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Ratingen 04/19, Sportfreunde Baumberg, 1. FC Monheim, VfB 03 Hilden

Fußball, Oberliga : „Es lohnt sich, Oberliga zu gucken“

Die ersten beiden Spieltage der aktuellen Saison in der Fußball-Oberliga brachten im Schnitt 4,18 Treffer pro Partie – ein auffällig hoher Wert. Gründe könnten der neue Modus oder die Corona-Pause sein. Vielleicht pendelt sich aber auch alles wieder ein.

Die aktuelle Saison der Fußball-Oberliga ist bislang die torreichste der vergangenen sechs Jahre. 43 Treffer fielen am ersten Spieltag, sogar 49 am zweiten, jeweils in elf Spielen. Bedeutet 3,91 Treffer im Schnitt am ersten und sogar 4,45 am zweiten Spieltag. Zusammengerechnet gibt das einen Schnitt von 4,18 Toren pro Spiel. Das ist exakt einen Treffer mehr als in der Vorsaison, wo es an den ersten beiden Spieltagen 3,18 Tore im Schnitt gab. In den Saisons 2019/20 und 2018/19 waren es jeweils 3,44 Treffer pro Spiel, torreicher ging es in der Saison 2017/18 mit 3,89 Treffern pro Partie zu. In der Saison 2016/17 waren es exakt 3,5 (siehe Info-Kasten).

Martin Hasenpflug, Trainer von Ratingen 04/19, findet: „Es lohnt sich, dieses Jahr Oberliga zu gucken.“ Sein Team ist offensiv noch nicht so in Erscheinung getreten wie beispielsweise Spitzenreiter Schonnebeck mit zehn oder Verfolger SSVg Velbert mit neun Treffern in zwei Spielen. Die Ratinger haben aktuell ein Torverhältnis von 3:2 und auch deswegen gerade mit Ali Gülcan vom Westfalen-Oberligisten Preußen Münster II noch einmal offensiv nachgelegt. Hasenpflug sieht den neuen Modus der Liga, in der es nach der Hinrunde eine Aufteilung in eine Auf- und eine Abstiegsrunde geben wird, als ursächlich für die Torflut an: „Vielleicht sind die Mannschaften jetzt offensiver orientiert, weil sie in die Aufstiegsrunde wollen“, sagt der Ratinger Coach.

 Salah El Halimi, Trainer der Sportfreunde Baumberg.
Salah El Halimi, Trainer der Sportfreunde Baumberg. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)
  • Eines von bislang zwei Standardtoren: BreelEmbolo
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  • DEG-Coach Harold Kreis.
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Salah El Halimi, Trainer der Sportfreunde Baumberg, hat einen anderen Ansatz: „Das liegt an der langen Corona-Pause“, schätzt er. Vor allem das eigene 2:6 bei der SSVg Velbert, das sein Team nach der 0:3-Auftaktniederlage gegen den anderen Favoriten 1. FC Bocholt auf den letzten Platz abrutschen ließ, habe dazu Anschauungsmaterial geliefert: „Jedem unserer Gegentore geht da ein individueller Fehler voraus“, sagt El Halimi, und für ihn ist klar, dass da Automatismen und Spiel-Rhythmus fehlen. Hinzu kommt im Fall der Baumberger eine Vielzahl an verletzten Spielern, so dass an ein Einspielen während des Trainings gar nicht zu denken ist.

 Dennis Ruess, Trainer des 1. FC Monheim.
Dennis Ruess, Trainer des 1. FC Monheim. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Dennis Ruess, Trainer des 1. FC Monheim, kann beide Ansätze nicht recht nachvollziehen: „Ja, es ist auffällig, dass von 23 Mannschaften gefühlt 19 gesagt haben, dass sie in die Aufstiegsrunde wollen. Aber ob sie deswegen mit hochgeklapptem Visier spielen und nur auf Offensive gehen, weiß ich nicht. Und fehlende Automatismen scheint es ja nicht bei allen Mannschaften zu geben: Andere schießen ja auch viele Tore und kassieren wenige.“ Ruess weiß zwar: „Fußball ist ein Fehlersport, und wenn der Rhythmus fehlt, passieren Fehler und so entstehen Tore“, aber als Hauptursache für die aktuelle Torflut mag er das nicht ausmachen: „Das ist mir nach zwei Spieltagen zu früh. Da finde ich es schwierig, da eine Richtung rauszulesen. Vielleicht ist der Qualitätsunterschied in der Liga auch einfach höher. Das kann man aber frühestens nach zehn Spieltagen mal bewerten.“

 Tim Schneider, Trainer des VfB Hilden.
Tim Schneider, Trainer des VfB Hilden. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Tim Schneider, Trainer des VfB 03 Hilden, steht mit einem Torverhältnis von 3:3 einem Team vor, das an den ersten beiden Spieltagen keine Torfestivals erlebt hat – wie die beiden Gegner, Ratingen 04/19, das 2:1 bezwungen wurde, und der FC Monheim, bei dem es eine 1:2-Niederlage gab. „Ich bin ja ein Trainer, der aus einer kompakten Grundordnung spielen lassen will“, erklärt Schneider seinen Ansatz und ergänzt: „Wenn wir hinten keinen kassieren, sind wir vorne immer stark genug, ein Tor zu machen.“ Die Vielzahl an Treffern generell in der Liga nimmt Schneider zur Kenntnis und meint: „Vielleicht war es bei anderen Spielen eher ein offener Schlagabtausch als bei uns.“ Wie etwa das 4:4 vom ersten Spieltag zwischen Niederwenigern und St. Tönis.