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Regionalliga Nordrhein: Fazit des Spiels von SG Ratingen und BTB Aachen

Handball : Schmidt legt den Grundstein zum Erfolg

Mit 34:24 hat die SG Ratingen in der Regionalliga Nordrhein gegen BTB Aachen gewonnen. Gerade das Paket aus Abwehr und Torhüter funktionierte da sehr gut, vorne war Spielmacher Alexander Oelze omnipräsent. Es gibt aber noch Steigerungsmöglichkeiten im defensiven Umschalten und in der Breite des Angriffsspiels.

Die SG Ratingen hat ihr erstes Heimspiel in dieser Saison der Handball-Regionalliga gegen BTB Aachen gewonnen, weil sie beim 34:24 deutlich verbessert auftrat als bei der 28:31-Auftaktniederlage bei TuSem Essen II. Was war gut, wo gibt es noch Steigerungspotenzial?

Torhüter In Essen wechselten sie sich noch ab, gegen Aachen waren die Spielanteile klar verteilt: Zugang Nils Thorben Schmidt begann und blieb nach einer bärenstarken Anfangsphase über 60 Minuten im Tor, Petre Angelov kam nur für einen Siebenmeter, den er passieren lassen musste. Schmidt ist der kleinere der beiden, er lebt von seiner Explosivität und Beweglichkeit. Er nahm den Aachenern in den ersten zehn Minuten bereits zwei Gegenstöße weg und sorgte so dafür, dass sie kein einziges Mal ausgleichen konnten. War das Torhüterspiel in Essen schon gut, war es gegen Aachen ein Grundstein des Erfolgs.

Abwehr 24 Gegentore sind ein guter Wert, vor allem da bei Aachen in Simon Breuer ein Mittelmann das Spiel gestaltete, der die Ratinger als ehemaliger Mitspieler gut kennt und selbst sehr torgefährlich ist. Mit ihrer 6:0-Defensive stellte die SG ein physisch starkes Bollwerk mit Thomas Bahn, Ace Jonovski und Christian Mergner im Zentrum. Aachen benötigte 4:52 Minuten für den erste Treffer, der Ex-Ratinger Christian Jacobs überraschte mit einem Wurf über das sogenannte falsche Bein. Doch egal, wen Trainer Marcel Müller im Spielverlauf noch in die Deckung brachte, es funktionierte.

Umschalten Offensiv funktionierte auch das im Heimspiel besser als in Essen: Während Jonovski bei Ballgewinnen direkt zur Bank lief und Alexander Oelze ins Spiel brachte, trieb Bahn den Ball mit nach vorne. Erst, wenn diese Zweite Welle gestoppt wurde, verließ er das Feld und aktivierte so Filip Lazarov für den linken Rückraum. Als in Hälfte zwei der Weg von der Bank länger wurde, nahm der Doppelwechsel ein wenig den Spielfluss. Müller reagierte in seiner Auszeit darauf und stellte die Abwehr personell um, Jonovski blieb draußen, es gab nur noch einen Wechsel – defensiv gab es keinen Qualitätsverlust, offensiv einen -gewinn. Steigerungsfähig ist noch das defensive Umschalten: Manchmal lief beim Gegenstoß nur einer zurück, bei der Zweiten Welle des Gegners sortierten sich einzelne Spieler nicht schnell genug an den richtigen Stellen ein.

Angriff Die 34 Tore sind ein guter Wert – allerdings hatte Oelze allein exakt die Hälfte davon erzielt (17/ davon sieben per Siebenmeter). Der Spielgestalter, der schon in Essen 13-mal getroffen hatte, war offensiv omnipräsent, so traten die anderen Akteure kaum in Erscheinung. Viel spielte sich in der Mitte ab, die Außen waren im gebundenen Spiel kaum beteiligt. Yannik Nitzschmann reichte es da in einer Szene: Als die Zweite Welle in Halbzeit zwei eigentlich verpufft schien und alle Mitspieler „Ruhig, ruhig“ schrien, nahm der Linksaußen kurz das Tempo heraus, um dann aber mit einer Pass- und Körpertäuschung zwei Aachener in der Zentrale zu vernaschen und sein drittes Tor zu werfen. Solange Oelze derart in Form ist, muss sich am Angriffsspiel nur bedingt etwas ändern, mehr Breite bei den Torschützen ist auf Dauer aber sinnvoll. Steigern muss sich weiterhin Lazarov, der bei seinen drei Treffern einige Fehlwürfe hatte, allerdings auch immer noch muskuläre Beschwerden in den Oberschenkeln hat. Zugang Sam Schäfer deutete ebenfalls mit drei Toren an, dass er vor allem gegen offensive Abwehrformationen – auf die Gegner allein schon wegen Oelze und Lazarov wohl häufiger zurückgreifen werden – mit seiner Dynamik hilfreich sein kann.

Disziplin Die hatte Trainer Müller in Essen als großes Manko ausgemacht, dort hatte es viele unnötige Zeitstrafen und Ballverluste gegeben. Gegen Aachen zeigte sich die SG in beiden Fällen verbessert, nur die direkte Rote Karte gegen Lazarov, der einen Gegner im Sprungwurf gestoßen hatte, trübte den Eindruck. Drei Zeitstrafen, alle erst in der zweiten Halbzeit erhalten, sind sonst völlig im Rahmen. Auch die Zahl der unnötigen Ballverluste bewegte sich gegen BTB in einem üblichen Maß zu diesem Zeitpunkt der Saison.

Fazit Ein deutlich verbesserter Auftritt der SG, um das Saisonziel Aufstieg zu erreichen, müssen die Steigerungspotenziale aber noch weiter ausgeschöpft werden.