Eishockey: Ice Aliens spielen in geschrumpfter Liga

Eishockey : Ice Aliens spielen in geschrumpfter Liga

In der Eishockey-Regionalliga gehen in der kommenden Saison nur noch acht Mannschaften an den Start.

Als Rainer Merkelbach am Samstagnachmittag die Geschäftsräume am Eisstadion an der Brehmstraße in Düsseldorf verließ, wusste er nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Seine Ratinger Ice Aliens hatten zwar für die neue Saison in der Eishockey-Regionalliga gemeldet. Doch ob die Liga wirklich das ist, was für den Klub das Richtige ist, dessen war sich der Schatzmeister und de-facto Boss nicht sicher.

Denn die Regionalliga scheint eine Liga zu sein, in der kaum noch einer mitspielen will. Frankfurt war sportlich abgestiegen, Lauterbach bekam in der Schlussphase der Saison kaum noch ein Team zusammen. Der Landesliga-Meister aus Wiehl war sich nicht nicht sicher, genau wie Dortmund, das vor wenigen Jahren noch in der Regionalliga spielte.

Am Ende meldete keiner der Klubs für die vierte Liga, wodurch nur noch acht Mannschaften antreten werden. Der ursprüngliche Plan, dass sich alle acht Teams für die Play-offs qualifizieren würden, wurde schnell verworfen. „In dem Fall hätte die Hauptrunde ja gar keinen Wert mehr gehabt“, sagte Merkelbach. Nun spielen die acht Teams eine Doppelrunde (28 Spiele), wonach die ersten sechs Teams in zehn weiteren Spielen die Play-off-Halbfinalisten ausspielen. Die Teams auf den Plätzen sieben und acht treten gegen die ersten vier Landesligisten an. „Letztlich ist diese Runde aber ein Muster ohne Wert“, gibt Merkelbach zu. „Da eigentlich jeder, der Regionalliga spielen möchte, auch spielen darf.“ Problem bleibt nur: keiner will. Für Merkelbach ist diese Spielzeit daher eine entscheidende. „Wir haben ligaweit zuletzt zwölf Prozent weniger Zuschauer gehabt. Wenn wir es nicht schaffen, unsere Liga wieder attraktiver zu machen, wird sie die kommenden Jahre nicht überleben.“

Dabei ist der Schatzmeister gar nicht unglücklich über das Ausscheiden Lauterbachs und Frankfurts. „Die Fahrten waren weit, zu den Heimspielen kamen kaum Zuschauer“, betont er. „Ob die beiden Teams jetzt mitspielen oder nicht, macht finanziell für uns keinen Unterschied. Aber das Signal, dass wir keine zehn Mannschaften zusammenbekommen, ist verheerend. Die Landesligisten wollen nicht so weit reisen und haben nicht so viele Hallenzeiten. Was passiert, wenn Hamm oder Diez doch mal in die Oberliga aufsteigen möchten? Rückt dann überhaupt jemand nach?“

Um die Landesliga-Teams mal schnuppern zu lassen, wie das Regionalliga-Niveau ist, wurde die Einführung eines Pokalwettbewerbs beschlossen. Vier Teams aus der Regional- und vier aus der Landesliga werden antreten. Ratingen muss sich Ende September in einem Spiel gegen Neuss für die erste Pokalrunde in Dortmund qualifizieren.

Unabhängig davon stellte Merkelbach weitere Weichen in der Personalplanung. Dustin Schumacher hängt wie Felix Zerbe eine weitere Saison am Sandbach dran, während der Vertrag von Michal Plichta nicht verlängert wird. Dafür kehrt Simon Migas zurück. Weitere Personalentscheidungen sollen in den kommenden Tagen folgen.

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