Sportpolitik : Letzte Chance

Der Sportplatz an der Talstraße soll saniert werden. Das fordert jetzt die CDU. Damit bestünde auch die Möglichkeit, die Fehlplanung der Bezirkssportanlage Mitte noch zu korrigieren.

Es kommt nicht allzu oft vor, dass Kinder die Erfahrung machen, in der Politik etwas bewegen zu können. Und dass es sich dafür zu kämpfen lohnt. Den Schülern in Ratingen-Mitte wird möglicherweise diese wertvolle Erfahrung zuteil.

Rückblende. Im vergangenen Frühjahr hatten Kinder und Jugendliche gegen die Schließung des Sportplatzes an der Talstraße, der von drei Schulen — Gebrüder-Grimm, Elsa-Brandström und Carl-Friedrich-von-Weizsäcker — genutzt wird, protestiert. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Ina Fink sammelten sie über 1200 Unterschriften. Die Politiker im Rat hatten ein Einsehen und verwarfen die Empfehlung eines Gutachtens, dass die Schließung der Anlage vorgeschlagen hatte.

Status quo. Der Rat hat beschlossen, dass der Sportplatz für den Schulsport erhalten bleibt. "Es kann keine Lösung sein, dass der Platz einfach weiter genutzt wird, ohne ihn zu sanieren", hatte Ina Fink gesagt und entsprechende Maßnahmen gefordert. Derzeit kann der Platz, der sich in einem äußerst schlechten Zustand befindet, auch nur vom Schulsport genutzt werden, weil es an Kabinen und sanitären Anlagen mangelt, die mitteleuropäischen Mindeststandards entsprechen. Eine Hobbymannschaft, die die Anlage nutzt, muss sich andernorts umziehen und duschen.

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Der CDU-Antrag. Die Christdemokraten wollen den Sportstättenentwicklungsplan weiterentwickeln. Sie setzen sich für die Sanierung des Sportplatzes ein, der einen Kunstrasen und bedarfsgerechte Kabinen erhalten soll. Zudem sollen Ausschreibung und Vergabe der Umwandlung der Asche- in Kunstrasenplätze in einem Verfahren erfolgen. Das bringe Kosten- und Zeitvorteile.

Das Neue Die CDU trägt dem Sportstätten-Gutachten Rechnung, dass in Ratingen-Mitte mindestens drei Fußballfelder benötigt werden. Sie hat erkannt, dass es nicht genügt, den Sportplatz zu erhalten, sondern dass er auch für den Schul- und Vereinssport saniert werden muss. Auf eine gebündelte Ausschreibung zu drängen, ist ein in vielerlei Hinsichten geschickter Schachzug. Wer größere Mengen einkauft, weiß, dass das kostengünstiger ist. Zugleich wird die Sanierung der Sportanlagen auch zeitlich voran getrieben.

Die Perspektive Die Fehlplanung der Bezirkssportanlage Ratingen-Mitte könnte gerade noch rechtzeitig elegant korrigiert werden. Die neue Anlage mit dem Schwerpunkt Fußball und die sanierte Anlage an der Talstraße mit dem Schwerpunkt Hockey wäre ideal. Das haben auch die beiden Vereine, Ratingen 04/19 und der TV Ratingen, stets beteuert.

(RP)