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Lokalsport: Peter Gregory und das doppelte Daumendrücken

Lokalsport : Peter Gregory und das doppelte Daumendrücken

Die ungewöhnliche Karriere des ehemaligen DEG-Kapitäns, der am Freitag 80 wird.

Ob man seinen Lebensweg als Sportler in diesem Umfang würdigen würde, wenn er da geblieben wäre, wo er einst begann - da sind leise Zweifel erlaubt, ohne dass man Peter Gregory damit zu nahe treten würde. Am Freitag wird er 80 Jahre alt, und wenn er in seinem Gedächtnis kramt, dann findet er viele Nachweise seiner ungewöhnlichen Karriere: Sie begann im Fußballtor des DSC 99 und führte 1967 zum Gewinn der Deutschen Eishockey-Meisterschaft, bei der als Mannschaftskapitän stolz die Trophäe in Händen hielt. Also alles andere als ein gewöhnlicher Weg.

Fußball bestimmte zuerst sein sportliches Leben. Kein Wunder, wenn man wie er an der Windscheidstraße mit Blick auf die Anlage des DSC 99 groß wird. Da spielte er im Tor - und sollte dabei auch ein ganz ungewöhnliches Erlebnis haben. 1956 nahm der Landesligist eine Gegeneinladung wahr - die der Wolverhampton Wanderers, damals einer der Top-Klubs auf der Insel. Das wäre im Normalfall eine Aufgabe für Torhüter Albert Görtz gewesen, der aber stand in jenen Tagen bei den Olympischen Spielen in Melbourne (Australien) in der deutschen Amateur-Nationalmannschaft. So ging beim DSC 99 der Ruf an Junioren-Torwart Peter Gregory. "Da wollte ich unbedingt mit. Aber wie diese Reise finanzieren?"

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Er verdingte sich als Helfer bei der Renovierung einer großen Wohnung und war sich für nichts zu schade, bis er den Reisepreis zusammen hatte. Wie es ausging in Wolverhampton? "Wir haben verloren." Aber eine Blamage war es für die 99er in diesem ungleichen Duell natürlich nicht.

Mit Anerkennung spricht er von Fortuna. Nach dem erneuten Aufstieg drückt er ihr nun den Daumen, dass sie sich länger in der Bundesliga halten kann.

Und seine alte Liebe DEG? Im vergangenen Jahr hatte sie die erste Meistermannschaft zur ehrenden Erinnerung an den Erfolg vor 50 Jahren noch einmal aufs Eis geholt, wenngleich diesmal im ISS-Dome und nicht an der Brehmstraße, wo einst die großen Eishockey-Schlachten gegen die bayerische Konkurrenz geschlagen und gewonnen wurden. Da lebten für Gregory alte Erinnerungen auf wie die daran, dass er, damals noch Fußballer, von seinem Kumpel Peter Schmitz mal zum Training aufs Eis gelockt worden war.

Schlittschuh laufen konnte er schon, und einen Torwart brauchten sie in der Jugendmannschaft auch. "Aber das wurde mir auf Dauer zu langweilig", erzählt Gregory, der lieber selbst für Tore sorgte und zeitweise mit Peter Schmitz und Peter Rohde den legendären Peter-Sturm bildete. Den zweiten Daumen drückt Peter Gregory nun seiner alten Liebe DEG - dass die aktuellen -Verstärkungen soviel Klasse und Erfolg aufs Eis bringen, wie ihre Namen versprechen. "Mal wieder eine Ära wie mit Valentine und Lee -würde ich mir wünschen", sagt er. Und damit spricht er vielen Fans aus dem Herzen.

(RP)