfach nicht gut war. Gerade die Spieler, die es nötig hätten, haben da zu viel verpasst. Das hängt uns hinterher.“ Bleibt abzuwarten, ob der SG am Saisonende auch diese Auswärtsniederlagen beim Thema Aufstieg hinterherhängen. Samstag kommt Vorjahresmeister Dinslaken.

Mehr von RP ONLINE