Lokalsport: LTC verpasst Aufstieg um Haaresbreite

Lokalsport : LTC verpasst Aufstieg um Haaresbreite

Dem Tennis-Regionalligisten fehlen ganze sieben Spiele, um in die zweite Bundesliga zurückzukehren. Der RTC marschiert derweil.

Erst jubelte die Damen-Mannschaft des Lintorfer TC über den Aufstieg aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga, doch dann kam das bittere "endgültige Erwachen", wie es der Ehrenvorsitzende des LTC, Manfred Büth, ausdrückte. Nach der 4:5-Heimniederlage gegen die Zweitvertretung des TC Bredeney schauten die Spielerinnen und Offiziellen auf die Tabelle und stellten fest, dass sie den sicher geglaubten Aufstieg aus der Regionalliga um sieben Spiele verpasst hatten.

"Wir haben nach Spielende alle so sehr gejubelt. Dann kam die Ernüchterung, als wir das Ergebnis eintragen wollten", erklärte Büth. So eine knappe Entscheidung gibt es wahrlich nicht alle Tage. Doch Schritt für Schritt: Der LTC und Fernkontrahent TC Blau-Weiß Halle sind in der Abschlusstabelle mit 8:4 Punkten gleichauf. Ebenfalls identisch sind die Matchpunkte beider Klubs mit 33:21. Das Verrückte: Auch die Satzstatistik ist gleich. Beide Teams haben jeweils 69 Sätze gewonnen und 47 verloren. So fiel die Entscheidung über die Anzahl der gewonnenen Spiele. Der LTC gewann 493 Spiele, Halle glatte 500 - was für ein Drama. So steigt Halle als Zweiter auf, weil Bredeneys erste Mannschaft in der Bundesliga aufschlägt und somit kein Aufstieg der zweiten Mannschaft möglich ist.

Die Begegnung gegen Bredeney hatte für den LTC schon mit einem herben Rückschlag begonnen. Die Nummer eins des LTC, Laura Heinrichs, zog sich bei der 1:6, 0:6-Niederlage gegen Polina Leykina eine Oberschenkelzerrung zu und musste im Doppel passen. Nur Constance Sibille (6:2, 7:6 gegen Dominque Karregat) und Emelie Luisa Schwarte (7:5, 6:4 gegen Antonia Balzert) konnten ihre Einzel gewinnen, sodass der LTC mit einem 2:4-Rückstand in die Doppel ging.

Dort bezwangen Nicole Thijssen/Anouk Tigu ihre Gegnerinnen Leykina/Michelé Erkens nach einem harten Kampf im Match-Tiebreak mit 5:7, 6:3, 10:8. Ebenfalls siegten Sibille/Schwarte äußerst souverän 6:0, 6:1 gegen Mina Hodzic/Balzert. Nur Sarah und Lisa Krohnen-Dauser konnten Karregat/Julia Mikulski bei ihrer 0:6, 2:6-Niederlage wenig entgegensetzen.

"Die Verletzung von Laura Heinrichs war sehr bitter. Dadurch hat uns auch im Doppel noch ein wenig mehr Qualität gefehlt", analysierte Büth abschließend.

Die Tennis-Spieler des Ratinger TC marschieren derweil weiter von Erfolg zu Erfolg. Die Herren 40 des Klubs beenden die Hauptrunde der Regionalliga West mit einer makellosen Bilanz von sieben Siegen ohne Niederlage auf Rang eins und ziehen damit ungefährdet in die Endrunde um die Meisterschaft ein. Das Team um Top-Spieler Nicolas Kiefer und Manager Daniel Meier setzte am letzten Spieltag beim 9:0-Erfolg gegen den Tabellendritten Remscheid noch einmal ein Ausrufezeichen. In den sieben Partien der Saison gab der RTC insgesamt nur neun Matchpunkte und 26 Sätze ab - halb so viele wie Verfolger Dortmund.

In der Herren 30-Bundesliga gewann der RTC mit 7:2 gegen den Dorstener TC und befindet sich weiterhin auf dem ersten Rang der Tabelle. Allerdings stehen an den letzten beiden Spieltagen noch die Top-Spiele gegen den TC Raadt (Zweiter, ebenfalls ungeschlagen und Top-Favorit der Liga) und TV Espelkamp-Mittwald an. Gewinnt der RTC eine der beiden Partien, steht er in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. "Das wird aber eine harte Aufgabe, da Raadt klarer Favorit ist und wir gegen Espelkamp auf jeden Fall eine sehr gute Leistung brauchen", sagt Manager Meier. Am kommenden Wochenende darf das Team um die Nummer eins Ivan Bjelica jedoch nur zuschauen, der RTC hat spielfrei.

Gegen Dorsten verlor einzig Bjelica sein Einzel gegen den Deutsch-Italiener Stefano Galvani (4:6, 6:1, 6:10). Marek Semjan schlug Michel Meier (NED, 6:0, 6:1), Ferran Ventura gewann gegen Stephan Weber 6:2, 6:3. Hinzu kamen weitere Siege von Jeroen Masson gegen Marc Wittemund (6:3, 6:1), Robert Messling gegen Bernhard Breloer (6:4, 6:1) und Carsten Gröger gegen Tobias Deventer (6:2, 3:6, 10:3).

Die Doppelpartien wurden nach der nicht mehr einzuholenden Führung nicht mehr ausgespielt und mit 2:1 unter beiden Klubs aufgeteilt, wodurch das Endergebnis von 7:2 zustande kam.

(law)
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