Lokalsport: Ice Aliens verpassen Sprung auf Rang drei

Lokalsport: Ice Aliens verpassen Sprung auf Rang drei

Zu viele Gegentore beim 8:6-Sieg in Soest kosten den Eishockey-Regionalligisten eine bessere Ausgangslage in den Play-offs.

Achim Johnigk lehnt an der Heizung im Kabinengang unter der Tribüne des bitterkalten Eisstadions am Möhnesee, jedoch nicht um sich aufzuwärmen. Er wirkt nachdenklich und unzufrieden. Den Trainer der Ratinger Ice Aliens hat man schon deutlich besser gelaunt nach Siegen gesehen. "Es ist halt einfach frustrierend. Du schießt in Soest acht Tore, was du auch erstmal schaffen musst und bekommst dann aber sechs Stück. Teilweise haben wir schwere individuelle Fehler gemacht. Da ist man einfach nicht Happy", sagt der Coach wenige Sekunden später.

Seine Mannschaft hatte im letzten Spiel der Hauptrunde in der Regionalliga West mit 8:6 (3:2, 2:1, 3:3) bei der Soester EG gewonnen. Das Ärgerliche: Tabellennachbar Bären Neuwied unterlag parallel mit 3:5 gegen den Herforder EV. Drei Tore mehr oder drei Gegentore weniger hätten für Platz drei gereicht und den vermeintlich einfacheren Gegner Dinslaken Kobras in den Play-offs bedeutet.

So endet die Hauptrunde für die Außerirdischen auf Rang vier. Die Wahrscheinlichste aller Möglichkeiten der letzten Wochen ist eingetreten. Der Gegner im Play-off-Viertelfinale werden die Hammer Eisbären sein, die die Vorschlussrunde auf Rang fünf beendeten. Die Bilanz spricht dabei gegen Ratingen. In dieser Spielzeit hatten die Ratinger in drei der vier Begegnungen gegen Hamm das Nachsehen. Jetzt wird im Modus Best-of-five gespielt: Die Mannschaft, die zuerst drei Siege hat, zieht ins Halbfinale ein. Trainer Johnigk sieht die Vorteile der am Freitag (20 Uhr, Eisstadion Sandbach) beginnenden Wiederauflage des Vorjahresfinales auf Seiten der Aliens. "Hamm hat eine lange Durststrecke hinter sich, die wir auch schon durchgemacht haben. Wir haben fünf oder sechs Spiele in Folge gewonnen und sind rein theoretisch in der besseren Position. Hamm ist in den ersten zehn Minuten sehr stark, darauf müssen wir eingestellt sein", erklärt Johnigk.

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In Soest kamen die Aliens alles andere als konzentriert ins Spiel hinein. Wie schon gegen Dinslaken kassierten die Ratinger ein sehr frühes Gegentor. Nur 73 Sekunden hatte es gedauert, bis Ernst Reschetnikow die Hausherren in Führung gebracht hatte. Für Dennis Kohl, der seit langer Zeit wieder von Beginn an das Ratinger Tor hütete - Christoph Oster und Richard Steffen fielen mit Grippe aus - ein absoluter Fehlstart. Beim Bauerntrick des Soesters sah er alles andere als gut aus, zeigte insgesamt eine ordentliche Vorstellung. Die Aliens berappelten sich, drehten durch Tore von Stepan Kuchynka, Tim Brazda und Rückkehrer Marvin Moch die Partie auf 3:1.

Doch eine schwache Defensivleistung ließ die Gastgeber wieder zurück ins Spiel kommen und Anfang des zweiten Drittels auf 3:3 ausgleichen. Auch nach einer erneuten Zwei-Tore-Führung, die Stepan Kuchynka mit seinen Toren zwei und drei hergestellt hatte, blieb Soest weiter dran.

Tim Brazda schien mit seinem Tor zum 6:4 (46.) für die Entscheidung gesorgt zu haben - Fehlanzeige. Nur zwei Minuten später verkürzte Marc Polter auf 5:6, Igor Furda glich in einer fünfminütigen Überzahl der Ratinger, knapp drei Minuten vor dem Ende, für Soest aus. Am Ende sorgten Kapitän Dennis Fischbuch und Thomas Dreischer doch noch für den hart erkämpften Auswärtssieg der Aliens, welcher trotz der vielen Gegentore noch einmal Selbstvertrauen für die Play-offs gegeben haben sollte. "Ich hoffe am Freitag auf 800 Leute in der Halle. Hamm bringt sicherlich auch einiges an Fans mit." Die Unterstützung haben sich die Aliens verdient. Es geht in die heiße Phase der Saison. Und wie sollte diese besser starten als mit der Wiederauflage des Vorjahres-Endspiels?

(law)