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Ratinger Neujahrslauf kann wegen Corona nicht wie gewohnt stattfinden

Pandemie unterbricht die Tradition : Neujahrslauf findet nur digital statt

Unter den Bedingungen der Coronaschutz-Maßnahmen ist der Traditionslauf im Januar nicht in der klassischen Form möglich. Der ASC Ratingen West hat aber ein Alternativ-Angebot für die Läufer. Organisator Jürgen Robbel erklärt es. Auf die Plätze, Handy, los.

Am Sonntag, 10. Januar 2021 sollte der Ratinger Neujahrslauf zum 43. Mal ausgetragen werden. Angesichts der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie muss der veranstaltende ASC Ratingen-West auf den Lauf, an dem Anfang dieses Jahres 1709 Aktive teilnahmen, aber nun verzichten – zumindest in seiner klassischen Form. Denn das Organisationsteam um Jürgen Robbel sagt die 43. Auflage nicht ab, sondern verlegt sie, und bietet stattdessen einen digitalen Lauf an: vom 3. Januar, 0 Uhr bis 10. Januar, 16 Uhr können Aktive über eine App auf ihrem Handy die gelaufene Zeit über die traditionellen Strecken (siehe Info-Kasten) beim Dienstleister Davengo hochladen, der ASC erstellt daraus dann ein Ranking. Ein Angebot an die Laufsportbegeisterten.

Wie alle Vereine hat der ASC natürlich sehr unter den politischen Beschlüssen gelitten, die einen Lockdown im Amateursport mindestens im November vorsehen. Dennoch will der Klub für die Sportler da sein. „Wir sind in diesem Jahr in einer Sondersituation“, sagt Robbel, der seit sieben Jahren alleinverantwortlich für die Organisation des Neujahrslaufes ist. Der Ministerialbeamte ergänzt: „Wir hatten Ende Oktober beschlossen, den Lauf zu starten und haben ein Hygienekonzept entwickelt, für das wir uns auch mit Georg Mantyk beraten haben, der ja zuletzt den Triathlon Ratingen im Angerbad trotz der Pandemie organisiert hat. Mit diesem Grob-Konzept sind wir zur Stadtverwaltung gegangen, sind damit aber genau in die Beschlüsse zum Lockdown gekommen. Da haben uns die Verwaltung und das Sportamt dann mitgeteilt, dass unter diesen Bedingungen der Neujahrslauf diesmal nicht möglich ist.“

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Die Alternative: Ratinger Neujahrslauf digital. „Das ist erst einmal der Arbeitstitel“, sagt Robbel, „wir wollen es aber bewusst abgrenzen zum 43. Neujahrslauf, weil wir den nur verschieben wollen.“ Also sprachen die Organisatoren mit ihrem Dienstleister, und Robbel freut sich: „Davengo ist auf der Höhe der Zeit. Die haben eine App entwickelt mit einem Anmeldeverfahren und der Möglichkeit, über einen Link die Laufzeit hochzuladen. Für uns war es wichtig und hilfreich, dass es da schon ein Konzept gab, auf dem wir aufsatteln konnten. Das ist zwar immer noch mit einem finanziellen Aufwand für uns verbunden, aber so ist es machbar.“

Normalerweise ist die Ausrichtung des Neujahrslaufes ein nicht unwesentlicher Posten im Jahresbudget des ASC, diesmal wird es maximal ein kleines Plus, eher eine „schwarze Null“ geben. Statt sonst zwischen 12 (Erwachsene) und drei Euro (Bambini) kostet die Teilnahme nun pauschal drei Euro für jeden Läufer. Preisgelder oder Pokale gibt es nicht, vielleicht Urkunden, darüber müssen die Organisatoren noch final beraten. Zwar sind viele Sponsoren wie die Sparkasse und die Stadtwerke auch bei der digitalen Auflage mit an Bord, andere mussten ihr Engagement aber aufgrund der Pandemie-bedingten Einbußen mindestens aussetzen, darunter auch der Flughafen Düsseldorf. „Wir nehmen diese Sponsoren aber trotzdem in die Werbung mit auf. Das sind langfristige Partnerschaften, die wir weiter pflegen wollen“, sagt Robbel.

Wo der Lauf sonst vor allem durch die Innenstadt führt, ist es den Teilnehmern nun freigestellt, welche Strecke sie nehmen. „Theoretisch kann man sich diesmal weltweit anmelden und sogar aus New York mitmachen“, wirbt Robbel. Der ASC setzt auf die Ehrlichkeit der Sportler, dass sie nur Zeiten hochladen, die sie auch wirklich gelaufen sind. Ein kleines Fragezeichen gibt es noch für die Disziplinen der Schüler und Bambini. „Wir wollen da ja keine Zusammenballung provozieren und müssen noch mit den Schulen und Kitas sprechen, wie sie das in ihre Abläufe integrieren können“, sagt Robbel. Die Strecken für diese Altersklassen wurden zudem angepasst, da man ja nicht erwarten kann, dass jedes Kita-Kind mit einem Handy läuft. „Wir wollten die Messungen erleichtern und haben daher die Strecken leicht verändert: Zwei Kilometer für die älteren Schüler, 1,2 für die jüngeren und 0,4 für die Bambini. So können die auch auf einem Sportplatz auf die Laufrunde gehen und da die Zeiten nehmen.“

Auch wenn es eine andere, eine digitale, Auflage wird – die Organisation ist bewährt gut. Der Anmeldeprozess wird ebenfalls bekannt sein und sobald wie möglich starten. Auf die Plätze, Handy, los.