Ratingen 04/19 ist weit von seinen Zielen in der Oberliga entfernt

Fußball-Analyse : 04/19 hat noch viel Arbeit vor sich

Nach zehn Spieltagen in der Fußball-Oberliga sind die Ratinger Tabellenzehnter. Eigentlich wollen sie unter die ersten Fünf. Die Probleme liegen nach dem ordentlichen Saisonstart vor allem in der Offensive, in der es viel Aufwand, aber zu wenig Ertrag gibt.

Zwei Saisonziele hat Ratingen 04/19 vor dieser Saison ausgegeben: Unter die ersten Fünf soll es am Ende gehen, zudem sollen die Heimspiele attraktiver werden. Nach zehn Spieltagen in der Fußball-Oberliga fällt die erste Bilanz ernüchternd aus: Nach der 1:2-Heimniederlage gegen den Vorletzten Cronenberger SC am vergangenen Sonntag sind die Ratinger Tabellenzehnter, die jüngsten drei Heimspiele wurden nicht gewonnen (0:0 gegen SSVg. Velbert und SpVg. Schonnebeck, 1:2 gegen Cronenberg). Katerstimmung.

Trainer Alfonso del Cueto gibt unumwunden zu: „Das ist nicht gut, damit können wir nicht zufrieden sein. Uns fehlen aus dem Spiel gegen Cronenberg drei Punkte und vielleicht noch zwei weitere. Dann sähe es besser aus. Jetzt müssen wir am Sonntag im schweren Spiel in Meerbusch punkten, sonst hängen wir unten drin.“

Dabei hatte die Spielzeit durchaus ordentlich begonnen, nach dem 0:4 zum Start bei den Sportfreunden Baumberg gab es den überzeugenden 5:2-Heimsieg gegen den VfB Hilden, ein 2:0 beim 1. FC Kleve und ein 3:1 daheim gegen Union Nettetal. Vor allem das zweite Saisonziel, die Heimspiele wieder attraktiver zu gestalten, schienen die Ratinger da erreichen zu können. Seitdem – also Ende August – gab es aber nur noch einen Sieg aus sechs Spielen, das 5:1 – nach 0:1-Pausenrückstand – beim Schlusslicht Niederwenigern. Rechnet man diese Partie heraus, hat 04/19 seit dem 1. September gerade einmal zwei Tore in fünf Spielen erzielt, je eines bei den Niederlagen in Straelen (1:4) und gegen Cronenberg.

Damit ist klar, wo der Schuh der Ratinger drückt: in der Offensive. „Da fehlt mir einfach die Entschlossenheit“, sagt del Cueto. „Wir haben vorne viele junge Leute, aber auch ein Moses Lamidi muss mit seiner Erfahrung mehr machen.“ Der Ex-Profi steht bei einem Saisontreffer, die besten Torschützen sind der 18-jährige Tim Potzler und Yassin Merzagua (22) mit je vier Treffern.

Dabei spielen die Ratinger gar nicht schlecht, nur der Ertrag stimmt einfach nicht. Das Spielsystem ist darauf ausgelegt, über die Außenbahnen zu kommen und in die Mitte zu flanken. Allerdings fehlen dort regelmäßig Abnehmer für diese Bälle. Und bei Standards ist 04/19 nahezu komplett ungefährlich, da machte zuletzt Cronenberg vor, wie es geht: Beide Treffer in Ratingen fielen nach Standards (Ecke und Freistoß). Es gibt also viel, woran 04/19 arbeiten muss, um seine Ziele zu erreichen.

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