Petkovic kam prima an

Andrea Petkovic, Deutschlands beste Tennisspielerin, begeisterte am Samstag die Kinder,gestern die Zuschauer. Die Damen gewannen, aber auch die Herren. Für den RTC Grün-Weiß war es ein großer Tag.

Alicia Winter war aufgeregt. Sie ist ein Fan von Andrea Petkovic. Für das Mädchen ging am Samstag Nachmittag ein Traum in Erfüllung. Alicia Winter durfte mit Deutschlands bester Tennisspielerin, derzeit die Nummer 36 in der Welt, ein paar Bälle schlagen. Aber es machte nicht nur den drei Jungen und fünf Mädchen Spaß, sondern auch Andrea Petkovic, die sofort zugesagt hatte, als Ratingens Sportwart Daniel Meier gefragt hatte, ob das wohl möglich sei. Die 22-Jährige präsentierte sich völlig natürlich, frei von allen Star-Allüren, war zu den Kindern einfach nett.

Anschließend wurde sie sportlich gefordert. Holger Zühlsdorff-Pavlovic aus der ersten Mannschaft war ihr Sparringspartner. "So gut hat der holger noch nie gespielt", berichtete Kiebitz Heinz Schneider. "Der ist gerannt wie noch nie." Nach dem Duschen fuhr Andrea Petkovic zur Stadthalle, wo sie im Restaurant Ratingia vom Sportsfreund Heinz Hülshoff beköstigt wurde. Suppe, Rumpsteak mit Salat und ein Cup Denmark – die Arbeit auf dem Platz macht hungrig. Anschließend ging es zurück ins Clubheim des RTC Grün-Weiß, wo gemeinsam das Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geguckt wurde. Daniel Meier, der Sportwart des RTC, war begeistert: "Gut Tennis spielen, ist das eine, aber es muss auch menschlich passen. Hier das war einfach alles top."

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Petkovics Premiere

Gestern morgen stand sie dann der 27 Jahre alten Italienerin Nicole Clerico gegenüber. Doch Andrea Petkovic gewann diese Partie mit 6:2, 6:4 ebenso souverän wie die beiden Begegnungen in München und Berlin, die sie zuvor für den RTC Grün-Weiß absolviert hatte. Und doch gab es einen gravierenden Unterschied: Es war das erste Mal, dass sie in Ratingen aufschlug. Entsprechend groß war das Interesse, denn nicht nur Clubmitglieder nutzten die Chance, sich Deutschlands Nummer eins live anzusehen, sondern auch zahlreiche Tennisfreunde aus dem Umland. Dabei hatte sicherlich die Hitze einen noch größeren Zuschauerandrang verhindert. Der Vorsitzende Dr. Helmut Lütcke war trotzdem zufrieden: "Es macht einfach mehr Spaß, wenn der Erfolg da und das Interesse groß ist."

Die Zuschauer wussten die Qualität des ihnen gebotenen Spiels zu schätzen. Immer wieder brandete nach großartigen Ballwechseln, die Andrea Petkovic meist für sich entschied, Beifall auf. Die Härte ihrer Schläge, diese Präzision, ihr Auge – all das faszinierte die Fans.

Da Sabrina Kruchen und Sandra Spadzinski ihre Spiele an den Positionen fünf und sechs äußerst knapp verloren, stand es nach den Einzeln nur 3:3.

So griff Andrea Petkovic noch einmal ins Spiel ein. An der Seite von Olga Brozda präsentierte sie sich auch als exzellente Doppelspielerin. Und es machte den beiden auch sichtlich Spaß – nicht nur, weil sie sich nach den Ballwechseln abklatschten, sondern auch weil sie oft miteinander sprachen und lachten. Am Ende gewannen sie 6:1, 6:1. Und da die beiden anderen Doppel ebenfalls die Oberhand behielten, gab es ein 6:3 gegen Bochum.

(RP)