Lokalsport: Julia Mächtig muss EM-Traum begraben

Lokalsport : Julia Mächtig muss EM-Traum begraben

Julia Mächtig zeigte direkt auf ihren Fuß. Nach ihrem letzten Versuch beim Hochsprung über 1,69 Meter lief die 28-Jährige unrund und humpelte in Richtung Athleten-Zelt. Die Athletin vom SC Neubrandenburg wollte sich in Ratingen das Ticket für die Europameisterschaft in Zürich sichern. Doch den Weg zurück ins Stadion zu ihrer Paradedisziplin, dem Kugelstoßen, fand die Sportsoldatin nicht mehr. "Julia ist schon auf der Rückreise, um sich untersuchen zu lassen. Sie war sehr traurig und ist mit einem weinenden Auge weggefahren", sagte Jennifer Oeser, ehemalige Siebenkämpferin und Expertin beim Mehrkampf-Meeting in Ratingen.

Durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Mächtig blieb der mit Spannung erwartete Vierkampf um die drei EM-Tickets aus. Als die in Führung liegende Carolin Schäfer, die vor vier Wochen in Götzis (Österreich) mit 6386 ihr Bewerbungsschreiben für Zürich abgegeben hatte, wegen Rückenproblemen auf ihren Start am zweiten Tag verzichtete, war aus dem Quartett ein Duo geworden. Lilli Schwarzkopf und Claudia Rath lieferten sich fortan mit der Polin Karolina Tyminska ein spannendes Rennen um den Sieg, das die von ihrem Achillessehnenriss genesene Olympiazweite Schwarzkopf mit ihrer Saisonbestleistung von 6426 Punkten für sich entscheiden konnte. "Mir fehlen die Worte. Ich freu mich riesig, dass ich nach meiner Verletzung vor diesem tollen Publikum so eine Punktzahl erreichen konnte", sagte die Siebenkämpferin von der LG Hannover.

Aber auch der zweitplatzierten Claudia Rath (6314 Punkte) fiel nach dem abschließenden 800-Meter-Lauf ein Stein vom Herzen. "Wenn ich die Leistung von heute auch noch in Zürich abrufen kann, dann ist alles super", sagte die erschöpfte 28-Jährige, die in Ratingen auch bei ihrer stärksten Disziplin, dem Weitsprung, glänzen konnte. "Nach den drei Fehlversuchen in Götzis war ich natürlich mehr als froh, dass gleich der erste Versuch gültig war."

(new)
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