Lokalsport: Mittelstädt führt Sportkegler Richtung Rettung

Lokalsport: Mittelstädt führt Sportkegler Richtung Rettung

Der ehemalige Weltmeister im Dress der SK Heiligenhaus liefert am ersten Spieltag der Bundesliga-Abstiegsrunde einen Bahnrekord ab.

Am ersten Spieltag der Abstiegsrunde machten die Heiligenhauser Sportkegler einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Im Kegelcenter in Dortmund, in das die Kegler von Ninepin 09 Iserlohn umziehen mussten, da ihr Heimspielort an der Iserlohner Alexanderhöhe aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde, fand der erste Wettkampf statt. Für einen Großteil der Teilnehmer war dies keglerisches Neuland. Die Red Lions starteten mit einer Vorgabe von vier Punkten, da sie die reguläre Saison als beste der vier Mannschaften beendeten, welche nun gegen den Abstieg in Liga zwei kämpfen.

Wichtig für die Heiligenhauser: Daniel Mittelstädts Ehrgefühl. Der ehemalige Weltmeister wollte seinen Verein nicht in der Zweiten Liga sehen. Und so sagte er sofort zu, als Kapitän Marcel Grote ihn unter der Woche um sein Mitwirken gebeten hat. Mit Sohnemann Karl, stylisch in Heiligenhauser Farben gekleidet, machte sich Mittelstädt auf den Weg nach Dortmund und sorgte für großes Staunen. Mittelstädt, der sich in dieser Saison eine private Auszeit genommen hat, hatte schließlich gerade einmal ein Spiel in dieser Spielzeit gemacht - ohne richtiges Training auf unbekannten Bahnen. Mittelstädt lieferte nach drei, vier Kniebeugen, einem Kaffee an der Theke und 20 Kugeln routinemäßigen Einkegeln die Antwort: Bahnrekord! Er startete, als wäre er nie weg gewesen, fand die Wege zur "9" auf Anhieb und zog sämtlichen Konkurrenten von der ersten Kugel an den Zahn. Mit unfassbaren 932 Holz übertraf er Dirk Kremer vom SK Düsseldorf um 105 Holz (827), Alexander Düber (801) von Iserlohn hatte mit 131 Holz das Nachsehen, Markus Martin (818) sah ebenfalls nur die Rücklichter. Die anwesenden Zuschauer spendierten stehende Ovationen, als die letzte Kugel nochmal alle Pinne abräumte.

Der Großteil der Akteure pendelte sich zwischen 810 und 860 ein. Positiv aus Sicht der Red Lions war im zweiten Block die Leistung von Kapitän Marcel Grote, der mit 874 Holz die zweitbeste Zahl des Spiels auflegte und den Vorsprung auf Düsseldorf (150 Holz) und Iserlohn (200 Holz) weiter in die Höhe schraubte.

  • Lokalsport : Sportkegler erleben einen Traumstart

Was folgte, war dann das schlechte Gesicht der Heiligenhauser Sportkegler. Robin Holler verlor 69 Holz gegenüber Frank Kremer (797 zu 866 Holz) und agierte einfach zu inkonstant. Zwar konnte Kerim Demirbag im 4. Block mit 837 Holz nochmal eine gute Zahl auflegen, dennoch betrug der Vorsprung auf die Landeshauptstädter vor den letzten beiden Blöcken nur noch 70 Holz. Die Düsseldorfer schafften es, den Rückstand in den letzten beiden Blöken durch gute Leistungen in eine Führung von 32 Holz umzuwandeln, während Knut Martini (762 Holz) und Matthias Simon (799 Holz) sich überhaupt nicht mit den Dortmunder Holzbahnen anfreunden konnten.

"Wenn die Spiele eng sind- ok! Aber wir führen haushoch, von den Gegnern kommt kaum Gegenwehr. Statt sicherer zu werden, werden wir unsicher. Das ist für mich nur schwer nachzuvollziehen", sagte Kapitän Grote. Dennoch überwog nach dem ersten Spieltag die Freude über den zweiten Platz und die damit verbundenen drei Punkte. Insgesamt behaupteten die Red Lions mit insgesamt sieben Punkten die Tabellenführung, ärgster Verfolger ist der SK Düsseldorf mit sechs Zählern.

Das nächste Spiel findet am Samstag, 12 Uhr, in Heiligenhaus (Selbeckerstraße am Heljens Bad) statt. "Wir wollen am zweiten Spieltag die Vorentscheidung erzielen. Mit einem Sieg und den damit verbundenen vier Punkten wäre uns der Klassenerhalt kaum noch zu nehmen", sagt Grote. "Wir haben unsere Fans in dieser Saison nicht unbedingt mit keglerischen Leckerbissen verwöhnt - mit einem Spiel kann man sowas aber wunderbar korrigieren!"

(RP)