Handball: Lintorfer überrollen eine geschwächte SGR-Reserve

Handball : Lintorfer überrollen eine geschwächte SGR-Reserve

Für den Gastgeber war das Verbandsliga-Derby ein lockerer Samstag-Spaziergang. Der Ratinger Salim Bakhsh verletzte sich schwer.

Dirk Bauerfeld wurde nach dem Abpfiff gefragt, ob seine Lintorfer Handball-Mannschaft im Training mehr gefordert werden als im Verbandsliga-Heimderby gegen die erneut restlos enttäuschende SG Ratingen II: „Nein“, antwortete der Co-Trainer, „das kann man nicht vergleichen. Unser Konzept ging auf. Wir haben unser Abwehrspiel auf die besten Ratinger Werfer Niklas Wergen und Alex Enders ausgerichtet, und zwar mit einer aggressiven Null-Deckung. Das klappte vorzüglich. Nach der Pause mussten wir nur noch sieben Gegentore hinnehmen.“ Für seine TuS 08 war es damit der elfte Sieg in Folge und das 30:18 (12:11) gegen die Ratinger ein netter Samstag-Spaziergang.

Die Lintorfer hatten vor dem Wechsel erhebliche Probleme: SG-Trainer René Osterwind ließ an alter Wirkungsstätte zwei Akteure vorgezogen decken und vor allem der bewegliche Fabian Ludorf machte das recht geschickt, wobei dessen Team auch die Lintorfer 9:5-Führung (19.) nicht umwarf. Als Salim Bakhsh kurz vor dem Wechsel für seine SG-Reserve zum 11:10 einwarf, gab es viele nachdenkliche Gesichter beim haushohen Favoriten TuS 08. Bis zum Pausenpfiff aber warfen Jan Lenzen und Christoph Lesch noch ein 12:11 heraus. Wenig später wurde das Spiel lange unterbrochen: Salim Bakhsh brach ohne gegnerische Einwirkung zusammen. Jeder in der Halle wusste: Da ist was Schlimmes passiert. Der rechte Fuß schwoll umgehend an, der Krankenwagen kam, die erste Behandlung wurde am Spielfeldrand geleistet und dann ging es ab ins Krankenhaus. Es besteht der Verdacht auf Achillessehnenriss. Damit verlor die SG, die zu diesem Zeitpunkt noch halbwegs im Rennen war bei Lintorfer 15:12-Führung (34.), ihren eisenharten Abwehrchef.

Das Spiel war gelaufen. Selbst die erhoffte Schadensbegrenzung ist den Gästen, die ihre sechste Niederlage hintereinander hinnehmen mussten, nicht gelungen. Man kann nur froh sein, dass in der Hinrunde daheim fleißig gepunktet wurde und dadurch ein Abstieg nicht mehr möglich ist. In dieser grausigen Verfassung ist kaum damit zu rechnen, dass noch ein Pünktchen hinzukommt. Aber René Osterwind sieht das locker: „Zwei Spieler gehen. Das sind Niklas Sinnwell und Bastian Lindner. Lindner will ernsthaft Kampfsport betreiben. Das ist mit Handball nicht zu verbinden. Aber drei Neue kommen, wir sind kurz vor der Unterschrift. Der Unfall mit Salim Bakhsh traf uns wie ein Erdbeben. Der Salim ist unverzichtbar.“ Sinnwell wurde nicht mehr aufgestellt. Und Torwart Leo Loose, bester SG-Akteur, sagte: „Wir sind im Angriff gescheitert. Nur 18 Tore, das kann zum Sieg nie reichen. Hinten haben wir bis auf die Schlussphase ordentlich mitgehalten.“

Lintorfs Trainer Markus Wölke: „Vor der Pause haben wir schlecht gespielt. Dann lief es. Die zweite Hälfte war okay. Jetzt wünschen wir alle dem Salim gute Besserung. Er ist ein toller Handballer.“ Dennoch, der Sieg brachte sein Team nicht weiter, denn Aufderhöhe hat sich in Solingen locker durchgesetzt und den Fünf-Punkte-Vorsprung verteidigt. Bei nur noch vier ausstehenden Spielen deutet daher alles auf die Vizemeisterschaft hin.

TuS: Gerdes, Töpfer - Obermayer 4/4, Lenzen 3, Pfeiffer 3, Lesch 4, Friedrich, Löwenstein 4, Klause 2, Havenkamp 1, Mielke, Thole 4, Büttner 3, Diemers, Bauerfeld 2. 
SG II: Loose, Schmitz (ab 46.) - Koßmann 1, Ludorf 1, Bakhsh 2, Krämer, Lindner 1, Schmitz 2, Wergen 7, Enders 2, Ditzhaus 2. Zuschauer: 110.

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