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Reaktionen: Ratingen 04/19, VfB Hilden, Turu Düsseldorf, SV Straelen

Fußball : Oberligisten zum Thema Abbruch

Wegen der Corona-Krise wirbt die SSVg Velbert um ein vorzeitiges Saisonende. Unsere Redaktion hat Reaktionen von anderen Fußball-Oberligisten gesammelt, in der Mehrzahl stellen die Vereine in den Vordergrund, dass es derzeit um andere Dinge als Fußball gehe.

Fußball-Oberligist SSVg Velbert hat einen offenen Brief verfasst, der im Wortlaut auch auf dem Internetportal fupa.net nachzulesen ist. Darin steht zwar auch, dass „es Wichtigeres als den Sport“ gebe, vor allem ist die Kernbotschaft aber: „Aus unserer Sicht plädieren wir Stand jetzt dafür, dass die Saison 2019/2020 vorzeitig beendet werden muss. Dass wir nach dem 19. April einfach so den Spielbetrieb wieder aufnehmen, ist völlig unrealistisch.“ Hier einige Reaktionen anderer Oberligisten.

Jens Stieghorst, Vorsitzender von Ratingen 04/19: „Wir haben nicht umsonst den Deutschen Fußball Bund als Dachverband und darunter bei uns den Fußball-Verband Niederrhein – die Europameisterschaft ist ja auch verlegt worden, damit Ligen möglicherweise in den Juni hineinspielen können. In der aktuellen Situation so vorzupreschen – wem hilft das? Bei der Bundespressekonferenz neulich war Angela Merkel noch ganz entspannt, sechs Tage später hält sie eine Fernsehansprache an die Nation – sechs Tage später, und die Welt ist eine andere. Und dann sollen wir Kaffeesatzleserei betreiben, was diese und die nächste Saison angeht? Der Verband wird sicherlich einen Vorschlag unterbreiten, wenn es absehbar ist, dass das Virus im Griff ist. Uns ist wichtig, erst einmal keine Panik zu verbreiten. Dass es erhebliche Einschnitte und Einbrüche bei Sponsoren geben wird, ist klar, aber auch das können wir erst abschätzen, wenn die Wirtschaft wieder anläuft. Also lieber abwarten, als Kaffeesatzleserei betreiben.“

Maximilian Kulesza, Vorsitzender des VfB Hilden: „Wir beschäftigen uns mit dem Thema gar nicht, weil Fußball aktuell gar keine Rolle spielt. Bevor jetzt vorschnell etwas gemacht wird, sollten wir die nächsten zwei, drei Wochen abwarten, ob noch Fußball gespielt werden kann – und da bin ich skeptisch. Wir kämpfen alle ums Überleben, deshalb ist unser Anliegen, dass alle da gut durchkommen und auch die Wirtschaft nicht komplett zum Erliegen kommt. Da ist der Fußball absolut nachrangig.“

Manuel Rey Alonso, Präsident von Turu 80: „Ich verschwende jetzt keine Gedanken an den Fußball. Die wichtigste Sache ist im Moment unser ,Spiel gegen Corona’. Das müssen wir, indem wir alle solidarisch sind, unbedingt gewinnen. Ich gehe davon aus, dass unser Sieg über Corona in zwei bis vier Wochen feststeht. Dann erst werden wir schauen und entscheiden, ob wir die Saison zu Ende spielen oder sie abbrechen.“

Hermann Tecklenburg, Präsident des Spitzenreiters SV Straelen: „Selbstverständlich hat die SSVg Velbert das Recht, ihre Meinung zu äußern. Doch man sollte erst einmal die weitere Entwicklung in Ruhe abwarten. Sollte der Fußball-Verband Niederrhein die Saison vorzeitig beenden, erwarte ich angesichts unseres riesigen Vorsprungs in der Tabelle, dass der SV Straelen für die Regionalliga qualifiziert ist. Gegen alles andere würde ich mich mit Händen und Füßen wehren.“

Karim El Fahmi, Geschäftsführer des 1. FC Monheim: „Wichtig ist die gesellschaftliche Verantwortung und die private und allgemeine Situation. Da müssen wir gucken, wie wir die Herausforderungen im engsten Kreis lösen. Darum haben wir uns auch keine Gedanken darüber gemacht, wie es im Fußball weitergehen soll. Es gibt einfach gerade viel wichtigere Sachen als die Frage nach Abbruch oder Verlängerung der Saison. Darüber können wir uns Gedanken machen, wenn abzusehen ist, wann und wie es weitergehen kann.“

Jürgen Schick, Vorsitzender der Sportfreunde Baumberg: „Wir sollten gucken, dass wir die Saison zu Ende spielen können und lieber nach der Pause Englische Wochen fahren, weil wir auch die finanzielle Situation der Vereine im Auge behalten müssen. Vereine sind auch Unternehmen, die Steuern zahlen, und an denen viele Leute dranhängen, die um ihre Existenz bangen. Klar, wenn es schlimmer wird, brauchen wir über eine Fortsetzung nicht zu reden. Die Gesundheit aller ist erst einmal das Wichtigste, und wir tun alles dafür, dass das Virus eingedämmt wird.“