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Kay Strucks und Bea Dzaack fiebern mit Borussia Dortmund mit

Serie Fußballfans in Ratingen : Echte Liebe für und durch den BVB

Ratingen ist eine fußballbegeisterte Stadt – mit breit gefächerten Sympathien. In unserer Serie berichten Anhänger unterschiedlicher Vereine über die Liebe zu ihrem Klub, ihre schönsten Fan-Erlebnisse, -Rituale und -Träume. Heute mit Kay Strucks und Bea Dzaack und dem BVB.

Die Leidenschaft für einen Verein wird üblicherweise von Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Bei Kay Strucks und Bea Dzaack von den „Ratinger Borussen“ lief das umgekehrt. Als waschechte Ratingerin und gebürtiger Düsseldorfer wurden sie unabhängig voneinander Dortmund-Fans, lernten sich im Fan-Club kennen und sind heute ein fußballverrücktes Paar.

Beas BVB-Zuneigung entwickelte sich in den frühen 90er Jahren, als ihr Sohn Marcel, animiert von seinen Kindergarten-Kollegen, ein BVB-Trikot haben wollte. Das bekam er, und bald darauf wurden die ersten Eintrittskarten geordert. „Die habe ich damals über Ebay ersteigert – 20 Mark für die Südtribüne“, erinnert sich Bea. „Damals haben wir uns über den Preis geärgert, heute wären wir darüber froh.“ Bei Kay war Sprössling Jens bereits Fan, als er selbst sich nur als „Sympathisanten“ bezeichnete. „Dann bin ich beruflich mit dem BVB zusammengekommen und so ins Stadion gegangen“, so der 53-Jährige, „und als ich dort die mordsmäßige Stimmung erlebt habe, da hat’s‚ Klick‘ gemacht.“

Den letzten entscheidenden „Klick“ gab es dann vor fünf Jahren, als Kay auf die Schnelle einen Ort suchte, wo er den Bundesliga-Saisonstart „live“ schauen konnte. Er landete zufällig in Tiefenbroich „An der Eck“ und traf damit voll ins Schwarz-Gelbe, denn die Gaststätte war damals schon die Anlaufstelle der „Ratinger Borussen“. Am Ende bejubelte man gemeinsam einen 4:0-Erfolg gegen den linksrheinischen Namensvetter aus Gladbach und Kay war fortan im Fan-Club dabei. Heute ist er ihr Vorsitzender.

Formiert hatte sich der Fan-Club bereits im Mai 2012. „Damals haben sich BVB-Freunde in Ratingen über soziale Netzwerke am Ostbahnhof verabredet, zur gemeinsamen Fahrt nach Dortmund zur Double-Feier“, so Gründungsmitglied Bea, „und nach einer launigen Tour mit der S6 haben wir uns tags darauf wieder getroffen und beschlossen, einen Fan-Club zu gründen.“ Das Treffen fand „An De Eck“ statt, dessen damaliger Wirt ebenfalls BVB-Anhänger war. Und damit stand auch die Heimstätte des Fan-Clubs fest, die sich seitdem als schwarz-gelber Anlaufpunkt etabliert hat – mit separatem und entsprechend dekoriertem Raum.

Seitdem heißt es für die bunt gemischte Mitgliederschaft des Fan-Clubs bei Spielen ihres Vereins: entweder Stadion oder „Eck“. Doch auch wenn ob der bekannt umkämpften Karten-Situation bei BVB-Spielen ein geschlossener Stadionbesuch zu den Ausnahmefällen gehört, wird der Team-Geist bei den „Ratinger Borussen“ groß geschrieben. „Das ist `ne tolle Truppe“, schwärmt Kay, und auch Spiele, die wir ‚nur‘ zusammen vor dem TV schauen, sind ein Gemeinschaftserlebnis.“ Eines, das die Mitglieder auch nach außen zeigen, mit eigenen Fan-Club-T-Shirts, -Trikots und -Hoodies. Darauf das Ratinger Stadtwappen, das sie stolz durch die Lande tragen. Und auf passendes Outfit legen sie auch Wert, wie Kay schmunzelnd verdeutlicht: „Wer am Spieltag ohne Fan-Kleidung ankommt, zahlt Strafe.“

Gleichzeitig pflegen sie freundschaftliche Kontakte zu anderen Fan-Clubs, wie den „St. Anger Hornets“, kommen aber auch mit den Fans anderer Vereine gut klar. „In Ratingen gibt’s keinen Stress, man frotzelt und man feiert miteinander“, sagt Kay und schiebt mit Blick auf das heutige Spiel augenzwinkernd nach: „Auch, wenn Fortuna dringend Punkte benötigt, können wir ihnen diesmal keine gönnen.“

Ihrem BVB sind die „Ratinger Borussen“ schon durch ganz Europa gefolgt, unter anderem nach Barcelona, Prag, Mailand und London. Und dabei stellen sie immer wieder fest, was ihrer Meinung nach die BVB-Anhängerschaft besonders auszeichnet: „Die Liebe der Fans zu ihrem Verein und die Atmosphäre, die sie schaffen“, sagt Bea, und Kay ergänzt: „Auch die Stimmung im Verein, wo es, trotz seiner Größe, sehr familiär zugeht. Da fühlen wir uns aufgehoben.“

Was bleiben da noch für Wünsche? „Gerne nochmal `ne Double-Feier“, sagt Bea, während Kay mit dem BVB am liebsten ein Champions-League-Finale in Wembley erleben möchte. Aber egal welches Wunsch-Szenario wann eintritt, die beiden werden es miteinander teilen. Als Paar, das sich über die gemeinsame Fußball-Leidenschaft gefunden hat – ganz entsprechend dem Slogan ihres Vereins: „Echte Liebe“.