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Ratingen 04/19 hofft auf Lockerungen des Lockdowns für alle Klubs

Sport in der Pandemie : Das ist der Fahrplan für den Jugendfußball

Die Sportvereine plädieren für schrittweise Öffnungen des Trainingsbetriebs der Jugend. Allein Ratingen 04/19 hat 24 Mannschaften gemeldet. Es gibt zwei Szenarien, wie die Saisons fortgesetzt werden können, realistisch ist eine Einfachrunde nach den Osterferien.

Vor dem Wochenende hat Ratingen 04/19 einen Offenen Brief veröffentlicht und auch an die für den Sport zuständige Staatssekretärin in NRW, Andrea Milz, geschickt, in dem der Fußball-Oberligist für eine schrittweise Öffnung des Trainingsbetriebs vor allem für die Kinder und Jugendlichen plädierte. Zwar gab es nun eine erste Lockerung des Bundeslandes, dass ab dem heutigen Montag „Sport allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes auf Sportanlagen unter freiem Himmel“ wieder erlaubt ist, aber es gilt auch: „Der weitere Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen Sportanlagen ist weiterhin unzulässig.“

Also gibt es für Mannschaftssportarten keine Neuerung. Der faktische Lockdown des Amateur- und Breitensports ist von der Politik bis zunächst 7. März verlängert worden – so richtig verstehen kann aber niemand, warum ab dem heutigen Montag die Kindertagesstätten wieder geöffnet sind, dieselbe Altersklasse aber nicht nachmittags draußen Sport treiben darf.

 Stellvertretend für die Situation im Jugendfußball: Auch die C1 von Ratingen 04/19 steht derzeit noch still.
Stellvertretend für die Situation im Jugendfußball: Auch die C1 von Ratingen 04/19 steht derzeit noch still. Foto: 04/19

Stolze 24 Jugendmannschaften hat Ratingen 04/19 für die seit rund drei Monaten unterbrochene Saison 2020/21 gemeldet. Der Verein war einer der ersten der Region, der nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr wieder den Trainingsbetrieb für seine Junioren ermöglichte, weil er ein umfangreiches Hygienekonzept geschrieben und in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt umgesetzt hatte. Der Klub investierte – wie etliche andere Vereine aus allen erdenklichen Sportarten in der Folge – eigene finanzielle Mittel für die Anschaffung von Desinfektionsmitteln und führte unter anderem pandemie-taugliche Trainingsformen ein, die Sport auf Abstand ermöglichten. Die Chance, das zu wiederholen, erhofft sich 04/19 nun auch wieder für alle Klubs.

Aber wie geht es mit den unterbrochenen Saisons im Jugendbereich weiter? Auf der jüngsten Kreissitzung wurden die Szenarien besprochen, stets in der Annahme, dass ab dem 7. März stufenweise gelockert und Training wieder ermöglicht wird. Szenario eins sieht dabei eine Rückkehr zum Spielbetrieb ab dem 27. März, also dem ersten Wochenende der Osterferien, vor – dann seien bis zum regulären Saisonende am 26. Juni noch 14 Spieltage möglich, so dass grundsätzlich alle Leistungs- und Kreisklassen von den D- bis zu den A-Junioren beendet werden könnten. Das gilt indes nur als Wunsch.

Realistischer ist da das zweite Szenario: Erst nach den Osterferien, also ab 17. April, wird wieder gespielt, dann allerdings nur in einer Einfachrunde in allen Klassen, das heißt 50 Prozent der eigentlichen Anzahl der Spiele sind zu absolvieren. Das reicht aber, um die Saison zu einer Wertung kommen zu lassen.

Einigermaßen sicher – die Pandemie kann da natürlich immer zu Verwerfungen führen – erscheint derzeit, dass die Qualifikationsrunden für die kommenden Spielzeiten wieder nach den Sommerferien, also unmittelbar vor Beginn der neuen Saison, gespielt werden. So war es auch im vergangenen Sommer. Die Voraussetzung dafür ist laut Verband aber, dass die laufende Spielzeit gewertet werden kann und eben nicht annulliert wird.

Sollten die anvisierten 50 Prozent der Spiele nicht absolviert werden können, sollte die Saison also ohne Wertung abgebrochen werden, wären die Mannschaften aus der aktuellen Spielzeit für dieselben Klassen in der nächsten Saison wieder gesetzt. Qualifikationsrunden würde es dann nicht geben. Eine Annullierung ist laut Jugendspielordnung generell möglich, hierüber müsste dann der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) entscheiden.

Der aktuelle Stand in den Jugendligen sieht so aus: Auf Ebene des FVN stehen bei den A- bis C-Junioren in der Niederrheinliga ebenso noch sieben Spieltage bis zum Abschluss der Hinrunde aus wie bei den B- und C-Juniorinnen in der Leistungsklasse. Ebenfalls in der Leistungsklasse sind bei den D-Junioren noch sechs Mannschaften ganz ohne Spiel, in den Kreisklassen betrifft das fünf Mannschaften bei den B-Juniorinnen und acht Teams bei den D-Junioren. In derselben Klasse haben die C-Juniorinnen noch vier Spieltage bis zum Abschluss der Hinrunde, für die D-Juniorinnen stehen noch sieben Spieltage bis zum Ende der Doppelrunde aus.

Noch gar nicht gespielt haben die G- und E-Junioren weiblich wie männlich. Diese könnten aber jederzeit anfangen, meint der Verband. Es müsste halt nur das Okay der Politik geben, die Kleinsten wieder auf die Plätze zu lassen.