1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

In der Bundesliga der Sportkegler geht es in die Meisterrunde

Sportkegeln : SK Heiligenhaus greift nach dem Titel

Als Tabellenzweiter der Bundesliga sind die Heiligenhauser Sportkegler in die Meisterrunde gekommen. Top-Favorit ist zwar weiter Rekordmeister KF Oberthal, Kapitän Marcel Grote wittert aber eine Chance. Nur der Heimspieltag liegt „unglücklich“ an einem Sonntag.

Die Play-Offs in der Bundesliga der Sportkegler stehen fest, und die SK Heiligenhaus greift nach der Deutschen Meisterschaft. Als Tabellenzweiter knapp hinter Rekordmeister KF Oberthal haben sie sich vor der SG Düsseldorfer Kegler und dem SK Münstermaifeld, der am letzten Spieltag noch den Sprung schaffte, für die Meisterrunde qualifiziert. Alle Vereine haben nun je einen Heimspieltag (siehe Info-Kasten), an dem es Mann gegen Mann geht. Welches Team am Ende des Tages die meisten Hölzer gesammelt hat, gewinnt den Spieltag und bekommt vier Punkte zusätzlich zu den bereits in der Liga gesammelten. Spätestens am 14. März wird beim Heimspieltag in Oberthal der Deutsche Meister feststehen.

Die Heiligenhauser haben ihren Heimspieltag am Sonntag, 8. März – ein Termin, den sie als „unglücklich“ bezeichnen. „Das Sportliche mal außer Acht gelassen – dem Verein SK Heiligenhaus entgehen natürlich auch viele Einnahmen, da der Sonntag lange nicht so attraktiv für Zuschauer, Fans und Sponsoren ist wie der Samstag“, sagt Kapitän Marcel Grote, der ergänzt: „Mit meiner Bitte um einen Tausch bin ich gescheitert. Auch diese Situation werden wir professionell annehmen und unsere Antwort hoffentlich auf der Bahn geben.“

Hintergrund für den Sonntagstermin ist, dass sich die Reihenfolge der Spieltage nach der Platzierung in der Liga ergibt, wodurch die Play-Offs beim Tabellenvierten Münstermaifeld starten, dann geht es nach Düsseldorf und erst danach nach Heiligenhaus. Da die beiden Spielorte geografisch so nah beieinander liegen, gibt es einen Doppelspieltag am Samstag, 7. März in Düsseldorf und tags darauf in Heiligenhaus, um die Fahrtkosten zu senken. „Daher ist die Konstellation folgerichtig“, weiß auch Grote, der generell spannende Wettkämpfe erwartet und wirbt: „.Wir freuen uns natürlich über jeden einzelnen Fan – Düsseldorf ist schließlich ein Spiel in unmittelbarer Nähe. Der Sonntag in Heiligenhaus wird sicherlich so viel sportliche Brisanz in sich haben, dass man auch da mitfiebern kann.“

Los geht es in der Meisterrunde am Samstag, 29. Februar in Münstermaifeld. „Wir haben schon vor dem Spieltag gesagt, wir nehmen es, wie es kommt,“ unterstreicht Grote. Er und sein Team beschäftigten sich bereits kurz nach dem letzten Saisonspiel beim für die Play-Offs bedeutungslosen 3:0 gegen die TG Herford mit dem Thema Aufstellung und Einstellung: „Wir müssen diese Meisterrunde als vielleicht einmalige Chance begreifen, Deutscher Meister zu werden. Wir haben in dieser Saison auswärts sogar mehr Punkte als Oberthal geholt und waren nur zu Hause zweimal zu nachlässig, weswegen wir am Ende auch nur als Zweiter in die Play-Offs gehen“, sagt Grote.

Der SKH-Kapitän fand nach dem Sieg gegen Herford noch warme Worte für Gästespieler Florian Grohmann, der lange in Heiligenhaus aktiv gewesen war und nun nach einem Bandscheibenvorfall und aufgrund von familiären Verpflichtungen seine Karriere beendete: „„Flo ist ein Top Kegler und – noch viel wichtiger – ein ganz feiner Kerl. Ich hoffe, dass er jetzt in Ruhe ein wenig Abstand vom Sport gewinnt und das Familienleben genießt. Wer weiß, wie es in ein paar Jahren aussieht – denn mit 36 Jahren stehen einem im Kegelsport noch alle Optionen offen. Bei uns ist er immer ein gern gesehener Gast.“

Grotes volle Konzentration gilt aber nun der Meisterrunde. Dass der Titel-Favorit immer noch der schier uneinholbare Rekordmeister Oberthal ist, wissen die Heiligenhauser. Auch der Tabellendritte, SG Düsseldorfer Kegler, verfügt über einen jungen und guten Kader. Dennoch ist Grote überzeugt von seiner Mannschaft, will aber die kommenden Tage noch intensiv nutzen, den Fokus zu schärfen: „Wir haben jetzt die Zeit, in der sich jeder nochmal intensiv auf die Wettkämpfe, im Speziellen auf die Bahnverhältnisse an den vier Spieltagen, vorbereiten kann, um dann, wenn es darum geht, seine Topleistung abzurufen. Da nehme ich die Truppe jetzt in die Pflicht, denn es wäre extrem fahrlässig, so eine Chance nicht zu nutzen, weil man damit in vier Spielen die großartige Vereinsarbeit und das neue ,Wir-Gefüh’ im Verein umstoßen könnte.“ Es sei wie in jeder Sportart auf Topniveau: „Wenn jeder alles für den Erfolg tut, darf auch jeder mal einen schlechten Tag haben – dafür kommen noch fünf Spieler, die für iIhren Mannschaftskollegen in die Bresche springen. Fakt ist aber auch: Oberthal wird uns den Titel nicht schenken. Gerade in solchen entscheidenden Spielen zeigen die Saarländer Jahr für Jahr ihre Klasse, und jede nicht so gute Phase kann spielentscheidend sein.“