Lokalsport: Morgen beginnt die Kür für die Ice Aliens

Lokalsport: Morgen beginnt die Kür für die Ice Aliens

Angstgegner Hamm wurde im Viertelfinale besiegt - jetzt wartet im Halbfinale der souveräne Tabellenerste aus Diez-Limburg.

Gestatten? Matthew Fischer - 118 Punkte. Joseph Robert Davies - 105 Punkte. Das kanadische Eishockey-Duo spielt in der Eishockey-Regionalliga West bei der EG Diez-Limburg und schießt dort die Liga in Grund und Boden. Und eben diese Diezer sind der kommende Gegner der Ratinger Ice Aliens im Play-off-Halbfinale ab morgen (20.30 Uhr). Unnötig zu erwähnen, dass Fischer und Davies die Top-Scorer-Tabelle mit großem Vorsprung gemeinsam anführen. "Über 100 Punkte musst du erst einmal schaffen", sagt Ratingens Kapitän Dennis Fischbuch. Der hat als Top-Scorer der Aliens mit 57 erspielten Punkten (18 Tore, 39 Vorlagen) etwa halb so viele Zähler auf dem Konto wie jeder der beiden Kanadier. "Aber Eishockey ist kein Sport der Einzelspieler", betont Fischbuch.

Der signifikante Unterschied zwischen beiden Teams wird in der Kaderzusammenstellung deutlich. Während Ratingen einen relativ ausgeglichenen Kader hat mit drei starken Reihen, profitieren die Diezer von ihren stärksten Stürmern - hinter den Top-Reihen fällt die Qualität aber rapide ab. Denn obwohl die Diezer mit 230 Treffern deutlich mehr Tore erzielt haben als die Ratinger (161), haben beide Teams gleich viele Spieler mit über 30 Scorerpunkten in ihren Reihen - jeweils sechs.

Genau dort sehen die Ratinger ihre Chance. "Ich habe vor Diez-Limburg weniger Angst als vor Hamm", sagt Trainer Achim Johnigk wie gewohnt selbstbewusst. "Wir haben in den Hauptrundenspielen gegen die immer gut mithalten können. Außerdem haben wir nichts zu verlieren." Wichtig wird sein, die Top-Reihe in Schach zu halten, damit die Ratinger ihren breiteren Kader ausspielen können. Da kommt allerdings die Verletzung von Milan Vanek, der voraussichtlich bis Saisonende ausfällt, zur Unzeit. "Milans Ausfall schwächt unsere dritte Reihe etwas", betont Johnigk. Da Thomas Dreischer aus der dritten in die erste Reihe rückt."

In der Konstellation hielten die Außerirdischen am Dienstag allerdings auch schon Hamm erfolgreich in Schach. Über 60 Minuten waren die Aliens das klar bessere Team gegen den Vorjahresmeister. Obwohl die Defensive manchmal ein wenig wackelte, war auf Torhüter Christoph Oster verlass - und auf das starke Powerplay. "Das haben wir ja auch die ganze Zeit geübt", sagt der Trainer.

Für Dennis Fischbuch war der deutliche 4:0-Sieg am Sonntag ausschlaggebend in der Serie. "Da haben wir gezeigt, in welche Richtung es gehen soll", betont der Kapitän. "Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert." Außerdem war Christian Müller, der am Freitag glücklicher Vater seines zweiten Kindes geworden war, in der Verteidigung wieder dabei, der Routinier hilft vor allem den Jungspunden im Kader. "Christians Ruhe und Übersicht ist großartig", sagt Tim Brazda. "Mit ihm und Dustin Schumacher an der blauen Linie spielt man ganz anders als ohne."

Obwohl die Aliens mindestens einen Auswärtssieg brauchen, um in der Serie "best-of-five" weiterzukommen, wird auch das erste Heimspiel am Sonntag wichtig sein. Deshalb starten die Aliens wieder eine Familienaktion, um möglichst viele Zuschauer an den Sandbach zu locken: Für zwölf Euro können zwei Erwachsene mit ihren Kindern oder Enkelkindern das Spiel anschauen - im letzten Jahr schafften es die Aliens so schon mal zu über 1000 Zuschauern.

(RP)