Regionalliga Nordrhein: SG Ratingen verliert bei TuSem Essen II 28:31

Handball : SG Ratingen kassiert in Essen den ersten Rückschlag der Saison

Der Meisterschaftsanwärter der Handball-Regionalliga verliert bei TuSem II mit 28:31. Zu viele Fehler im Angriff und ein statisches Spiel werden bestraft. Da hilft auch eine überragende Vorstellung von Spielmacher Alexander Oelze und ein guter Einstand von Torwart Nils Thorben Schmidt nichts.

Nein, die Margarethenhöhe ist kein gutes Pflaster für die SG Ratingen. In der Vorsaison hatte sie am letzten Spieltag spät mit einem Tor Unterschied in Essen verloren und so den Aufstieg aus der Regionalliga Nordrhein verpasst. Zum Start in die neue Spielzeit gab es an selber Stelle am Sonntagnachmittag eine 28:31 (13:16)-Niederlage gegen die Zweitliga-Reserve von TuSem. Ein erster Rückschlag im Meisterrennen.

Bis kurz vor der Pause war es eine komplett ausgeglichene Partie, in der vor allem SG-Spielmacher Alexander Oelze überragte. Erst mit seiner Hereinnahme wurden auch mal die Außen gefunden, der Ex-Bundesligaspieler war Anspieler, Torschütze und fünffacher Siebenmeter-Experte mit da hundertprozentiger Ausbeute. Dagegen fielen die anderen Rückraumspieler der Ratinger ab, vor allem der mit leichten Muskelfaserrissen in beiden Oberschenkeln angeschlagene mazedonische Nationalspieler Filip Lazarov, der anfangs noch ein paar Tore erzielt hatte, leistete sich Fehlwürfe und -pässe. Die junge TuSem-Mannschaft nutzte nahezu jeden dieser Fehler zum Gegenstoß und setzte sich so bis kurz vor der Pause auf 16:12 ab – Oelze verkürzte noch auf 13:16.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Fehlerquote bei den Gästen hoch, hinzu kamen einige Zeitstrafen, gleich zweimal in der zweiten Halbzeit waren die Ratinger mit zwei Spielern weniger auf dem Feld. Sie lösten das zwar zwischenzeitlich gut, kamen in doppelter Unterzahl gar auf 20:22 heran (43. Minute), um das Spiel aber noch zu drehen, verwarfen sie zu viele freie Bälle. So auch Kreisläufer Christian Mergner, der allerdings insgesamt ein ordentliches Spiel mit viel Arbeit verrichtete – und das in der zweiten Halbzeit in einem fremden Trikot. Denn bei einem Zweikampf am Kreis war Mergners Arbeitskleidung nahezu in zwei Hälften zerrissen worden, und so traf es sich gut, dass SG-Geschäftsführer Bastian Schlierkamp im Trikot auf der Tribüne saß und es Mergner für den Rest der Partie überlassen konnte. Er selbst hüllte sich in die Jacke von Lukas Plaumann, der den Ratingern mit Kniebeschwerden (Verdacht auf Meniskusriss) fehlte.

Gut führte sich der neue Torwart Nils Thorben Schmidt mit zwei gehaltenen Siebenmetern ein, es brachte aber am Ende nichts, weil seine Vorderleute auch beim 26:28 (58.) nicht die Wende schafften. Da kassierte Schmidt dann auch noch einen Strafwurf durch die Beine, zwei von vier hatte er entschärft.

Trainer Marcel Müller sagte: „Unser Spiel war zu statisch, die Bewegung ohne Ball hat zu oft gefehlt. Das zweite, was katastrophal war, war unsere Chancenverwertung. Ich bin froh, dass Essen der erste Gegner war, jetzt wissen wir, woran wir noch arbeiten müssen.“

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