27. Auflage beim TV Ratingen Das Mehrkampf-Meeting im Überblick

Service | Ratingen · Sportlich, spannend und nachhaltig wird es am Wochenende beim 27. Mehrkampf-Meeting des TV Ratingen und des Deutschen Leichtathletik Verbandes auch dank der 300 Helfer des Vereins und des Namenssponsors Stadtwerke.

Vannessa Grimm, hier beim Kugelstoßen während der Europameisterschaft in Rom, will sich in Ratingen noch für Olympia qualifizieren

Vannessa Grimm, hier beim Kugelstoßen während der Europameisterschaft in Rom, will sich in Ratingen noch für Olympia qualifizieren

Foto: dpa/Michael Kappeler

Am Wochenende richtet der TV Ratingen mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) die 27. Auflage des Mehrkampf-Meetings im Stadion aus. Ein Überblick.

Zeitplan

Der Auftakt soll schon am Freitag ab 17 Uhr erfolgen mit der Athletenpräsentation auf dem Marktplatz während des dortigen Feierabendmarktes und vor dem Public Viewing der Fußball-Europameisterschaft. „Das haben wir im Vorjahr zum ersten Mal gemacht und ist super angekommen“, sagt Claudia Erwes-Sidar, die stellvertretende Vorsitzende des TVR, und ergänzt: „Da sind in der Ratinger Bevölkerung Sportler zum Anfassen direkt vor Ort. Das demonstriert das Familiäre unseres Meetings.“ Allerdings ist dieser Punkt wetterabhängig und deshalb „mit einigen Fragezeichen versehen“, wie Meetingdirektor Michael Mottl betont: „Bei strömendem Regen wird es sicher keine Präsentation geben.“ Am Samstag starten die Wettkämpfe im Stadion um 11 Uhr, am Sonntag um 10 Uhr, Einlass ist jeweils 60 Minuten vorher.

Teilnehmer

20 Zehnkämpfer und 24 Siebenkämpferinnen sind gemeldet. Punktbester Athlet im Feld ist Karel Tilga aus Estland mit 8681 Zählern, direkt gefolgt von Kai Kazmirek (8580), der schon zweimal in Ratingen gewann. Insgesamt sind 15 Zehnkämpfer dabei, die schon die Marke von 8000 Punkten geknackt haben, darunter die Australier Cedric Dubler (8393) und Daniel Golubovic (8336) oder der Spanier Jorge Ureña (8381).

Die Siebenkämpferinnen führt Carolin Schäfer mit 6863 Punkten an, die als erste Athletin seit der Premieren-Siegerin Sabine Braun (1997 bis 1999 und 2022) das Meeting zum vierten Mal gewinnen könnte. Ihr folgen die Österreicherinnen Verena Mayr (6591) und Ivona Dadic (6552) vor der Chinesin Ninali Zheng (6358), Vanessa Grimm (6323) und der Irin Kate O’Connor (6297). 16 Siebenkämpferinnen im Starterfeld haben die 6000er-Marke schon geknackt.

Spannung

Für einige Athleten ist es die letzte Chance, sich für die Olympischen Spiele in Paris im nächsten Monat zu qualifizieren. Darauf hoffen aus deutscher Sicht Nowak, Schäfer und Grimm, die erst kürzlich noch bei der Europameisterschaft in Rom gefordert waren. Der Ulmer Nowak bestreitet in Ratingen so seinen bereits dritten Zehnkampf seit Mai, in der Weltrangliste steht er auf Rang 29 – fünf Plätze hinter dem letzten, der zu einem Olympia-Start berechtigt. Der 28-Jährige hofft, noch zum Niederländer Rik Taam auf Rang 23 aufschließen zu können, der wie Golubovic (Rang 22) und Ureña (21) ebenfalls in Ratingen starten. Dort sieht Nowak „fast schon Heimat-Atmosphäre“ und lobt an dem Wettkampf „das sehr Mehrkampf-erfahrene Publikum, das spüren wir als Sportler, das Stadion, den Warm-Up-Platz – hier ist alles für den Mehrkampf ausgelegt“.

Spannend wird es auch für die Siebenkämpferinnen: Als 18. der Weltrangliste dürfte Schäfer Olympia sicher haben, aber um Platz 24 wird es ein heißer Kampf zwischen den Ratingen-Starterinnen Mayr (Rang 24), Grimm (25) und Zheng (26) sowie der Australierin Tori West (28) und O’Connor (29).

Ehrenamt

Nicht nur Erwes-Sidar freut sich auf „einen richtig spannenden Wettkampf“, auch den vielen Helfern geht es so. „Wir haben an beiden Tagen rund 300 ehrenamtliche Helfer im Einsatz, die zu einem Großteil aus unserem Verein kommen. Die Abteilungen Handball, Hockey und Leichtathletik sind zum Beispiel mit Begeisterung beim Catering dabei, aber auch an den Kassen oder bei der Einlasskontrolle. Sie alle betonen: So nah an den Sportlern dran zu sein, macht unheimlich viel Spaß. Und alle machen auch im Freundes- und Bekanntenkreis Werbung für das Meeting“, berichtet Erwes-Sidar.

Nachhaltigkeit

Das Thema habe ohenhin „einen ganz wichtigen Stellenwert beim DLV“, versichert Meetingdirektor Mottl, aber da das Ratinger Meeting inzwischen das Gold Label hat und damit offiziell eines der drei hochkarätigsten der Welt ist, muss es in puncto Nachhaltigkeit „besonders hohe Ansprüche erfüllen“. Dort sei man aber gut aufgestellt, erklärt Mottl und zählt auf: „Die gesamte Veranstaltung wird durch den Namenssponsor Stadtwerke Ratingen mit Öko-Strom betrieben, und bei den Shuttle-Autos setzen wir rein auf E-Fahrzeuge. Das Catering kommt aus der Region, da haben wir also kurze Wege. Und über Bike-Leasing haben wir 15 Fahrräder, die das Orga-Team oder auch Athleten nutzen können, um zum Stadion zu kommen.“ Besucher können ebenfalls Emissionen einsparen: Die Tickets für das Meeting gelten auch für die Beförderung im ÖPNV.