Kantersiege des TuS Lintorf lassen aufhorchen

Handball : Absteiger TuS Lintorf macht plötzlich Druck

ANALYSE Der Start in der Verbandsliga verläuft für die Mannschaft von Markus Wölke noch mäßig, doch in den letzten Wochen des Jahres trumpfen die TuS-Handballer mit Siegen über Spitzenreiter Aufderhöhe und den Tabellendritten Bergische Panther II auf.

Unglaublich, welch begeisternden Handball der TuS Lintorf nun spielt. Bis vor wenigen Wochen verlief die Verbandsliga-Hinrunde noch äußert mäßig, und nun schießen diese Grün-Weißen mit Aufderhöhe und den Panthern gleich zwei Spitzenmannschaften mit Kantersiegen von der Platte. Dahinter steckt Markus Wölke, der neue Trainer. Aber der 49 Jahre alte zweifache Familienvater aus Kettwig, IT-Manager, gibt sich äußerst bescheiden: „Ich habe eigentlich nur dafür gesorgt, dass wieder Spaß beim Training herrscht. Alle sind mit riesigem Eifer dabei, zumal sich diese so schnellen und kaum erwarteten Erfolge eingestellt haben. Das wirkt sich voll und ganz im Spiel aus.“

30 Jahre ist er nun Coach. Mit 18 trainierte er schon in seiner Heimatstadt Essen die ersten Jugendmannschaften, dann die in der Landesliga spielende Reserve seines Stammvereins SV Kettwig. Zuletzt war er vier Jahre in Oberkassel für den HTV/Jahn West tätig. Auch Landesliga. In diesem Sommer kam der Ruf aus Lintorf, eigentlich sollte Wölke die Reserve trainieren, die gerade in die Landesliga aufgestiegen war. Damit sollte er den Klassenerhalt schaffen. Mehr nicht. Aber als der Cheftrainer-Posten frei wurde, da war er kein Spielverderber. Und nun muss er sich um beide Teams kümmern. „Ich habe aber gute Helfer, das geht schon“, sagt der 49-Jährige. „Dirk Bauerfeld versteht eine Unmenge von Handball, und auch für die Reserve bekomme ich ausreichende Hilfe.“ Dann, wenn Not am Mann, greift auch Kalle Töpfer mit an, obwohl der nie mehr Trainer sein wollte.

Es stimmt wieder im Lintorfer Handball. Allein das bei jedem Heimspiel bereit liegende Info-Heft, von Norbert Heinemann und seiner Ehefrau Sigrid stets aktuell und mit viel Liebe erstellt, zeigt auf, wie es um die Abteilung bestellt ist, was sich alles dort bewegt. Und dann präsentieren sich plötzlich diese beiden „Kracher“ Sebastian Thole und Kai Uwe Klause, von den Vikings geholt, in starker Form. Beide sind völlig unterschiedliche Handballer. Klause ist allein wegen seiner Beweglichkeit kaum auszurechnen, liefert ständig präzise Pässe und ist eminent schnell. Thole ist der kraftvolle Torjäger. Mit dessen wuchtigen Sprungwürfen haben selbst die längsten gegnerischen Abwehrspieler größte Mühe.

„Aber nicht nur die beiden sind klasse, die gesamte Mannschaft hilft, sie will immer gewinnen“, stellte Markus Wölke klar. „Man muss nur einmal sehen, was ein Tim Bauerfeld für die Abwehr leistet. Oder Janis Löwenstein, der brillianten Handball spielt. Oder Marius Haverkampf, der ist hinten und vorne wichtig. Hinzu kommt Christoph Lesch, der immer noch so schnell ist wie vor 15 Jahren, als er aus der Jugend kam. All das macht es aus, dass unser Spiel so vorzüglich läuft.“ Die Rückrunde beginnt am 26. Januar. Dann kommt das Schlusslicht Haaner TV an den Breitscheider Weg. Bleibt nur zu hoffen, dass die Schießbude der Liga auch antritt.