Eishockey "Ich bin ein Mensch, der Sport braucht"

Ratingen · Eine berufliche Veränderung zwingt den 22-Jährigen dazu, seine Eishockey-Karriere zu beenden. Der Schritt fällt nicht leicht.

 Dieses Bild gibt es in Zukunft nicht mehr: Thorsten Gries beim Bully für die Ratinger Ice Aliens.

Dieses Bild gibt es in Zukunft nicht mehr: Thorsten Gries beim Bully für die Ratinger Ice Aliens.

Foto: Archiv/Achim Blazy

Vor knapp zwei Wochen gaben die Ratinger Ice Aliens bekannt, dass Publikumsliebling Thorsten Gries zur kommenden Saison den Schläger an den Nagel hängt. Im RP-Interview spricht der 1,68 Meter große Angreifer über die Gründe, seine Zeit bei den Aliens und eine mögliche Rückkehr.

Herr Gries, die Ratinger Ice Aliens hatten die Hoffnung, dass sie auch in der kommenden Saison noch auf dem Eis stehen werden. Jetzt ist eine Entscheidung gegen den Sport gefallen. Wie kam es dazu?

thorsten Gries Durch meinen neuen Job als Betriebsleiterassistent bei Maredo in Düsseldorf passt es zeitlich einfach nicht mehr. Ein Beispiel dafür ist, dass ich die nächsten zwei Monate in Wiesbaden bin, um dort eingearbeitet zu werden.

Die Ice Aliens bedauern die Entscheidung natürlich, wünschen Ihnen aber alles Gute für ihren eingeschlagenen Weg. Wie blicken Sie auf die Zeit im Verein zurück?

Gries Ich war drei Jahre hier. Insgesamt war es eine schöne Zeit, in der es aber auch Probleme gab.

Sie sprechen von Problemen. Um welche hat es sich dabei gehandelt?

Gries Damit meine ich zum Beispiel die gerade noch abgewendete Insolvenz vor anderthalb Jahren, oder die momentane Hallensituation. Zum Glück sieht es für die Zukunft besser aus.

Sie haben als Publikumsliebling in Ratingen ein hohes Ansehen. Werden Sie Eishockey hier weiter verfolgen?

Gries Auf jeden Fall. Ich habe ja über das Handy noch Kontakt zu einigen Spielern und wenn es die Zeit zulässt, werde ich mir die Spiele auch anschauen.

In ihrer Zeit bei den Ice Aliens erzielten Sie in 100 Spielen 57 Tore und kamen auf 79 Assists. Insgesamt schnürten Sie fast 18 Jahre lang die Schlittschuhe. Wird einem der Sport da nicht fehlen?

Gries Es war keine einfache Entscheidung aufzuhören. Ich hätte natürlich sehr gerne weitergespielt. Eishockey werde ich zwar zunächst nicht mehr spielen, aber ich bleibe weiterhin sportlich aktiv.

Was tritt an die Stelle des Eishockeys?

Gries Ich bin ein Mensch, der Sport braucht. Daher werde ich zukünftig ins Fitnessstudio gehen, um mich fit zu halten.

Der Vorstand der Aliens betonte, dass Ihnen in Ratingen weiterhin alle Türen offen stehen. Ist eine Rückkehr möglich?

Gries Momentan lassen sich Beruf und Eishockey leider nicht unter einen Hut bringen. Wenn das der Fall sein sollte, würde ich gerne wieder auf das Eis zurückkehren – und dann auch für die Aliens.

RP-MITARBEITER NILS JEWKO FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

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