Neuber ließ die Aliens träumen

Neuber ließ die Aliens träumen

Nach zehn Minuten führten die Ratinger in Essen mit 2:0, doch am Ende verloren sie mit 4:7 (2:2, 0:3, 2:2),nachdem sie bereits im Hinspiel 1:3 unterlegen waren. Damit ist die Saison für die Aliens beendet.

Zumindest zehn Minuten durften die Ice Aliens davon träumen, das Halbfinale zur Eishockey-Oberliga zu erreichen. Doch am Ende setzten sich die Essener verdient durch. Die Aliens verabschiedeten sich jedoch mit einer ordentlichen Leistung aus der Saison 2009/10.

Unmittelbar nach der Schlusssirene am Freitag hatte Ratingens Trainer Alexander Jacobs Zuversicht verbreitet. "Mit ein oder zwei Tore zu gewinnen, ist auch kein großes Problem", verkündete er trotzig, selbstbewusst. "Wir werden dort anders spielen als heute. Wir haben noch eine Chance."

Seine Mannschaft schien an seine Worte zu glauben und setzte die Ankündigung sofort in die Tat um. Tim Neuber brachte die Aliens nach nur 92 Sekunden in Führung. Und der Blondschopf setzte noch einen drauf. Als die Gäste nach zehn Minuten mit 2:0 führten und die 1:3-Niederlage somit wettgemacht hatten, glaubten die heimischen Fans an einen schlechten Scherz. Moskitos-Trainer Uli Egen erkannte die drohende Gefahr und beorderte seinen ersten Sturm auf das Eis. Die Freude der Ratinger währte nicht lange und innerhalb von nur 36 Sekunden glich Essen aus.

"Schon mit einem Bein weiter"

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Das 2:2 zur ersten Pause ging in Ordnung. Ärgerlich war jedoch, dass Kapitän Max Lingemann trotz Ermahnung durch die Schiedsrichterin nicht seinen Mund hielt und vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde. "Er ist krank und war leichenblass", nahm ihn Aliens-Präsident Mike Krüger in Schutz, der noch Optimismus verbreitete: "Wir waren doch schon mit einem Bein in der nächsten Runde."

Dieser Zahn wurde den Aliens allerdings schnell gezogen. 85 Sekunden nach Wiederbeginn erzielten die gastgeber das vorentscheidende 3:2. Und als sie dann auch noch ein 5:3-Überzahlspiel hatten, machten sie den Sack zu. Und mit dem Drei-Tore-Vorsprung nach 40 Minuten war die Entscheidung perfekt.

Aliens-Präsident Mike Krüger nahm es gelassen. "Frank Petrozza ist eine Klasse für sich", gestand er. "Stünde er bei uns im Team, würden wir 5:2 führen. Er macht einfach den Unterschied aus." Derweil sah Rainer Merkelbach das drohende Aus auch mit einem lachenden Auge. "Wollen wir denn am Freitag wirklich nach Rostock fahren", fragte der Schatzmeister und rechnete dann vor: "Dann kommen die Sonntag mit einer halben Mannschaft und wir müssten dienstags wieder da hoch."

Die Mannschaft indes reagierte völlig anders. Sie bewies zum x-ten Mal in dieser Saison Moral und Charakter und kämpfte bis zur letzten Sekunde. Diese Einstellung ar großartig und kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

(RP)