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Lokalsport: Ratinger ist Deutscher Volleyball-Meister

Lokalsport : Ratinger ist Deutscher Volleyball-Meister

Michael Lokmer spielt seit 32 Jahren Volleyball beim CVJM Ratingen. Weil es in seiner Heimatstadt aber kein Turnier-Team in seiner Altersklasse gibt, spielt er für die TSG Rohrbach-Heidelberg. Mit der wurde Lokmers Traum vom Deutschen Meister-Titel nun wahr.

Wenn Michael Lokmer Sport macht, dann will er auch eine Chance haben zu gewinnen. Das war schon früher so, als er als Kind und Jugendlicher leistungsmäßig Judo gemacht hat. Das war so, als er mit 18 Jahren mit dem Volleyball bei der ART begann und schnell zum CVJM Ratingen wechselte, weil dort leistungsorientierter trainiert wurde. Das ist auch heute noch so, da der Ratinger in der Altersklasse Ü47 für die Volleyballer der TSG Rohrbach-Heidelberg als Mittelblocker auf dem Feld steht.

"In Ratingen gibt es aus meinem alten Team kaum Gleichaltrige, mit denen ich hätte weiter spielen können. Der eine Teil ist zehn Jahre jünger als ich, der andere Teil zehn Jahre älter. Da musste ich mir für Wettkämpfe eine andere Mannschaft suchen", sagt Lokmer. Über das Team der ART führte die Senioren-Karriere des inzwischen 50-Jährigen nach Solingen, Moers und Neuss. "Ich wollte aber immer mal an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Das war mit diesen Teams nicht möglich. Über meinen alten Ratinger Teamkollegen Thomas Henrichs bin ich dann nach Heidelberg gekommen", erzählt Lokmer.

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Auch das ist inzwischen 22 Jahre her. Damals arbeitete der Volleyballer viel im Süden Deutschlands und übernachtete in Heidelberg. "Da konnte ich dann direkt mittrainieren und drei, vier Turniere im Jahr spielen", sagt Lokmer, der es einst mit der ersten Mannschaft des CVJM Ratingen bis in die Regionalliga geschafft hatte. "Ohne meinen Ehrgeiz und Geduld wäre ich nicht so weit gekommen - hätte ich damals nicht jeden Tag in der Halle gestanden", sagt Lokmer. Noch heute trainiert er bei seinem Verein in Ratingen. Spiele bestreitet er nur noch für Rohrbach-Heidelberg. "Ich bin seit zwei Jahren Vater und durch meine Tochter Marie anderweitig gut beschäftigt. Daher mache ich neben dem Training nur noch die Turniere für die Senioren, keine mehr für den CVJM", sagt Lokmer.

Weil das Team schon lange zusammenspiele und Freundschaften entstanden seien, nehme er die Reisen zu den Turnieren in Baden-Württemberg immer noch gerne auf sich - auch wenn er schon längst nicht mehr für die Arbeit durch Süddeutschland reisen muss. Neben ihm kommt ein weiterer Spieler des Teams aus Nordrhein-Westfalen, andere leben in Mannheim oder der Heidelberger Umgebung. "Wir können jetzt zwar nicht mehr regelmäßig zusammen trainieren, aber wir kennen uns so gut, dass es völlig reicht, wenn wir uns am Spieltag einspielen", sagt der Ratinger, "das haben die Deutschen Meisterschaften jetzt ja auch gezeigt." Und das Eindrucksvoll: Bei der Meisterschaft der Ü47-Volleyballer in Minden warfen Lokmer und seine Kollegen bereits in der Zwischenrunde Titelverteidiger Norderstedt aus dem Wettbewerb.

"Norderstedt hatte viele ehemalige National- und Bundesligaspieler dabei. Im ersten Satz sahen wir auch richtig schlecht aus, im zweiten Satz haben wir ihr System aber durchbrochen und dann auch den dritten gewonnen", erzählt Lokmer. Es reiche eben nicht, das ganze Spiel auf einige herausragende Spieler auszurichten. "Man braucht ein Team, das zusammenpasst, sich versteht, Ehrgeiz hat und gemeinsam kämpft", sagt der 50-Jährige, der stolz ist, dass er eine Mannschaft gefunden hat, die das vereint. Nach weiteren souveränen Siegen gegen Helios Berlin und im Finale gegen den niedersächsischen VfL Lintorf ging Lokmers Traum - und der des Teams - in Erfüllung: Die Deutsche Meisterschaft war gewonnen. "Das war völlig überraschend. Vor zwei Jahren sind wir Achter geworden, vergangenes Jahr waren wir nicht mal qualifiziert. Jetzt hatten wir uns einfach vorgenommen, mit Spaß und Freude an die Sache zu gehen und zu schauen, was daraus wird", sagt Lokmer.

Umso glücklicher sei er, dass er den Titel nun endlich gewonnen habe. "Als Erster an den applaudierenden anderen Teams vorbei zum Podest zu laufen und die Nationalhymne zu hören, das war schon sehr emotional", sagt Lokmer. Aufhören will er mit dem Turnier-Volleyball jetzt aber nicht: "Wir haben ja schließlich einen Titel zu verteidigen. Dafür reicht unser Ehrgeiz immer noch."

(RP)