Ratingen 04/19 empfängt den Tabellenzweiten der Oberliga

Fußball : RSV weiß, wie es gegen Schonnebeck geht

Am Sonntag kommt der bis dato ungeschlagene Tabellenzweite der Fußball-Oberliga nach Ratingen. Die Gastgeber möchten den Essenern natürlich die erste Niederlage zufügen, in der Vergangenheit hat das schon mal geklappt. Trainer Alfonso del Cueto schiebt aber den Gästen die Favoritenrolle zu.

Es ist eines der beiden Spitzenspiele in der Fußball-Oberliga an diesem Sonntag: Zeitgleich zum Duell des Tabellendritten FC Monheim gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer SV Straelen empfängt die Ratinger Spielvereinigung (RSV) 04/19 als Fünfter den Tabellenzweiten SpVg. Schonnebeck (beide 15 Uhr). Die Gäste aus Essen haben in dieser Saison noch nicht verloren, dreimal spielten sie 2:2, zuletzt zweimal in Folge, davor gab es vier Siege. „Sie stehen zwei Punkte vor uns, darum sind sie der Favorit“, sagt Ratingens Trainer Alfonso del Cueto. So einfach ist Fußball.

So einfach ist es aber natürlich nicht. Schonnebeck hat sich in der Vergangenheit durchaus schwer getan im Ratinger Stadion. Am 14. Spieltag der Vorsaison gewann 04/19 sein Heimspiel 3:0, in der  Spielzeit 2017/18 führte die RSV zur Halbzeit noch 1:0 und verlor knapp 2:3, in der Saison davor gab es ein wahres Schützenfest beim 6:3-Sieg. Im allerersten Aufeinandertreffen beider Klubs in der Oberliga hatte allerdings Schonnebeck in der Dumeklemmerstadt mit 2:1 die Nase vorn, generell ist die Bilanz der Ratinger negativ (siehe Info-Kasten).

Diese will die RSV natürlich aufbessern und Schonnebeck die erste Saison-Niederlage zufügen. „Wir haben gezeigt, dass wir gegen sie bestehen können, aber dafür müssen wir schon ein richtig gutes Spiel machen“, sagt del Cueto und ergänzt: „Das ist eine sehr gute Mannschaft, die zwar auch ein paar jüngere Spieler dabei hat, sich aber auch richtig gut verstärkt hat, etwa mit den Verteidigern Kai Nakowitsch und Adrian Schneider, die aus der Regionalliga gekommen sind. Und von uns haben sie ja auch noch Orhan Dombayci für die Defensive bekommen. Das wird schon sehr schwer für uns.“ Zumal im Sturm in Marc Engler auch ein Stürmer steht, der in den sieben Saisonspielen bisher sechsmal getroffen hat. Trotzdem sagt del Cueto auch: „Wir haben in unseren drei Heimspielen bislang gut gespielt – das versuchen wir wieder. Vielleicht ist unser großer Platz ein Vorteil, aber andererseits freuen sich die anderen Mannschaften ja auch immer, auf einem so schönen Rasenplatz zu spielen.“

Unter der Woche hatten die Ratinger eine erfolgreiche Generalprobe: Sie gewannen bei Regionalligist Fortuna Düsseldorf II 3:2. Zwar bekamen auch Stammspieler wie Kaiptän Phil Spillmann, Erkan Ari und Gian-Luca Silberbach Spielanteile, hauptsächlich setzte del Cueto aber die Akteure ein, die bislang noch nicht so zum Zuge gekommen sind oder Nachholbedarf haben. Letzteres gilt für Ali Can Ilbay, der beim 5:1-Sieg vergangenen Sonntag bei den Sportfreunden Niederwenigern zur Halbzeit ausgewechselt wurde, nachdem er in den 45 Minuten zuvor kaum zu sehen gewesen war. „Er hat sich da ein bisschen versteckt, und ich habe ihn in der Halbzeit gefragt, was los ist, ob er Schmerzen hat“, berichtet del Cueto und fährt fort: „Er hat nur gesagt, dass erkörperlich Probleme hat. Bevor er zu uns gekommen ist, hat er ein Jahr lang kein Spiel mehr über 90 Minuten bestritten. Er hat jetzt ein paar Kilo zu viel und muss den Biss haben, fit zu werden. Er ist immer noch sauschnell, aber an der Fitness muss er etwas tun.“ Darum gab es für Ilbay am Donnerstag ein paar Extra-Läufe im Training.

Die haben die jungen Wilden von 04/19 nicht nötig, vor allem Tim Potzler (18) und Tobias Peitz (21) haben bisher voll überzeugt, auch Diamant Berisha (19) ist gut drauf. „Peitz ist schon im dritten Jahr bei uns und bekommt alle Spielpraxis, die er braucht. Er muss noch ein bisschen an der Passtechnik arbeiten, aber sein Kopfballspiel und seine Einstellung sind hervorragend“, lobt del Cueto, der hofft, dass seine jungen Akteure weiter „einfach drauf los spielen“. Er warnt aber auch: „Jetzt kommen mit Schonnebeck und dann Straelen zwei große Kaliber. Da müssen wir sehen, wie wir uns verkaufen.“

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