1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

Jürgen Schweers ist ein Urgestein des ASV Tiefenbroich

Porträt: Jürgen Schweers : Sein Herz schlägt für den gesamten Sport

Der Ur-Tiefenbroicher Jürgen Schweers besucht nicht nur seinen ASV, sondern auch Bayern München, Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach, zudem die hiesigen Handball-Klubs SG Ratingen, TV Ratingen und TuS 08 Lintorf.

Ende des Jahres, genau am 28. Dezember, wird der Tiefenbroicher Jürgen Schweers 60 Jahre alt. Wer den feierfreudigen Ex-Fußballer kennt, und das sind in dieser Stadt unglaublich viele, der weiß genau, dass dann normal eine Riesenparty stattfinden würde. Aber Corona lässt es nicht zu. Der IT-Manager einer großen deutschen Bank wird deshalb wohl in seinem Tiefenbroicher Reihenhäuschen feiern, im Rahmen seiner Familie. Die sich zu diesem Zeitpunkt aber wohl vergrößert hat, denn er wird in Kürze erstmals Opa. Sein älterer Sohn Sebastian, der für den Bezirksligisten Sparta Bilk auf Torejagd geht, hat ihn da beglückt.

Wenn man einmal anfängt, sich mit Jürgen Schweers über den Fußball zu unterhalten, dann muss man sich auf eine lange Zeitdauer einstellen. Aber: Die Gesprächsinhalte sind fesselnd. So ist der Noch-59-Jährige ständiger Gast bei den Trainingslagern von Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach. Mit dem Gladbacher Coach Marco Rose ist er gut befreundet, die beiden kennen sich noch aus der Zeit, in der Rose beim FC Red Bull Salzburg tätig war.

Schweers mit Fortunas Ex-Kapitän Oliver Fink, der inzwischen für die Regionalliga-Reserve spielt. Foto: Schweers/privat

Aber ganz eng schlägt das Herz des Ur-Tiefenbroichers, dort ist er wie auch seine Gattin Gabriele bereits aufgewachsen, für Bayern München. Lange Jahre hat er den Nachwuchs des Rekordmeisters in Derendorf beim BV-Turnier betreut und dabei gute Kontakte geknüpft. Über diese Schiene kommt er auch an die Eintrittskarten für die Allianz-Arena, und die Besuche der Gastspiele der Bayern in Mainz und Hannover sind schon Pflicht. Dann sind seine Jugendfreunde Andreas Boes, Achim Seiler, H-G Waerder und dessen Vater Heinz mit dabei. Die erforderliche Busfahrt zum Stadion wird seit ewigen Jahren gemeinsam organisiert.

Jürgen Schweers spielte von den Bambini an beim ASV Tiefenbroich. Nur einmal, da war er schon knapp über 30, hat er den Klub verlassen und noch eine Saison bei Rot-Weiß Lintorf drangehängt, aber dann war seine aktive Laufbahn beendet. Ständig versuchten vorher gut betuchte Düsseldorfer Vereine, ihn zu verpflichten, so der DSV 04 mit seinen damaligen Oberliga-Ambitionen. Heinz Schneider, der später zur Turu wechselte, wollte ihn unbedingt nach Lierenfeld locken. Heute sind die beiden treue Tennis-Partner, machten auch schon gemeinsam Urlaub, aber vom ASV Tiefenbroich war Schweers nicht wegzubekommen. Mit seinem vier Jahre älteren Bruder Ralf leistete er dort zudem vorzügliche Jugendarbeit. So führte das Brüder-Duo damals, 1982, die B-Jugend zur ersten Sonderliga-Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Schweers mit Fortunas Ex-Spieler und heutigem Co-Trainer Axel Bellinghausen. Foto: Schweers/privat

Das Herz des Tiefenbroichers schlägt aber für den gesamten Ratinger Sport. Bei 04/19 ist er Dauergast, zudem am Samstagabend bei den Handballspielen der SG, des Turnverereins und des TuS Lintorf. Dass er überall Eintritt zahlt, ist für ihn Ehrensache. Ehefrau Gabi zieht es unvermindert zum ASV Tiefenbroich, und der jüngere Sohn Alex, der einst für den DSC und den SV Hösel spielte, lebt nun in Berlin. Die Polizei-Ausbildung ist beendet, er gehört dort dem Mobilen Einsatzkommando an (MEK). Stürmt Jürgen Schweers’ Sohn Sebastian für Sparta Bilk, er ist dort Kapitän und hat in dieser unterbrochenen Saison schon acht Tore geschossen (sieben Spiele), geht die Fahrt an die Fährstraße. Einmal daheim auf dem Sofa sitzen, wenn die Kunststoffkugel an einer nahestehenden Stätte rollt, das ist völlig undenkbar.