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Lokalsport: Julia Mächtig: "Ratingen ist mein Stadion"

Lokalsport : Julia Mächtig: "Ratingen ist mein Stadion"

In Ratingen will die Siebenkämpferin Julia Mächtig ihr EM-Ticket für Zürich buchen. Die 28-jährige Sportsoldatin war bereits in den vergangenen Jahren bei dem Mehrkampf-Meeting in der Dumeklemmerstadt erfolgreich.

Vom Gepäckband eilt sie zur Pressekonferenz. Vor ein paar Minuten ist Julia Mächtig erst in Düsseldorf gelandet, dennoch beantwortet die gebürtige Rostockerin seelenruhig alle Fragen der Journalisten. Von großer Anspannung keine Spur. Vielmehr wirkt die 28-Jährige fokussiert, mit dem Wissen im Hinterkopf, dass Ratingen die letzte Chance ist, um auf den EM-Zug aufzuspringen. "Ich will mir hier natürlich eins der drei Tickets für Zürich sichern", sagt Mächtig.

Auf eine konkrete Punktzahl will sich die Vorjahressiegerin allerdings nicht festlegen. Um jedoch vom 12. Bis zum 17. August mit der internationalen Elite um Europas Krone zu kämpfen, muss die Sportsoldatin beim seit 1997 jährlich ausgetragenen Erdgas-Mehrkampf-Meeting ihre bisherige Saisonbestleistung von 6106 Punkten deutlich verbessern. Denn die nationale Konkurrenz ist mit der WM-Vierten Claudia Rath, der Olympiazweiten Lilli Schwarzkopf und Carolin Schäfer, die vor vier Wochen in Götzis mit 6386 Punkten ihre EM-Ambitionen untermauerte, groß. "Es ist ein kleines, aber feines Teilnehmerfeld. Der Kampf um die drei deutschen Tickets ist völlig offen", freut sich Siebenkampf-Bundestrainer Wolfgang Kühne auf den Wettkampf, gab aber gleichzeitig die krankheitsbedingte Absage von Maren Schwerdtner bekannt.

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Ob jedoch am Sonntag eine deutsche Athletin ganz oben auf dem Podest steht, ist trotz des starken deutschen Teams längst nicht sicher. "Es ist zwar mein erster Wettkampf in diesem Jahr, aber ich will in Ratingen ein gutes Ergebnis erzielen und eine vordere Platzierung erreichen", sagt Karolina Tyminska selbstbewusst. Die Polin ist eine von vier internationalen Starterinnen beim Mehrkampfmeeting. Verstecken muss sie sich gewiss nicht, schließlich hat die erfahrene Siebenkämpferin ihre Klasse in den vergangenen Jahren mehrfach unter Beweis gestellt.

Für Julia Mächtig wird es in erster Linie darum gehen, ihre Stärken - die Wurfdisziplinen - in den Vordergrund zu stellen, um sich so in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Allerdings hat die Athletin des SC Neubrandenburg, die Anfang des Jahres ihren Trainer gewechselt hat und mittlerweile von einem Duo - ihrem Heimattrainer Klaus Schlottke und Bundestrainer Wolfgang Kühne - betreut wird, noch Luft nach oben. "Im Training fliegt und fliegt der Speer, aber das konnte ich im Wettkampf bisher noch nicht zeigen. Genau wie beim Hochsprung, wo ich in Götzis viele Punkte liegen gelassen habe", sagt die deutsche Siebenkämpferin.

Doch das Meeting in Ratingen scheint für Julia Mächtig immer zum richtigen Zeitpunkt zu kommen. "Vergangenes Jahr konnte ich hier meine persönliche Bestleistung erzielen, aber auch in den Jahren davor lag der Wettkampf mir. Ratingen ist einfach mein Stadion", sagt Mächtig, die für den Ausrichter TV Ratingen lobende Worte fand. "Es ist alles sehr gut organisiert und die Zuschauer sind nah am Geschehen", betont die 28-Jährige.

Ob Ratingen auch dieses Jahr ein gutes Pflaster für sie ist, wird sich morgen Abend zeigen, wenn die ersten Disziplinen hinter den Athletinnen liegen. Ob sie vor den Augen ihrer angereisten Familie das EM-Ticket bucht oder am Ende doch mit leeren Händen dasteht - vermutlich wird Julia Mächtig in beiden Fällen in aller Ruhe die Fragen der Journalisten beantworten.

(new)