Ratingen fliegt mit zwei Verletzten aus dem Niederrheinpokal

Fußball : Teures Niederrheinpokal-Aus für 04/19

In der vierten Minute der Nachspielzeit trifft Landesligist FSV Duisburg gegen den Oberligisten zum 1:0. Zudem verlieren die Ratinger die verletzten Emre Demircan und Kapitän Phil Spilmann, die nun länger ausfllen werden. Sonntag kommt die SSVg. Velbert, Trainer Alfonso del Cueto spricht von einer schwierigen Aufgabe.

Bitterer konnte der Abend aus Sicht von Ratingen 04/19 nicht laufen. Der Oberligist schied in der zweiten Runde des Niederrheinpokals beim Landesligisten FSV Duisburg aus – nach einem Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit. Und als ob das nicht schon ärgerlich genug wäre, hat Trainer Alfonso del Cueto auch noch zwei schwer verletzte Spieler zu beklagen: Emre Demircan verdrehte sich nach einem Foul das Knie und musste raus, Phil Spillmann wurde nach 45 Minuten übel von Ex-Profi Jeff Gyasi am Fuß getroffen – der Kapitän hielt zwar bis zum Ende durch, musste aber am Donnerstag ins Krankenhaus, eine MRT-Untersuchung wird erst am Dienstag genau erkennen lassen, wie schwer er verletzt ist.

Was Ratingens Trainer Alfonso del Cueto besonders ärgerte: „Es gab bei beiden Szenen nicht einmal Gelb.“ Es waren aus Sicht der Gäste nicht die einzigen Situationen, in denen Schiedsrichter Felix May nicht richtig entschied – auch der Siegtreffer durch Emir Alic sei nicht regelkonform gefallen, berichteten die Ratinger Spieler. „Nach einer Ecke, die eigentlich vermeidbar war und bei der Spillmann sichtlich Probleme mit seinem Fuß hatte, erzielt Duisburg aus dem Gewühl heraus das Tor – es war aber die Hand dabei. Danach hat der Schiedsrichter das Spiel gar nicht erst wieder angepfiffen. Das ist sehr unglücklich gelaufen“, ärgerte sich del Cueto.

Der Trainer wollte den Grund für das Pokal-Aus aber nicht beim Unparteiischen suchen. „Wir haben viel Aufwand betrieben und waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Wir sind gut über Außen durchgekommen, haben bestimmt 20 Flanken von jeder Seite gehabt. Aber der letzte Ball war dann nie genau genug. Wir haben Pfosten und Latte getroffen, aber eben nicht ins Tor“, sagte del Cueto. Nach der 0:2-Niederlage am Sonntag in der Liga beim TVD Velbert war es nun das zweite Spiel, in dem die Ratinger nicht trafen. „Es ist nicht so einfach, gegen solche Mannschaften zu spielen. Duisburg war sehr robust und kampfstark und liegt uns wohl einfach nicht. Wir sind vor zwei Jahren schon gegen den FSV im Pokal ausgeschieden und haben auch in der Liga letztes Jahr gegen ihn verloren“, erinnerte del Cueto an das 0:1 im Heimspiel im April, das den Duisburger Abstieg am Saisonende allerdings auch nicht verhinderte.

Trotz des Pokal-Aus’ sagte del Cueto: „Ich habe gut geschlafen. Normalerweise schlafe ich schlecht, wenn wir verloren haben, aber die Leistung war gut.“ Sorgen bereitet ihm nun neben den beiden verletzten Spielern die Ausbeute vor dem gegnerischen Tor. „Wir wissen, dass wir im Training am Abschluss arbeiten müssen. Der muss wieder besser werden“, sagte del Cueto, dessen Team am Sonntag (15 Uhr, Ratinger Stadion) die SSVg. Velbert in der Oberliga empfängt. „Das ist eine Mannschaft, die für mich eigentlich mit Straelen der Favorit ist, die Meisterschaft zu gewinnen“, sagte der Ratinger Coach. Allerdings steht die SSVg. mit derzeit sieben Zählern drei Punkte und drei Plätze schlechter als das siebtplatzierte 04/19. „Bei den Velbertern läuft es noch nicht so rund – das kann schwierig für uns werden. Aber wir haben in den bisherigen Heimspielen gut ausgesehen“, sagte del Cueto. Zwei Siege gab es in den beiden Partien in Ratingen bislang in dieser Saison.

Nun kommt aber die personelle Situation hinzu. „Mit den beiden Verletzten aus dem Pokalspiel muss ich mal gucken, wie ich aufstelle“, sagte del Cueto und ergänzte: „Vor allem Phil Spillmann ist bei uns eigentlich nie zu ersetzen.“ Zudem fehlt auch immer noch Torjäger Moses Lamidi, für den die Partie gegen Velbert aber die letzte ist, die er aufgrund seiner Sperre verpassen wird. Del Cueto betonte: „Ich muss die Jungs nach dem Pokalspiel noch aufbauen. Sie waren enttäuscht, dass sie sich für den großen Aufwand nicht belohnt haben. Aber wir müssen den Pokal jetzt abhaken und uns voll auf die Liga konzentrieren.“

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