Ratingen 04/19 tritt in der Oberliga beim VfB Hilden an

Fußball : Potzler will sich für das Derby anbieten

Der 18-jährige Stürmer Tim Potzler ist mit sieben Toren und vier Vorlagen bester Scorer von Ratingen 04/19 in dieser Saison der Fußball-Oberliga, war zuletzt aber ein wenig außen vor, was auch der Systemumstellung geschuldet war. Am heutigen Samstag geht es zum VfB Hilden, beide Teams wollen von ihren Weihnachtsfeiern gewinnen.

Wenn alle anderen mitspielen, kann Ratingen 04/19 am heutigen Samstag sogar auf einen einstelligen Tabellenplatz springen. Denn die Fußball-Oberliga ist dreigeteilt: Herbstmeister SV Straelen zieht an der Spitze einsam seine Kreise, die vier Abstiegsplätze sind auch seit Wochen von denselben Teams belegt, aber zwischen den beiden Enden der Tabelle ist es äußerst eng. So haben die Ratinger als Tabellenzwölfter mit 24 Punkten nur zwei Zähler weniger als der -Achte FC Kray. Gelingt im Derby am heutigen Samstag (15 Uhr, Hoffeldstraße) beim direkten Verfolger VfB Hilden (23 Punkte) ein Sieg, könnte das bei Niederlagen der davor platzierten Konkurrenten zu einem einstelligen Platz reichen.

Das würde die Ratinger, die als Saisonziel einen Platz unter den Top Fünf ausgegeben haben, zum Jahresabschluss versöhnen und für eine gute Stimmung auf der anschließenden Weihnachtsfeier sorgen. Eine solche feiern aber auch die Hildener mit ihren drei Herrenteams am Abend, und da soll die Stimmung natürlich nicht so gedrückt sein wie nach der 2:5-Hinspielschmach. VfB-Kapitän Stefan Schaumburg sagt auch mit Blick auf die 0:3-Niederlage beim FC Monheim am vergangenen Sonntag: „Wir sind mega motiviert, den Fehler wieder gutzumachen und diesmal die drei Punkte zu holen, denn es wäre eine gute Hinserie, wenn wir mit 26 Punkten in die Winterpause gehen.“ Der Kapitän nimmt sich dabei selbst in die Pflicht: „Mit spielerischer Klasse vorangehen, nicht so viele Fehlpässe spielen, mehr im Spiel sein und mehr Bälle fordern.“

Tugenden, die gegen 04/19 dringend notwendig sind, die aber auch die Ratinger in die Waagschale werfen wollen. „Es ist immer gut, wenn man das letzte Spiel des Jahres gewinnt, das geht den Hildenern aber genauso. Daher treffen am Samstag zwei Wünsche aufeinander“, sagt 04/19-Trainer Frank Zilles und ergänzt: „Wir wissen, dass es an der Hoffeldstraße turbulent und heißblütig zugeht. Wir müssen das annehmen und dürfen nicht lethargisch sein, denn Hilden ist sehr heimstark.“

Allerdings hat VfB-Trainer Marc Bach personelle Probleme. Ogün Serdar zog sich in Monheim eine Knieverletzung zu, Fabian zur Linden muss wegen seiner fünften gelben Karte pausieren. Konstantinos Moulas (Sprunggelenk) fällt ebenso wie Simon Metz (Adduktorenprobleme) weiter aus. Der VfB-Trainer muss also eine neue Abwehr formieren, für die sich Rückkehrer Patrick Percoco anbietet, aber auch der erfahrene Dominik Donath, der sich in die VfB-Zweite zurückzog. Im Mittelfeld kann Rainer Gagel auf eine weitere Bewährungsprobe hoffen: Der 19-Jährige gehört ab sofort fest zum Oberliga-Kader, da sich Marcel Elsner in der Winterpause aus beruflichen Gründen zur SG Hackenberg verabschiedet. „Menschlich ist das ein Verlust, sportlich hat er leider in dieser Saison nicht in die Spur gefunden“, sagt Bach.

Sein Gegenüber hofft, dass eines seiner Talente wieder zurück zur Form des Saisonstarts findet: Tim Potzler war bei Zilles zuletzt ein wenig außen vor, saß beim 0:2 gegen Baumberg 90 Minuten draußen. Dabei ist der 18-Jährige mit sieben Toren und vier Vorlagen mit Abstand bester Scorer der Ratinger. „Er hatte schon gute Phasen, hat dann aber gegen Kray und Monheim die Hoffnungen nicht so recht erfüllt, also musste ich gegen Baumberg etwas ändern“, sagt Zilles, betont aber: „Tim gibt im Training Gas und versucht, sich anzubieten. Das ist der richtige Fingerzeig. Es kann also sein, dass er Samstag wieder aufläuft.“ Allerdings fiel der junge Stürmer auch der Systemumstellung von Zilles zum Opfer, der das Mittelfeld gegen Baumberg massierte. Der Trainer erklärt am Beispiel Potzler: „Einen Rechtsfuß auf links zu haben, ist für den Fall prädestiniert, dass man dominant auftritt. Wenn man aber aus der Tiefe kommt, ist es nicht so ratsam. Bei einem kleinen Platz wie an der Hoffeldstraße ist es für einen Rechtsfuß von links schwierig, nach innen zu dribbeln. Da geht der Ball überall hin, nur nicht aufs Tor.“

Wie er taktisch spielen lässt, verrät Zilles nicht, klar ist: „Wir könnten mit einem Sieg durchpusten und die Pause genießen.“ Und eventuell auf einem einstelligen Tabellenplatz landen. „Zilles lacht: „Ja, das wäre schön. Es ist aber von Platz 14 bis fünf alles eng. Wir müssen jetzt eine kleine Serie starten und sie im Neuen Jahr ausbauen.“