Regionalliga: Damian Janus kommt von der HSG Krefeld zur SG Ratingen

Handball : SG Ratingen holt Abwehrchef Janus zurück

Der Handball-Regionalligist SG Ratingen hat zur neuen Saison den Hünen von Zweitliga-Schlusslicht HSG Krefeld verpflichtet. Dafür muss Christian Mergner gehen, der momentan einziger Kreisläufer ist – was auch am Corona-Virus liegt, weil der aus Schanghai zurückgekehrte Max Eugler erst einmal zwei Wochen Abstand halten soll.

Die SG Ratingen verändert sich zur neuen Saison in der Handball-Regionalliga auf der Kreisläufer-Position: Vom (Noch-)Zweitligisten HSG Krefeld holt sie Damian Janus zurück an die Gothaer Straße. Der Mann mit dem Stirnband war schon von 2013 an für vier Jahre Abwehrchef der SG, stieg mit ihr in Liga drei auf und drei Spielzeiten später auch wieder ab. 2017 wechselte er nach Krefeld und stieg dort in der vergangenen Saison in Liga zwei auf, in der die HSG derzeit mit 2:38 Punkten abgeschlagenes Schlusslicht ist.

Janus freut sich auf seine Zeit in Ratingen: „Mit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich habe mich dennoch für die SG entschieden, da ich von dem Projekt überzeugt bin und in Ratingen schöne Zeiten hatte. Ich kenne das Umfeld und möchte dazu beitragen, die kommende Saison mit dem Team erfolgreich zu gestalten – ganz klar mit dem Ziel, den Verein zurück in die Dritte Liga zu führen.“ Mit SG-Geschäftsführer Bastian Schlierkamp spielte der heute 30-Jährige bei seiner ersten Seniorenstation Bayer Uerdingen zusammen. „Wir haben immer den Kontakt gehalten, Damian war bei uns eine Identifikationsfigur, deswegen hatte ich auch immer die Idee, ihn zurückzuholen. Sportlich wie menschlich hat es mit ihm immer top funktioniert“, sagt Schlierkamp.

Die Verpflichtung von Janus bedeutet gleichzeitig das Ende der Zeit von Christian Mergner bei der SG – Cheftrainer Ace Jonovski hat dem Kreisläufer vor einigen Wochen mitgeteilt, dass man mit ihm nicht mehr plane. „Ich hätte auch gerne mit Damian Janus zusammen gespielt, aber der Verein hatte andere Pläne. Das ist dann jetzt so“, sagt Mergner, der nach Informationen unserer Redaktion zu Oberligist Borussia Mönchengladbach wechseln wird.

Die Antwort auf die Frage, was Janus der SG im Vergleich zu Mergner mehr geben kann, fällt bei Schlierkamp simpel aus: „Abwehrqualität.“ Dass die Ratinger mit dem besten Angriff der Regionalliga (480 Tore) die viertschlechteste Defensive (457 Gegentore) haben, ist ein Grund, warum sie auf Rang sieben weit hinter dem Saisonziel Aufstieg zurückstehen. Da besteht also Handlungsbedarf, der Abwehrchef eines Zweitligisten sollte da stabilisieren können.

Inwieweit Janus offensiv Mergner adäquat ersetzen kann, muss sich zeigen. Seine Trefferquote in Liga zwei liegt zwar bei 100 Prozent, aber er hat in der Saison nur zweimal aufs Tor geworfen und beide Male war der Ball drin. Der 1,98-Meter-Mann hatte mit den Folgen einer Schulterverletzung zu kämpfen und konnte deshalb offensiv nicht wirklich eingesetzt werden. „Wenn man aber die letzten Testspiele sieht, sieht man hinter seinem Namen auch Tore eingetragen“, beruhigt Schlierkamp. „Seine Schulter wird immer besser, und er kann auch bei einem Zweitligisten offensiv eingesetzt werden.“ Aktuell hat sich Janus allerdings Bänderverletzungen im Fuß zugezogen.

Sein Vertrag beginnt in Ratingen am 1. Juli 2020, er ist datiert bis 2022 mit Option auf ein weiteres Jahr. „Alle unsere Schlüsselspieler haben Zwei-Jahres-Verträge“, sagt Schlierkamp und bezieht da auch Trainer Jonovski mit ein. Der wiederum hat derzeit in Mergner nur einen Kreisläufer, Kai Funke (Muskelfaserriss) fällt aus, und auch Maximilian Eugler ist noch nicht da. „Er ist zwar aus Schanghai zurück, wird aber aus Angst, sich mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben, in Absprache mit Ärzten noch zwei Wochen nicht dabei sein“, berichtet Schlierkamp. So muss es Samstag ab 18 Uhr im Heimspiel gegen den HC Weiden weiter Mergner richten.