Handball: Pistolesi trifft und geht

Handball : Pistolesi trifft und geht

Das Spitzenspiel der Handball-Verbandsliga gewinnt die SG Ratingen bei Unitas Haan vor 400 Zuschauern mit 39:38 und bleibt weiter unbesiegt. Erneut ragt Bastian Schlierkamp heraus.

Die SG Ratingen hat der Unitas Haan im Spitzenspiel der Handball-Verbandsliga nicht nur die Halle restlos gefüllt, sie hat auch die Punkte mitgenommen. Mit 39:38 (20:21-Pausenrückstand) setzten sich die Ratinger in der Hildener Sporthalle Am Bandsbusch durch und bleiben unbesiegt.

Wer zu spät kam zu diesem Spitzenkampf, der hatte Riesenprobleme, einen Parkplatz zu finden. Entsprechend großartig war die Stimmung unter den 400 Zuschauern. Zwei Klasse-Teams trafen aufeinander, beide völlig offensiv ausgerichtet. Ratingens Trainer Pascal Mahé lässt nur selten mit einer Null-Deckung operieren. Stets ist ein Akteur, oft auch zwei, vorgezogen – wie es der frühere Weltklasse-Mann im französischen Spitzen-Handball gelernt hat.

Natürlich ist man, wenn die Abstimmung nicht optimal verläuft, hinten sehr offen. Haan nutzte dies zu 38 Treffern. Dass es aber nicht zum ersehnten Heimsieg reichte, ist den wuchtigen, variablen und schnellen Ratingern Angriffen anzulasten. Es macht einfach Riesenspaß, dies zu beobachten. Allein, welch geniale Ideen ein Bastian Schlierkamp immer wieder entwickelt. Oder wie die wuchtigen Rückraum-Shooter Pflugfelder, Rommelfanger, Müller, Sommer, natürlich vor allem Schlierkamp, immer wieder treffsicher auftreten. Oder wie sich am Kreis der kraftvolle Max Seidel kaum bremsen lässt, wenn er erst einmal den Ball kontrolliert.

Aber Haan war stark! Bei 28:27 für die Unitas in der 43. Minute erzwangen die Ratinger eine Vorentscheidung. Sie konnten sich auf 31:28 absetzen und später noch einmal 35:32 (50.). Nun wurde kein Rückstand mehr hingenommen. Aber die Begegnung blieb bis zum Schlusspfiff hoch spannend. Erst fünf Sekunden vor Schluss kam Unitas zum 38:39-Anschlusstreffer. Da waren die Ratinger längst im Jubeltaumel. Wissend, dass sie die Punkte im Gepäck hatten. Und Pascal Mahé strahlte: "Beide Seiten spielten beachtlich, sehr offensiv. Wenn man dann am Ende ein Tor mehr geschossen hat, ist es einfach in Ordnung. Dennoch, ich habe viele Schwächen gesehen. Die werden nun angegriffen." Noch einer strahlte. Handball-Boss Bastian Schlierkamp, der derzeit der mit Abstand beste Ratinger Handballer ist. "Wir haben zu viele Tore kassiert", sagte der 29 Jahre alte Lehrer. "Da sind wir einfach kritisch. Aber es hat Spaß gemacht, vor dieser herrlichen Kulisse Handball spielen zu dürfen. Das trägt dazu bei, dass viele Tore fallen. Beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie zur Spitze der Verbandsliga gehören." Der Weg zum Meistertitel wird nur über diese beiden Kontrahenten, vielleicht noch den TSV Aufderhöhe, führen.

(w-m)