1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

Lokalsport: Ratingen verliert Titel erneut gegen Bocholt

Lokalsport : Ratingen verliert Titel erneut gegen Bocholt

Ohne ihre Top-Spielerinnen unteralgen die Tennis-Bundesligafrauen des RTC im letzten Saisonspiel beim Meister mit 4:5.

Es war knapp und doch hat es für den Ratinger Tennisclub Grün-Weiß auch im dritten Anlauf nicht zum Sieg gegen Fidona Bocholt und zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft gereicht - 5:4 hieß es nach dem Saisonfinale der Frauen-Tennisbundesliga in Bocholt. Damit ist der Gastgeber der alte und neue Meister.

Nach den Einzeln hatte es 4:2 für Favorit Bocholt gestanden - der bei seinem Heimspiel mit dem Großteil seiner Top-Spielerinnen antreten konnte. Weil der Meister direkt das erste Doppel gewann und damit als Sieger feststand, gaben die beiden übrigen Bocholter Doppel auf. Die Ratingerinnen Tatjana Maria und Sesil Karatantcheva hatten gegen Irina-Camelia Begu und Anna-Lena Grönefeld, die bei den French Open das Mixed gewonnen hatte, trotz starken Spiels keine Chance und verloren mit 6:2 und 6:1. "Das hört sich nach einem klaren Sieg an. Tatsächlich waren aber die Spiele in beiden Sätzen recht eng und unser Doppel hat gut mitgehalten", sagte RTC-Teammanager Daniel Meier. Auch die beiden anderen Doppel wären ohne die Aufgabe der Bocholterinnen in den Match-Tiebreak gegangen.

"Das zeigt, dass wir diesmal eine echte Chance hatten, zu gewinnen. Leider haben wir etwas unglücklich doch wieder verloren. Wenn wir ein Einzel mehr gewinnen, dann sieht alles anders aus", sagte Meier, der wie sein Trainer enttäuscht war, dass seine Top-Spielerinnen nicht zu einem Einsatz zu bewegen waren. "Es ist ärgerlich, dass wir keine unserer Top-Spielerinnen aufbieten konnten - sei es wegen Verletzung, sei es wegen anderweitiger Verpflichtungen. Neben dem sportlichen Aspekt hätte das allen anderen auch nochmal einen Extra-Push gegeben", sagte RTC-Trainer Oliver Selbach. Die Deutsche Andrea Petkovic, Halbfinalistin der French Open, sowie die übrigen Top-Fünf-Spielerinnen des RTC stand dem Team nicht zur Verfügung.

Stefanie Voegele war als Nummer sechs der Meldeliste die am stärksten eingestufte Spielerin des RTC. Ebenfalls dabei war die Nummer sieben Maria-Teresa Torro-Flor. Fidona Bocholt hingegen stellte wenigstens seine Nummer drei bis fünf auf. Obwohl beide Teams vor dem letzten Spieltag punktgleich waren, gingen die Bocholterinnen dadurch als recht klare Favoritinnen ins Finale. "Gerade oben ist Bocholt wieder besser aufgestellt gewesen als wir", sagte Meier.

Das erste Einzel ging mit 6:2 und 6:1 dann auch deutlich verloren. Die Weltranglisten 77. Voegele hatte keine Chance gegen die druckvoll aufspielende Tschechin Barbora Zahlavova Strycova, die Nummer 57 der Welt. Nach zweistündiger Regenpause verlor dann auch Tatjana Maria klar mit 6:4 und 6:3. Ana Vrljic unterlag zudem im Match-Tiebreak mit 10:4 gegen Richel Hogenkamp - 3:0 hieß es somit für den Meister. "Vrljic hätte vom Spielverlauf her klar gewinnen müssen. Dann wäre ein Sieg durchaus im Bereich des Möglichen gewesen", sagte der Teammanager.

Dass man den Bocholterinnen den Sieg nicht kampflos überlassen wollte, zeigte auch die wieder einmal starke Spanierin Torro-Flor. Wie schon in der ersten Runde der French Open besiegte sie die Weltranglisten 31. Klara Koukalova. Weil zudem Karatantcheva nach Aufgabe ihrer Gegnerin einen weiteren Matchpunkt für den RTC holte, war die Meisterschaftsentscheidung auf die Doppel vertagt.

Deutlich bessere Chancen hätten die RTC-Spielerinnen dort noch gehabt, wäre Mandy Minellas großer Kampf in ihrem Einzel belohnt worden. Sie musste sich jedoch im Tiebreak des zweiten Satzes gegen die Bocholter Nummer fünf, Alexandra Cadantu, geschlagen geben. In den Doppeln mussten die Ratingerinnen also hoffen, dass Grönefeld/Begu einen schlechten Tag erwischen oder das eigene Doppel Maria/Karatantcheva die Sensation schafft. Weil die ausblieb, gewann Fidona Bocholt zum dritten Mal in Folge im letzten Spiel gegen Ratingen die Deutsche Meisterschaft. "Die Enttäuschung sitzt sehr tief. Es war das erste Mal, dass ich dachte, wir gewinnen. Glückwunsch an Bocholt. Aber wir haben eine Super-Truppe zusammen und greifen nächstes Jahr bestimmt wieder an", sagte Teammanager Daniel Meier.

Er will sich nun aber auch Gedanken darüber machen, mit welchen der Top-Spielerinnen es noch Sinn macht, weiter zu arbeiten: "Wir müssen schauen, wer wirklich bereit ist, auch für uns zu Spielen."

(RP)