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Fußball: Keser fühlt sich auf der "Zehn" zuhause

Fußball : Keser fühlt sich auf der "Zehn" zuhause

Der 19-jährige Zugang von Ratingen 04/19 sieht seine Stärken auf der Spielmacherposition. Trainer Alfonso del Cueto traut dem Talent, dessen Idol Zinedine Zidane ist, den Sprung aus der Fußball-Bezirksliga in die Oberliga zu.

Das Mannschaftsgefüge von Fußball-Teams folgt strikt hierarchischen Richtlinien. Die alten Haudegen erlauben sich dabei naturgemäß den ein oder anderen Spaß mit den jüngeren Kollegen. "Ich werde schon manchmal auf den Arm genommen. Letztens hieß es, ich solle vor der gesamten Mannschaft ein Lied singen. Zum Glück hat das nicht gestimmt", sagt Yusuf Keser. Der 19Jährige ist neu im Kader des Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19. Singen gehört nicht zu seinen Talenten, Fußballspielen schon.

In den Testspielen, der mit dem 2:1 über Sprockhövel abgeschlossenen Vorbereitung, deutete der ehemalige Kreisauswahlspieler mehrmals an, dass er eine echte Verstärkung für die Ratinger sein kann. 15 Jahre spielte Keser im Düsseldorfer Norden bei der SG Unterrath – zuletzt in der Bezirksliga im Aktivenbereich. Jetzt versucht das Talent den Sprung über zwei Spielklassen hinweg: "Es ist schon ein anderes Tempo drin. Das habe ich bereits beim Probe-Training am Ende der vergangenen Saison gemerkt." Verunsichert hat es weder ihn, noch die 04/19-Verantwortlichen. Ratingen verpflichtete das Talent für zwei Jahre.

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"Er ist technisch versiert und wird sich bei uns gut entwickeln. Yusuf ist ein guter Zocker", lobt Trainer Alfonso del Cueto. Da will Keser, der gerade sein Abitur mit der Note 2,3 abgelegt hat, nicht widersprechen und bekundet artig: "Wenn der Trainer das sagt, stimmt das auch."

Seine Stärken sieht Keser klar im spielerischen Bereich. Er liebt es den letzten, den entscheidenden Pass zu spielen. "Im Prinzip ist es egal, wo ich spiele. Ich gebe immer mein Bestes", erklärt der Fan des türkischen Spitzenvereins Fenerbahce Istanbul, schiebt seine Wunschposition allerdings direkt hinterher: "Ich habe jahrelang auf der ,Zehn' gespielt. Da bin ich zu Hause."

Del Cueto will Keser vor allem Zeit geben, sich an sein neues Umfeld und das höhere Tempo zu gewöhnen: "Er braucht sicher noch ein paar Monate, um voll auf der Höhe zu sein." Der Coach erwartet vom 1,82-Meter-Mann zudem mehr Torgefahr. "Ja, das ist richtig. Im vergangenen Jahr habe ich auch nicht so viele Tore gemacht, eher welche vorbereitet. Ich bin mir sicher, wenn ich daran arbeite, kommt das bald noch", meint Keser, der sich im Fernsehen gerne gepflegten Fußball anschaut. "Zinedine Zidane ist eine lebende Legende. Er ist so etwas wie mein Vorbild. Auch Sergio Busquets vom FC Barcelona finde ich klasse. Ich mag Spieler, die technisch stark sind und Übersicht beweisen."

In Ratingen fühlt sich Keser bereits bestens integriert. Die gute Stimmung im Kader hebt der angehende Student hervor. "Einzig die Bahn- und Busverbindung von Unterrath aus nervt etwas", sagt er. 45 Minuten braucht er mit öffentlichen Verkehrsmitteln. "Manchmal bekomme ich das Auto von meinem Papa. Dann sind es nur zehn Minuten." Möglicherweise ist Keser ab Oktober noch mehr mit der Bahn unterwegs. Eine Zusage für einen Studienplatz für Maschinenbau an der Duisburger Universität hat er bereits in der Tasche. Sein Wunsch ist aber ein anderer: "Ich habe mich online auch für die Fachhochschule in Düsseldorf beworben, aber noch keine Antwort erhalten. Das wäre besser, dann hätte ich noch mehr Zeit für Fußball." Seine Leidenschaft gehört ganz dem runden Kunstleder.

Auch wenn Keser die Erwartungen des Umfelds an ihn durch sein positives Auftreten auf und neben dem Platz befeuert hat, bleibt er ganz bescheiden. "Ich will, dass das Team eine gute Saison spielt und den Fans schönen Fußball bietet. Persönlich möchte ich möglichst viele Einsatzminuten sammeln. Der Aufstieg wäre natürlich das Beste", sagt er.

(RP)