1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

Kreisliga A: Pascal Ohlenmacher ist Spielertrainer von Rot-Weiß Lintorf

Fußball : Ohlenmacher führt seinen Herzensklub

Seit fast 30 Jahren ist der heute 36-jährige Pascal Ohlenmacher bei Rot-Weiß Lintorf, nun geht er in sein zweites Jahr als Spielertrainer bei dem Klub, mit dem seine Familie so sehr verbunden ist. Der Klassenerhalt der Kreisliga A ist das erklärte Ziel.

Das erste Jahr als Fußball-Spielertrainer von Rot-Weiß Lintorf in der Kreisliga A hat Pascal Ohlenmacher vorzüglich gemeistert. Nach den endlosen Lintorfer Wirren im vorigen Sommer, kurz vor dem Saisonstart, wurde der nun 36 Jahre alte Linksfuß einst innerhalb weniger Tage als neue sportliche Führungskraft ins eiskalte Wasser geworfen. Es musste auf die Schnelle eine völlig neue Mannschaft erstellt werden. Aber mir der Hilfe seines alten Kumpels Jean-Pierre Kutzen, mit seinem Assistenten Theo Momm und mit Klaus Brügel (2. Vorsitzender) aus der Vereinsführung wurde schließlich bis zum Saisonstopp durch die Coronavirus-Pandemie ein beachtlicher zwölfter Platz errungen – das war mehr, als man erwarten durfte.

Aber die kommende Spielzeit wird keinen Deut leichter, sie wird mit weitgehend unverändertem Kader bestritten. Den jungen Offensivspieler Saliman Atyi (20) zog es zu Ratingen 04/19 II, die Bezirksliga reizte, dafür ist nun der A-Junior Nico Polster dabei. Ein ähnlich veranlagter Spieler, aber Linksfuß, mit viel Drang nach vorne. Ohlenmacher wird ihn aber noch ganz vorsichtig aufbauen. Seine Lintorfer haben bisher nur eine kurze Trainingspause eingelegt, das „echte“ Vorbereitungstraining beginnt in Kürze, und der Spielertrainer ist zufrieden: „Bisher hatte ich immer zwischen 14 und 18 Spieler bei den Übungseinheiten. Bald werden es mehr, die Ferien gehen dann dem Ende entgegen.“

Die Familie Ohlenmacher ist mit Rot-Weiß Lintorf von Jugend an ganz eng verbunden. Pascals Vater Jürgen war zu Bezirks- und Landesligazeiten unumstrittener Stammspieler, 52 Jahre gehört er dem Klub nun an. Dessen drei Brüder Olaf, Udo und Dirk spielten ähnlich erfolgreich, auch sie hängen unverändert am Klub von der Jahnstraße, sie fiebern immer mit, wenn es um Punkte geht. Aber Pascal ist im sportlichen Bereich nun der wichtigste Mann beim 92 Jahre alten Traditionsverein. Denn es gibt noch keinen Vorsitzenden, keinen Obmann, alle Lasten liegen auf den Schultern der Führungskräfte Brügel, Momm, Kutzen und eben Ohlenmacher. Der meint dazu: „Dennoch bekommen wir alles vorzüglich in den Griff. Jeder weiß, wie wichtig er für den Verein ist, und aus meiner Sicht stärkt das die Verantwortung zusätzlich.“

Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt er bei RWL, also 30 Jahre. Einmal spielte er eine Saison beim SC West, da reizte die Oberliga, aber als diese gelaufen war, da stand er wieder in Lintorf auf der Matte. Er ist, wie man so schön sagt, fußballverrückt. Er erzählt weiter: „Früher hatten wir immer wöchentlich dreimal Training, es gab nur drei freie Tage. Und an diesen Tagen haben wir zusatzlich auf dem Bolzplatz gekickt. Ein Tag ohne Fußball war für mich früher nicht zu ertragen. Heute denkt die Jugend anders, sie hat viele andere Interessen. Deshalb werde ich auch nur zweimal in der Woche trainieren, damit ich mir keine Ausreden anhören muss, warum am dritten Trainingstag nicht erschienen wurde.“

Sie Ziel ist ausschließlich, wie zuletzt schon, der Liga-Erhalt. Durch sechs Aufsteiger gibt es in der Kreisliga A nun 20 Mannschaften (siehe Info-Kasten). „Dann gibt es wieder einen erhöhten Abstieg. Wir kennen es doch, wie bei einem Massenabstieg zur Sache gegangen wird. Wir gehen mit einer jungen, unerfahrenen Truppe ins Rennen, die muss dann mit knallharter Gegenwehr klarkommen“, sagt Ohlenmacher.