In der Oberliga trennen sich TV Angermund und Borussia 22:22

Handball : Angermund und Gladbach feiern den Punktgewinn

Der personell gebeutelte TVA holt in der Handball-Oberliga einen Rückstand auf und trennt sich am Ende von Borussia Mönchengladbach mit einem 22:22. Auf den ersten Heimsieg dieser Spielzeit müssen die Angermunder noch warten, aber die Einstellung stimmt.

Wenn der TV Angermund und Borussia Mönchengladbach aufeinandertreffen, dann ist höchste Dramatik angesagt. So kürzlich im HVN-Pokal, als der TVA weiterkam, und erst recht diesmal, als es um Oberliga-Punkte ging. Es gab ein 22:22 (10:14), damit können beide Seiten ordentlich leben, auch wenn der TVA auf seinen ersten Heimsieg weiter warten muss.

Vor dem Spiel sagte Timo Kohl ab (krank), und die ohnehin unglaublich gebeutelten Angermunder mussten sich so erneut etwas einfallen lassen. Die Reserve bestritt das Vorspiel. Dort fragte Trainer Eric Busch nach, wer helfen kann. Peter Mentzen und Benny Axning sagten beide umgehend zu, und so war es wenigstens auf der Bank nicht gähnend leer. Wobei die Routiniers erhebliche Spielanteile bekamen, Mentzen im Schwerpunkt in der Abwehr. Und dann begann der TVA unglaublich nervös. Das 1:0 durch Jan Schiffmann, dem besten Angermunder, brachte keine Sicherheit, im Angriff wurden ständig die Bälle verloren, und nach neun Minuten lag der TVA 1:6 zurück. Dann 7:13 (24.), es deutete nichts auf einen Angermunder Erfolg hin.

Zwei Strafwürfe wurden verworfen durch Debütant Andre Behmer, dem Zugang aus Neukirchen, und dem sonst (wie immer) starken Patrik Ranftler. Der warf zudem Sekunden vor dem Pausenpfiff einen Tempogegenstoß an den Pfosten, Gladbachs Klasse-Keeper Patrick Lymann hatte vorher einen Gegenstoß von Nils Thanscheidt abgewehrt. Es wollte beim TVA einfach nicht laufen. Dann 11:15 (36.), alles sah weiterhin im zweiten Heimspiel nach der zweiten Heimschlappe aus. Aber plötzlich wurden die Gastgeber so richtig stark. Sie spielten berauschend, und als Steffen Neukirchen zum 15:15 ausglich (40.), da ging ein herrlicher Jubel durch die Halle. Eine Führung gelang nie, aber nun war immerhin ein Punktgewinn im Blickfeld.

Die Dramatik steigerte sich. Bei 18:20 glichen Behmer und Schiffmann zum 20:20 aus, fünf Minuten waren noch zu spielen. Dann 21:21 durch Ranftler per Siebenmeter und 22:22 durch Neukirchen (58). Eingangs der Schlussminute hatte die Borussia wieder den Ball, aber der Ex-Lintorfer Vincent Rose verwarf, und so blieben dem TVA noch 15 Sekunden, um beide Punkte einzufahren. Ranftler nahm sich aus spitztem Winkel und unter Zeitdruck an der rechten Seite ein Herz, der Ball wurde abgewehrt, Abpfiff. Über den Punktgewinn freuten sich beide Mannschaften, und das Publikum jubelte mit. TVA-Manager Wolfgang Richter sagte: „Die zweite Hälfte, das war das Beste, was wir in dieser Saison drauf hatten.“ Busch meinte: „So sehe ich das nicht ganz, dazu haben wir mehrfach etwas fehlerhaft gespielt, aber die Einstellung stimmte total. Der hohe Rückstand vor der Pause warf uns jedenfalls nicht um.“ Samstag geht es zum Derby nach Mettmann (17.30 Uhr, Herrenhaus). Da dürfte die Dramatik ähnlich sein.

TVA: Jakubiak (zehn Paraden), Sieberin (neun, einschließlich zwei Siebenmeter) - Bergander 1, Axning 2, Schiffmann 5, Thanscheidt 1, Mentzen, Behmer 2, Neukirchen 3, Paukert 1, Ranftler 7/2. Zuschauer: 74.

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