Fußball : Persönlich: Olaf Ketzer

Olaf Ketzer greift wieder an – als aktiver Fußballer beim Aufsteiger Croatia Ratingen. Die Cracks von der Gothaer Straße benötigen in der Kreisliga A – so hoch haben sie noch nie gespielt – einen Akteur, der in der Zentrale den Ball halten kann, der das Tempo verschärft, es drosselt, der weite und kurze Pässe schlägt und die Ideen des Trainers auf dem Feld umsetzt.

Olaf Ketzer greift wieder an — als aktiver Fußballer beim Aufsteiger Croatia Ratingen. Die Cracks von der Gothaer Straße benötigen in der Kreisliga A — so hoch haben sie noch nie gespielt — einen Akteur, der in der Zentrale den Ball halten kann, der das Tempo verschärft, es drosselt, der weite und kurze Pässe schlägt und die Ideen des Trainers auf dem Feld umsetzt.

Deshalb bat der Aufstiegscoach Tomi Mirosavljevic den befreundeten Routinier, künftig für Croatia die Stiefel zu schnüren. "Es gibt keine alten und keine jungen Fußballer," so dessen Motto, der es wie der große Otto Rehhagel hält. "Es gibt nur gute und schlechte Fußballer."

"Doch, ich traue mir die Aufgabe bei Croatia zu", sagt Olaf Ketzer, der 42 Jahre alt ist und als Schwerpunkt die A-Junioren der SG Unterrath (Leistungsklasse) trainiert. Damit hat er eigentlich genug am Hals, denn die Erwartungen am Franz-Rennefeld-Weg sind ungemein hoch.

Die A-Juniorenspiele werden sonntags erst in der Mittagszeit abgepfiffen. Da bleibt kaum Raum, sich auf das aktive Spiel der Croaten vorzubereiten. Ketzer: "Ich habe Erfahrung auf diesem Gebiet. Bei Ratingen 04/19 II habe ich auch einst ein knappes Jahr unter dieser Doppelbelastung gespielt. Mit der zeitlichen Hetze komme ich gut klar."

Dabei hatte sich der 42-Jährige im Februar erst einer komplizierten Knie-Operation unterzogen. Nach ersten Laufeinheiten in Unterrath ist er sich sicher, wieder fit zu sein. "Zudem werde ich bei Croatia keinem jungen Spieler den Platz wegnehmen. Ich werde keinem Talent im Weg stehen."

Das Prickelnde daran: Auch sein Sohn Joy, 18 Jahre alt und gerade erst aus der A-Jugend von Ratingen 04/19 heraus gekommen, muss um die Torwartposition Nummer eins kämpfen. Joy will am Stuhl des Routiniers Daniel Dundic rütteln, der beim Meister der Kreisliga B über viele Jahre als großer Leistungsträger nie in Frage gestellt war. "Aus diesem Thema halte ich mich völlig raus", sagt Vater Olaf. "Der Bessere wird spielen. Und wer der Bessere ist, entschiedet der Trainer." Eine knifflige Aufgabe für Tomi Mirosavljevic.

Werner Möller

(w-m)